Ulm News, 30.08.2022 14:56
Vermieter gefragt: Wohnraum für ukrainische Geflüchtete gesucht
Aufgrund des Zustroms an Geflüchteten aus der Ukraine und zu wenigen Unterkünften, wird ein Bauantrag für eine Container-Unterkunft in Blaustein gestellt. Das Landratsamt Alb-Donau-Kreis bittet Vermieterinnen und Vermieter ihren Wohnraum zur Verfügung zu stellen.
Die Kampfhandlungen in der Ukraine dauern an, deshalb ist der Zustrom von ukrainischen Geflüchteten auch ein halbes Jahr nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges ungebrochen hoch. Bereits jetzt hat Baden-Württemberg mehr geflüchtete Menschen aufgenommen, die Schutz vor Gewalt, Zerstörung und Tod suchen, als im gesamten Jahr 2015. Die Erstaufnahmestellen des Landes weisen den Stadt- und Landkreisen regelmäßig Geflüchtete zu. Auch im Alb-Donau-Kreis kommen wöchentlich aktuell rund 100 Menschen an. Die Lage ist hoch dynamisch und angespannt.
In Folge dessen hat das Landratsamt Alb-Donau-Kreis die Anzahl an Plätzen in Gemeinschaftsunterkünften in den vergangenen Monaten im gesamten Landkreis deutlich erhöht: Von 447 Plätzen in sieben Unterkünften Ende 2021 auf aktuell 1.011 Plätzen in 19 Unterkünften. Diese Kapazitäten werden in absehbarer Zeit erschöpft sein. Deshalb plant die Kreisverwaltung in Abstimmung mit der Stadt Blaustein kurzfristig eine Unterkunft in Container-Bauweise für Flüchtlinge einzurichten.
Einstimmig hat der Gemeinderat Blaustein dem Vorhaben am vergangenen Donnerstag, den 25. August 2022, in einer außerordentlichen Sitzung zugestimmt. Auch der bisherige Pächter des Grundstücks in der Blautalstraße 11 in Blaustein-Herrlingen zeigte sich angesichts der angespannten Situation und der Dringlichkeit sehr entgegenkommend. Die Stellung des Bauantrages soll zeitnah erfolgen. Ziel ist es, bereits Ende September erste Wohneinheiten für bis zu 90 Flüchtlinge bereitzustellen. In der Folge soll die Kapazität der Unterkunft dann schrittweise auf bis zu 200 Plätze ausgebaut werden. Vorgesehen ist die Betreuung vor Ort durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung mit einer pädagogischen Ausbildung.
Landkreis sucht weiterhin dringend Wohnraum für Kriegsflüchtlinge
Inzwischen leben mehr als 1.800 ukrainische Kriegsvertriebene im Alb-Donau-Kreis – vielen davon in privaten Unterkünften. Ein Ende des Zustroms an Kriegsflüchtlingen ist derzeit nicht absehbar. Es ist ganz im Gegenteil davon auszugehen, dass die Zahl der Geflüchteten in den kommenden Wochen weiter zunehmen wird. Die Aufnahmekapazitäten der Erstaufnahmestellen des Landes sind weitgehend erschöpft. Daher wurden die Zuweisungen an die Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg drastisch erhöht. Aufgrund dieser Notsituation bittet die Kreisverwaltung Vermieterinnen und Vermieter, die Wohnraum zur Verfügung stellen können, um Kontaktaufnahme mit dem Landratsamt per E-Mail unter [email protected]. Nur gemeinsam kann diese gesamtgesellschaftliche Herausforderung gemeistert und damit auch die Belegung von Turn- und Sporthallen im Alb-Donau-Kreis zur Unterbringung von Kriegsflüchtlingen weiterhin vermieden werden.





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