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Ulm News, 17.08.2022 15:27

17. August 2022 von Ralf Grimminger
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BURGWANDLER-App: Zeitreise in Geschichte der Wilhelmsburg Ulm


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Die alten Mauern der Ulmer Wilhelmsburg stecken voller Geschichte. Mit der BURGWANDLER-App können nun die Kleinen und auch Erwachsene in einer interaktive Zeitreise rund um die historischen Ereignisse der Wilhelmsburg eintauchen.

Das Programm der fünften Woche von "Stürmt die Burg" bietet jede Menge Abwechslung und spannende Acts. Doch nicht nur das Programm auf dem Gelände der Burg ist interessant. Auch die Wilhelmsburg selbst kann zu einer aufregenden Zeitreise einladen.

Mit dem Handy und der BURGWANDLER-App auf Zeitreise gehen!

Wenn Mauern sprechen könnten... Die Ulmer Wilhelmsburg liegt, vom alljährlichen „Stürmt die Burg“-Festival abgesehen, die meiste Zeit einsam und verlassen. Bis auf die renovierte Südostecke mit ihren Gewerberäumen und den Räumen für das Theater im nordwestlichen Bereich ist die Burg
für Besucher und Besucherinnen geschlossen. Nur die vielen Hinweistafeln rund um das Gebäude bieten reichlich Lesestoff für die Interessierten. Kinder und Jugendliche werden damit eher selten erreicht.

Das soll sich nun ändern. Mit einem innovativen Digitalprojekt will die Stadt gerade die jüngeren Besucher der Wilhelmsburg ansprechen. Die BURGWANDLER-App lässt sie auf ganz neue Weise in die Vergangenheit eintauchen – spielerisch, spannend, multimedial. Das Handy wird zum Geschichtslotsen, der durch die Burganlage führt. Dabei werden Ende des Jahres mehrere Touren zur Auswahl stehen. An über das ganze Gelände verteilten Standorten werden neue Inhalte freigeschaltet, die die Geschichte des Ortes Station für Station öffnen. Und da gibt es wirklich Erstaunliches zu entdecken.

Die Wilhelmsburg war im 20. Jahrhundert Zufluchtsort, aber auch Gefängnis für unzählige Menschen. Davon berichten nun Zeitzeugen in der App. Ihre prägnant zusammengestellten Erinnerungen lassen Geschichte schlagartig ganz konkret und persönlich werden. Aber dieses ambitionierte Projekt beschränkt sich nicht auf die Entwicklung der App. Eine Generator- Server-Station wurde bereits auf der Buswendeplatte östlich der Wilhelmsburg aufgestellt, die demnächst die Tourinhalte zum Download bereithält. Doch wer hier mit seinem Handy loslegen will, muss erst einmal mit einem Muskelkraftgenerator an der Station selber Strom erzeugen. Es ist ein Grundgedanke des Projekts, Inhalte unabhängig von Stromnetz und WLAN verfügbar zu machen – auch an Orten, an denen das Mobilfunknetz schlecht ist. Gleichzeitig liegt ein interessanter Lerneffekt darin, welchen Kraftaufwand es erfordert, die notwendige Energie für die digitalen Daten selbst zu generieren.

Mit der Umsetzung des Projekts betraut ist David Ruf von XR Anywhere, einem Unternehmen aus Berlin, das sich auf die Entwicklung multimedialer Augmented Reality-Lösungen spezialisiert hat. Ein absolute Innovation ist die Konstruktion des energieautarken Server-Generators. Er wurde in
Kooperation mit einem studentischen Team der Fakultät für Maschinenbau an der Hochschule Karlsruhe und der in der Wilhelmsburg ansässigen Firma Widerstand & Söhne entwickelt, die auch die Programmierung der App übernommen hat.

Während des „Stürmt die Burg“-Festivals wurde die BURGWANDLER-App ab dem 28. Juli im Testbetrieb gestartet. In Führungen unter der Leitung von Tourguides konnten Serverstation und App erprobt und Anregungen der User aufgegriffen werden. Zum Ende des Festivals findet nun am Sonntag, 28. August um 18 Uhr auf der Wilhelmsburg ein erster offizieller App-Launch statt.

Der BURGWANDLER wird entwickelt im Rahmen von „dive in. Programm für digitale Interaktionen“ der Kulturstiftung des Bundes, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Programm NEUSTART KULTUR.



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