Ulm News, 11.03.2024 14:48
Ulmer ALS-Forscher ausgezeichnet
Der Ulmer Forscher PD Dr. Alberto Catanese ist mit dem Felix-Jerusalem-Preis der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke ausgezeichnet worden. Der mit 7500 Euro dotierte erste Platz wurde am Freitag, 8. März, auf einem Kongress für Neurowissenschaften an den 34-Jährigen vergeben. Catanese forscht am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Ulm zur Amyotrophen Lateralsklerose (ALS).
Der Felix-Jerusalem-Preis der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM) dient der Förderung der Forschung auf dem Gebiet der neuromuskulären Erkrankungen. Mit ihm werden seit 2002 jährlich jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet, die zum Ablauf des Krankheitsprozesses forschen und neue Therapiemöglichkeiten entwickeln.
Der Ulmer Wissenschaftler PD Dr. Alberto Catanese erhält den ersten Preis für seine Arbeit zu neuen Transkriptions- und Mutationssignaturen bei Amyotropher Lateralsklerose mithilfe innovativer Verfahren wie dem maschinellen Lernen. „Die Auszeichnung mit dem Felix-Jerusalem-Preis ist nicht nur eine große Ehre, sondern auch eine Bestätigung der wichtigen Arbeit, die wir in unserer Arbeitsgruppe zusammen mit anderen Kolleginnen und Kollegen am Standort Ulm leisten, um unser Verständnis der Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose zu verbessern“, so Alberto Catanese bei der Preisverleihung.
Professor Wolfgang Müller-Felber, Mitglied des Medizinisch-Wissenschaftlichen Beirates der DGM, würdigte in seiner Laudatio die Forschung des Preisträgers: „Hauptverdienst der Arbeit ist die sehr präzise Analyse des Wechselspiels zwischen genetischen und epigenetischen Faktoren in dieser immer noch in großen Teilen unverstandenen Erkrankung.“ In seiner Arbeitsgruppe am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Uni Ulm erforscht PD Dr. Alberto Catanese die Zellbiologie neurodegenerativer Erkrankungen, insbesondere die Pathomechanismen, die die Motoneuronen von ALS-Patientinnen und -Patienten beeinflussen. Die Amyotrophe Lateralsklerose ist eine nicht heilbare Erkrankung der Bewegungsnervenzellen, die zur Muskellähmung und meist innerhalb weniger Jahre zum Tod führt.
Eine medikamentöse Behandlung kann den Verlauf verzögern. Übergeben wurde der Felix-Jerusalem-Preis im Rahmen des DGKN-Kongresses für Klinische Neurowissenschaften in Frankfurt am Main. Benannt ist die Auszeichnung nach dem Neurologen Felix Jerusalem (1932 – 1996), der sich der Erforschung und Behandlung von neuromuskulären Erkrankungen widmete und lange Jahre Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der DGM war. Gesponsort wird die Auszeichnung durch das Pharmaunternehmen Sanofi Genzyme.




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