Ulm News, 08.11.2022 15:02
Ulmer Zentrum zur Erforschung und Evaluation beschäftigt sich mit Mensch-Roboter-Interaktion im öffentlichen Raum
schließen
Beschreibung: Mit einer Kick-off-Veranstaltung im Informationszentrum M25 in der Ulmer Innenstadt wurde die Projektarbeit jetzt offiziell gestartet.
Fotograf: Universität Ulm
Das Ulmer Zentrum zur Erforschung und Evaluation der Mensch-Roboter-Interaktion im öffentlichen Raum (ZEN-MRI) wird sich in den kommenden Jahren mit diesen wichtigen Fragen intensiv beschäftigen. Mit einer Kick-off-Veranstaltung im Informationszentrum M25 in der Ulmer Innenstadt wurde die Projektarbeit jetzt offiziell gestartet.
In den kommenden Jahren können Serviceroboter/Assistenzroboter vermehrt Aufgaben wie Reinigung und Transport im öffentlichen Raum, also z.B. in Fußgängerzonen, öffentlichen Plätzen, Bahnhöfen und Parkgaragen übernehmen. Damit werden sie nicht nur Teil des Stadtbilds, sondern es werden sich Arbeitsabläufe verändern. Die Begegnung von unbeteiligten Personen mit diesen Robotern werden damit im Alltag zunehmen. Deshalb müssen die Roboter, um ihre Aufgabe effizient und sicher durchführen zu können, nicht nur mit ihren menschlichen Teampartnerinnen und -partnern, sondern auch mit diesen unbeteiligten Passantinnen und Passanten interagieren. Dies umfasst bspw. die Kommunikation ihrer Aufgabe und die Abstimmung der Wegplanung.
Das Ulmer Zentrum zur Erforschung und Evaluation der Mensch-Roboter-Interaktion im öffentlichen Raum (ZEN-MRI) wird sich in den kommenden Jahren mit diesen und weiteren Fragen intensiv beschäftigen. Dafür haben sich die Universität Ulm, die Hochschule der Medien Stuttgart, das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, die Adlatus Robotics GmbH und die Stadt Ulm in einem Kooperationsprojekt zusammengeschlossen.
In den nächsten drei Jahren werden die Partner die notwendigen Anforderungen für das Roboterverhalten und -interaktionsstrategien (MRI) für den öffentlichen Ram erarbeiten. Forschungsschwerpunkt sind dabei Interaktionen mit Passantinnen und Passanten zur Optimierung des Roboterverhaltens, aber auch die Einbettung der Roboter in den öffentlichen Raum. Dafür werden in der Ulmer Innenstadt Testflächen im öffentlichen Raum eingerichtet.
Geplant sind u.a. Flächen in der Fußgängerzone und in der Bahnhofspassage, in denen dann im Alltag der Menschen Begegnungen möglich werden. Rechtliche und ethische Fragestellungen werden damit genauso zu einem wichtigen Element der Untersuchungen, wie Design, Sicherheitsvorgaben und Fragen der städtebaulichen Vorgaben. Das Projekt wird für für drei Jahre bis Ende August 2025 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 3,6 Millionen Euro gefördert.
Mit der am Donnerstag, den 3. November, durchgeführten Kick-off-Veranstaltung im Informationszentrum M25 in der Ulmer Innenstadt wurde die Projektarbeit offiziell gestartet.
Dr. Johannes Kraus (Universität Ulm, Abteilung Human Factors, Themenfeldleiter Mensch-Roboter- Interaktion) äußerte sich zum Start wie folgt: "Bei der Gestaltung von Robotern, die sich im öffentlichen Raum bewegen, ist es entscheidend, dass die Menschen in Ihrem Umfeld verstehen, was die Roboter wann tun und sich letztlich mit diesen wohl fühlen. Vor diesem Hintergrund erforschen wir im Kompetenzzentrum ZEN-MRI unter anderem die Psychologie des Miteinanders zwischen Menschen und Robotern. Das Ziel ist es hier einen Beitrag dazu zu leisten, das Erscheinungsbild und das Verhalten von Robotern auf eine Weise zu gestalten, die irrationale Ängste vermindert und ein angemessenes Maß an Vertrauen schafft. Eine solche menschzentrierte Gestaltung der Roboter maximiert die Chance, dass eine sichere, effiziente und für Mensch und Gesellschaft positive Integration von Robotern im öffentlichen Raum gelingt.“
Dr. Siegfried Hochdorfer (ADLATUS Robotics GmbH, CTO) sagte: "ADLATUS Robotics entwickelt, produziert und vertreibt seit 2017 autonome Reinigungsroboter für den B2B Markt. Die Erste Generation von Roboter wurde noch hauptsächlich für den Einsatz im industriellen und gewerblichen Umfeld entw ick
elt. Die neuste Generation von Roboter ist so konzipiert dass zusätzlich auch ein Einsatz im öffentlichen Raum möglich ist. Für die Akzeptanz von autonomen Reinigungsroboter wie sie ADLATUS Robotics herstellt, ist die Interaktion mit Menschen vor zentraler Bedeutung. Deshalb engagiert sich ADLATUS Robotics schon seit mehreren Jahren in der Forschung zur Mensch-Roboter- Interaktion."
