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Ulm News, 02.10.2022 23:36

2. Oktober 2022 von Ralf Grimminger
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750 begeisterte Zuschauer bei deutschen Meisterschaften im Wettkampfklettern in Neu-Ulm


Am Sonntag wurden die letzten nationalen Titel im Wettkampfklettern in Deutschland in der Disziplin Lead vergeben. Rund 500 begeisterte Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten de Wettkämpfe im Sparkassendome in Neu-Ulm. 

Die Ergebnisse waren nicht weniger als ein Paukenschlag: Bei den Damen setzte sich mit Hannah Meul (DAV Rheinland-Köln) eine Favoritin in absolut bravouröser Manier durch. Und bei den Herren sorgte Yannick Nagel (DAV Mannheim) mit seinem Erfolg für eine faustdicke Überraschung. Denn nach dem Halbfinale gab es wohl wenige Zweifel daran, dass Yannick Flohé den Sieg holen würde. Die extrem schwierige und anspruchsvolle Finalroute machte ihm aber einen Strich durch die Rechnung. 500 Zuschauer im ausverkauften sparkassendome sahen spannende und spektakuläre Wettkämpfe auf Weltklassenniveau.

Knallhartes Herrenfinale mit dicken Überraschungen

Gleich der Anfang war ungewöhnlich: Um Punkt 19 Uhr sollte eigentlich die Besichtigung der Routen durch die Athletinnen und Athleten beginnen. Das ging aber nicht, denn die Hebebühne, mit der die Routensetzer an der Wand arbeiteten, streikte und ließ sich partout nicht ausfahren. Unter lautstarkem Beifall des Publikums bewegte sich das Gerät schließlich aber doch und mit 15 Minuten Verspätung konnte der sportliche Teil des Abends losgehen. 500 Menschen hatten sich eingefunden und den sparkassendome in Neu-Ulm bis auf den letzten Platz gefüllt. Alle waren sie gespannt auf die Performance der besten acht Damen und acht Herren in diesem Lead-Finale zur Deutschen Meisterschaft.
Als erster ging Jan Hojer (DAV Frankfurt/Main) an den Start. Auf seine Form waren viele gespannt, nachdem der Olympiateilnehmer von Tokio eine etwas längere Wettkampfpause eingelegt hatte. Die ersten Passagen gingen ihm gut von der Hand, aber bei 33+ war dann doch überraschend früh Schluss, Hojer war die Enttäuschung anzusehen. Dass die Höhe nicht so schlecht war, stellte sich im weiteren Verlauf des Wettkampfs heraus. Denn von den folgenden vier Kletterern gelang es nur Linus Raatz mit 39+, ein paar Griffe weiter zu kommen. Erst Yannick Nagel kam mit 43+ deutlich weiter als Hojer. Dass diese Höhe für den Titel reichen würde, war allerdings nicht absehbar. Wie unglaublich hart die Route war, zegte sich dann endgültig bei Till von Bothmer, der auch unterhalb der Marke von Hojer ins Seil fiel. Nun durfte man gespannt sein, wie Yannick Flohé die technisch extrem schwierigen Züge insbesondere im Mittelteil an einer überhängenden Verschneidung schaffen würde. Und dann kam die Riesenüberraschung: Flohé rutsche ebenfalls unterhalb von Hojer aus der Route. Und damit holte durchaus ein Yannick den Titel, aber nicht Flohé, sondern Nagel. "Damit habe ich niemals gerecnet", sagte er frisch gebackene Deutsche Meister. "Die Route ist mir richtig gut reingelaufen." 

 

Die große Frage war nun: Würden die Damen ähnlich große Probleme mit der Route haben. Zumindest nach den ersten beiden Starterinnen, Elisa Koppelmann (DAV Rheinland-Köln) und Emma Bernhard (DAV Frankfurt/Main), sah es so aus. Erst die dritte Starterin, Anna-Lena Wolf (Generation Rocklands), erreichte in der von flachen Griffen geprägten Route den oberen Wandteil und die Wertung 30+. Nach ihr stürzte Mia Guttenberger (DAV Tölz) dann aber doch wieder weit unten. Eine tolle Vorstellung lieferte Roxana Wienand (DAV Aschaffenburg) ab. Mit der Wertung 33+ setzte sie sich zunächst an die Spitze des Feldes. Noch besser allerdings die Performance von Martina Demmel, der Vorjahressiegerin: Sie kam bis in den obersten Routenbereich und löste Wienand mit der Wertung 38+ an der Spitze ab. Freilich war noch nichts entschieden, denn die beiden Besten kamen ja noch. Zunächst Lucia Dörffel: Recht lange kam sie mit der Route gut zurecht, schaffte aber nicht ganz die Höhe von Demmel. Würde die alte auch die neue Deutsche Meisterin sein? Diese Frage konnte nur Hannah Meul klären. Locker und souverän stieg sie durch den unteren Wandteil. Und durch den mittleren. Und durch en oberen. Erst ganz kurz vor dem Top flog sie dann doch aus der Route - den Titel hatte sie damit sicher. "Das it ein perfekter Saisonabschluss", sagte die strahlende Siegerin. "Ein letztes Mal tanzen, es hat so viel Spaß gemacht!"

