Ulm News, 02.04.2023 22:41
Im Streit Auto in Tiefgarage angezündet
Sechs Verletzte und drei ausgebrannte Autos sind die Bilanz eines Großeinsatzes am Sonntagnachmittag am Eselsberg in Ulm.
Text/Fotos: Thomas Heckmann
Gegen 14 Uhr wurden Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst über einen Tiefgaragenbrand an der Ochsensteige informiert. Als die Helfer dort eintrafen, quoll dichter Rauch aus der Tiefgarage eines Wohnkomplexes. Die Feuerwehrleute mussten nun gleichzeitig die Bewohner in Sicherheit bringen und den Brand bekämpfen. Hilfreich war dabei der Großlüfter der Söflinger Feuerwehr, mit dem der Rauch aus der 80 Meter langen Tiefgarage abgesaugt wurde und nachdem der Brand gelöscht war, Frischluft in die Tiefgarage gedrückt wurde, um diese wieder begehbar zu machen. Bei der Räumung der Gebäude über der Tiefgarage fanden die Feuerwehrleute in einem Garten einen Schwerverletzten.
Die Polizei war mit einer zweistelligen Anzahl Polizisten vor Ort, da der Verdacht entstand, dass es sich bei dem Fahrzeugbrand um eine Brandstiftung handeln könnte. Nach einer ersten Mitteilung der Polizei gab es wohl eine Auseinandersetzung zwischen dem 44-jährigen Schwerverletzten und einer Familie, die in dem Gebäudekomplex über der Tiefgarage wohnt. Der Tatverdächtige wollte wohl auch in die Wohnung eindringen, Die Polizei musste zahlreiche Bewohner und Zeugen zu befragen waren. Der Kriminaldauerdienst führte die Ermittlungen vor Ort und sicherte auch Spuren.
Mehrere Wohnungen geöffnet
Mehrere Bewohner wurden aus den Gebäuden geführt und abseits der Brandstelle von Rettungsdienst und Notfallseelsorge betreut. Da die Gebäude Zugänge über mehrere Ebenen haben, war die Rauchausbreitung in die verschiedenen Wohnungen unklar, daher musste die Feuerwehr aufwändig kontrollieren, dass alle Wohnungen leer sind. Fünf Wohnungen wurden dabei unter Aufsicht der Polizei geöffnet, eine leere Wohnung war tatsächlich verraucht. Neben dem Schwerverletzten mussten zwei weitere Personen in Krankenhäuser gebracht werden. Während der Löscharbeiten war die Eselsbergsteige fast drei Stunden voll gesperrt, der Busverkehr musste umgeleitet werden. Aufgefallen ist eine ältere Rollstuhlfahrerin, die wiederholt zur Brandstelle kam und mit ihrem Smartphone filmte. Nachdem ein Polizist sie weggeschickt hatte, kam sie mindestens zweimal wieder, um weiter zu filmen.
Die Feuerwehr war mit 64 Feuerwehrleuten und einem Dutzend Fahrzeugen im Einsatz, der Rettungsdienst mit 25 Einsatzkräften und 11 Fahrzeugen, außerdem fünf Notfallseelsorger für die körperlich unverletzten Betroffenen. Die Kriminalpolizei ermittelt derzeit wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes.



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