Kathrin Pollmann (Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Team User Experience) betonte: „Über den Erfolg eines Service-Roboters entscheidet letztendlich nicht seine technische Ausstattung, sondern die Menschen. Damit die Roboter langfristig akzeptiert und gerne genutzt werden, muss ihr Einsatz für alle Beteiligten angenehm und gewinnbringend – kurz: positiv – gestaltet werden.“
Prof. Dr. Petra Grimm, Prof. Dr. Tobias Keber (Hochschule der Medien Stuttgart, Institut für Digitale Ethik) stellte fest: „Der Einsatz von Robotik in sozialen und damit für den Robotereinsatz noch nicht optimierten Umgebungen ist stets mit ethischen und rechtlichen Fragen verbunden. Wie kann es etwa gelingen, dass Roboter ethische Handlungsprinzipien „erlernen“ können? Mit unserem Ethics-by-Design-Ansatz begleiten wir am Institut für Digitale Ethik (IDE) daher Entwicklungs- und Designprozesse von autonomen Systemen auf eine kooperative Art und Weise: Digitale Ethik und Recht sollen innovative Technikgestaltung nicht verhindern. Vielmehr sollen ihre Chancen freigelegt werden, indem Risiken und Konfliktpotenziale bereits von Anfang an bedacht werden.“
"Ulm ist Innovationsstadt und auf dem Weg zur Smart City. Robotik bildet einen Schwerpunkt in der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Landschaft unserer Region. Diese Technologie muss für die Menschen "begreifbar" werden. Wir fördern den echten Kontakt zu neuen Technologien, die in unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Vielen Dank an die Fördergeber, die ein solch praktisches Begegnen und Auseinandersetzen der Bürgerschaft mit dieser zukunftsweisenden Technologie in unserer Innenstadt möglich machen," hob der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch hervor.





Highlight
Weitere Topevents
Nach Frontal-Crash: Beifahrerin tödlich verunglückt - neue Erkenntnisse der Poliezi
Am Freitag stießen auf der L240 zwischen Schelklingen und Ringingen zwei Fahrzeuge frontal zusammen - mit...weiterlesen
Tödlicher Unfall bei Ehingen - Bus und Auto stoßen zusammen
Ein 58-jähriger Autofahrer starb am Dienstagnachmittag bei Ehingen. Tödlicher Unfall auf der B492Ein...weiterlesen
Der Riesen-Kran für die Ulmer Wallstraßenbrücke ist da - Kran kostet 10.000 Euro Miete - pro Stunde
Ein Gigant aus Stahl hat Ulm erreicht. In Einzelteilen. Seit Montag wird der Raupenkran Liebherr LR 11000...weiterlesen
Nachtrag der Polizei: Beim Frontal-Crash auf der B10 ist nun der Autofahrer seinen schweren Verletzungen erlegen
Am Montag kollidierte ein 26-jähriger Autofahrer auf der B10 zwischen Amstetten und Geislingen frontal...weiterlesen
Ein Glanzlicht der Woche: Ulms Mega-Kran ist aufgebaut - höher als das Münster - nun kann es für 10.000 Euro Miete pro Stunde losgehen
Die Stadt Ulm erlebt ihre wohl bisher größte Baustelle. Für den Neubau der Wallstraßenbrücke wird nun...weiterlesen
Kurioses Glanzlicht der Woche: Brand im Ulmer Gefängnis sorgt für große Aufregung - mit hohen Sicherheits-Vorkehrungen
In einer Werkstatt der Justizvollzugsanstalt Ulm ist am Mittwochmittag ein Feuer ausgebrochen. Drei...weiterlesen
Baustellensprechstunde u.a. am imposanten Kranen am Blaubeurer Ring - und weitere Ulmer Baustellen
Das Update des Baustellen-Managements der Stadt Ulm ist auch für kommende Woche umfangreich -...weiterlesen
Ulmer Hauptbahnhof erneut lahmgelegt: diesmal ein Fahrleitungs-Schaden - wieder mussten Fahrgäste evakuiert werden
Ein Schaden an der Oberleitung hat den Ulmer Bahnverkehr am Montagmorgen getroffen. Der Hauptbahnhof war...weiterlesen








