Ulm News, 04.09.2024 14:56
Der Bürokratieberg wächst: IHK fordert mehr Mut beim Abbau
„Wir ersticken im Formalismus: Bürokratieabbau jetzt!“ Unter die-
sem Motto versammelten sich rund 1.000 Personen aus über 200
Firmen Anfang November 2023 in Ulm. Die IHK Ulm legt jetzt nach: Es brauche dringend mutigere und größere Schritte zum Bürokratieabbau.
Organisiert hatte die Aktion im November federführend die IHK Ulm. Doch was ist seither in Sachen Bürokratieabbau passiert? IHK-Präsident Dr. Jan Stefan Roell nutzt die politische Sommerpause, um eine Bilanz zu ziehen. Das Fazit: Die Politik hat Schritte in die richtige Richtung eingeleitet. Diese gehen aber längst nicht weit genug.
Trotz Abbau keine Nettoentlastung
Mit dem 4. Bürokratieentlastungsgesetz, der Bürokratieabbauverordnung oder auch dem Pakt zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren, hat die Bundesregierung in den letzten Monaten einige Anstrengungen zum Abbau von Bürokratie unternommen. „Diesen respektablen Willen Bürokratie abzubauen, erkennen wir an. Unter dem Strich kommt aktuell aber dennoch mehr Bürokratie durch neue Vorschriften und Regelungen dazu, als abgebaut wird“, sagt Roell.
So würden das 4. Bürokratieentastungsgesetzt und die Bürokratieabbauverordnung zwar ein Entlastungsvolumen von ca. 1 Milliarde Euro mit sich bringen, was sehr zu begrüßen sei. Im Gegenzug erhöhe aber alleine die von der EU zu verantwortende Nachhaltigkeitsberichterstattung die Bürokratiekosten um ca. 1,4 Milliarden Euro. „Woher bzw. von wem die Bürokratie aufgebaut wird, ist für Unternehmen dabei völlig irrelevant. Im Ergebnis muss über alle politischen Instanzen hinweg eine Entlastung stehen“, fordert der IHK-Präsident.
Mehr Mut und mehr Vertrauen gefordert
Bei jährlichen Bürokratielasten von 65 Milliarden Euro würden die Unternehmen zudem Entlastungen erwarten, die im Unternehmensalltag als spürbarer Befreiungsschlag wahrgenommen werden können. „Angesichts der enormen Bürokratielast ist ein radikaler Abbau mit mehr Mut bei den Entscheidungen erforderlich.
Das leider oftmals spürbare Misstrauen gegenüber der Wirtschaft muss wieder einem Vertrauen weichen. Das kann viele Gesetze und Regelungen unnötig machen oder zumindest deren Regelungstiefe einschränken“, schlägt Roell vor. Er verweist in diesem Zusammenhang auch auf die zahlreichen Vorschläge, die von Seiten der Wirtschaft bereits zum Bürokratieabbau eingebracht wurden.
Sorgen um den Wirtschaftsstandort
Aus Sicht der IHK sind Bürokratie und Regulatorik zu einem echten Gefährdungspotential für den Wirtschaftsstandort geworden. In einer aktuellen Umfrage der IHK Stuttgart schätzen sechs von zehn Betrieben, dass sie ihre Wertschöpfung um mindestens zehn Prozent steigern könnten, wenn sie von unnötiger Bürokratie entlastet werden. Zudem werden die bürokratischen Belastungen von Unternehmen mit Standorten im EU-Ausland zu 78 Prozent und von denen mit Standorten außerhalb der EU sogar zu 91 Prozent als niedriger bzw. viel niedriger angegeben.
„Es geht nicht darum den Standort Deutschland schlecht zu reden. Wir müssen aber realistisch festhalten, dass die Herausforderungen groß und die Liste der Standortprobleme lang sind. Zu der überbordenden Bürokratie kommen zum Beispiel noch überdurchschnittliche Energiekosten und Steuerbelastungen sowie ein Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel. Das verdeutlicht, dass ein Bürokratieabbau mit Einzelfallerleichterungen und in kleinen Schritten nicht ausreicht. Mutige und große Schritte könnten hingegen als echtes und kostengünstiges Konjunkturprogramm wirken“, sagt Roell abschließend.





Highlight
Weitere Topevents
Nach Frontal-Crash: Beifahrerin tödlich verunglückt - neue Erkenntnisse der Poliezi
Am Freitag stießen auf der L240 zwischen Schelklingen und Ringingen zwei Fahrzeuge frontal zusammen - mit...weiterlesen
Niederlage der Spatzen gegen Alemannia Aachen - der Spielbericht mit tränendem Auge
Der SSV Ulm 1846 Fussball verliert daheim mit 1:3 gegen Alemannia Aachen. Es war ein verdammt wichtiges...weiterlesen
Der Riesen-Kran für die Ulmer Wallstraßenbrücke ist da - Kran kostet 10.000 Euro Miete - pro Stunde
Ein Gigant aus Stahl hat Ulm erreicht. In Einzelteilen. Seit Montag wird der Raupenkran Liebherr LR 11000...weiterlesen
Polizei stoppt Mann mit Messer in Neu-Ulm
Am Donnerstagvormittag kam es in der Mörikestraße in Neu-Ulm zu einem größeren Polizeieinsatz, nachdem...weiterlesen
Nachtrag der Polizei: Beim Frontal-Crash auf der B10 ist nun der Autofahrer seinen schweren Verletzungen erlegen
Am Montag kollidierte ein 26-jähriger Autofahrer auf der B10 zwischen Amstetten und Geislingen frontal...weiterlesen
"EUR to USDT" in Ulm: Was man als Investor wissen muss
Die Finanzwelt verändert sich echt schnell, und viele Leute gucken sich nach neuen Möglichkeiten um, um...weiterlesen
20-Jähriger vom SEK niedergetreckter Mann nun in psychiatrische Einrichtung verlegt
In einer gemeinsamen Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft Ulm, Polizei präsidium Ulm und des LKA BaWü...weiterlesen
"Und das muss für heute reichen" - tut es nicht: Arnd Zeigler zeigt seine wundere Welt des Fußalls im Roxy
Arnd Zeigler geht auch 2025 mit seinem dritten Bühnenprogramm „Immer Glück ist Können" auf Tour....weiterlesen



schließen