Die Ergebnisse im Detail

37 Damen und 35 Herren gingen bei der Deutschen Meisterschaft im Leadklettern in Neu-Ulm an den Start.  

 

Das Damenpodium

  1. Hannah Meul (DAV Rheinland-Köln)
  2. Martina Demmel (DAV Allgäu-Kempten)
  3. Lucia Dörffel (DAV Chemnitz)

Das komplette Ergebnis gibt es hier.

 

Das Herrenpodium

  1. Yannick Nagel (DAV Mannheim)
  2. Linus Raatz (DAV AlpinClub Berlin)
  3. Jan Hojer (DAV Frankfurt/Main)

 

Schon am Samstag fanden die deutschen Meisterschaften im Speed-Klettern in Neu-Ulm statt. Die Titel holten Anna Maria Apel (DAV München-Oberland) und Lokalmatador Linus Bader (DAV Düsseldorf). Rund 250 Zuschauerinnen und Zuschauern sahen spannende Rennen mit überraschenden Wendungen. So schied Titelverteidigerin Franziska Ritter auf skurrile Weise bereits im Viertelfinale aus.

Überraschung im Viertelfinale der Damen

In der Qualifikation lief noch alles wie erwartet: Franziska Ritter lief mit 7,681 Sekunden die beste Zeit, gefolgt von Anna Maria Apel (7,972 Sek.) und Nuria Brockfeld (8,166 Sek.). Auch bei den Herren war die Qualifikation kine große Überraschung, lagen doch Sebastian Lucke (5,986 Sek.), Leander Carmanns (5,999 Sek.) und Linus Bader (6,127 Sek.) vorne. Die große Überraschung dann im Halbfinale: Im Rennen gegen Lisa Hefftler (DAV Rheinland-Köln) lag die dreimalige Deutsche Meisterin und Titelverteidigerin Franziska Ritter deutlich vorne und sah schon wie de sichere Siegerin dieses Duells aus. Dann setzte sie zum Sprung zum Anschlag an, erreichte auch locker die Höhe, drückte sich aber scheinbar ein bisschen zu weit nach hinten ab. Die Folge: Um wenige Zentimeter verfehlte sie das Ziel und schied aus! Probleme hatten auch andere: Julia Koch, immerhin Drittplatzierte des letzten Jahres, hat wegen eines Ausrutschers ebenfalls im Viertelfinale ihr Duell verloren. Ausrutscher leisteten sich auch Linus Bader und Sebastian Lucke (DAV Düsseldorf) im Achtelfinale - allerdings ohne schwerwiegende Konsequenzen. Beide kamen eine Runde weiter.

 

Bedingt durch die Ausfälle von zwei Favoritinnen ergab sich eine überraschende Finalpaarung bei den Damen: Anna Maria Apel musste gegen Sofiia Tulchynska aus der Ukraine antreten. Ganz fehlerfrei war der Lauf der Münchnerin dann auch nicht, aber ihre insgesamt klar höhere Grundgeschwindigkeit trug sie zum Titelgewinn. "Das war unbeschreiblich", sagte Apel unmittelbar nach ihrem Sieg. "Ich kann es noch gar nicht rchtig begreifen!" Ganz nebenbei holte sie übrigens am Vormittag auch den ersten Platz beim Jugendcup Speed (siehe weiter unten im Absatz "Jugend A").
Das Finale bei den Herren bestritten mit Sebastian Lucke und Linus Bader die Deutschen Meister von 2020 und 2021. Und das hatte es in sich, denn auch diese beiden leisteten sich Ausrutscher. Der entscheidene Fehler passierte dann Lucke ganz oben, wo Bader schließlich vorbeiziehen und rund drei Zehntel vor seinem Konkurrenten anschlagen konnte. Entsprechend glücklich zeigte sich der gebürtige Neu-Ulmer: "Ich hatte eine unglaublich bescheidene Saison. Die Titelverteidigung, und das dann auch noch zuhause, das ist jetzt perfekt!"       

 Linus Bader holt den Titel. Foto: Marco Kost

15 Damen und 20 Herren gingen bei der Deutschen Meisterschaft im Speedklettern in Neu-Ulm an den Start. Darunter waren vier ukrainische Athletinnen und Athleten, die in diesem Jahr ein Sonderstartrecht hatten und auch um die Titel mitkletterten.  

Das Damenpodium

  1. Anna Maria Apel (DAV München-Oberland)
  2. Sofiia Tulchynska (Ukraine/DAV Dortmund)
  3. Nuria Brockfeld (DAV Düsseldorf)

Das komplette Ergebnis gibt es hier.

Das Herrenpodium

  1. Linus Bader (DAV Düsseldorf)
  2. Sebastian Lucke (DAV Düsseldorf)
  3. Dorian Zedler (DAV Stuttgart) 


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