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Ulm News, 09.08.2022 17:34

9. August 2022 von Thomas Kießling
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Finanzberater: Ein Job mit Zukunft


Wer heute Geld anlegen will, fühlt sich bei der Auswahl geeigneter Finanzprodukte oft überfordert. Kein Wunder, denn die steigende Inflation, ein sinkendes Rentenniveau und die Verunsicherung der Weltmärkte aufgrund des Ukraine-Konflikts machen es einem bei der Wahl nicht leicht.

 Vor diesem Hintergrund steigen die Chancen, als Finanzberaterin oder Finanzberater Karriere zu machen, denn der Bedarf an professioneller Expertise war noch nie so groß wie jetzt.

Das Berufsbild

Finanzberater helfen Privatpersonen und Firmen bei der Vermögensbildung, angestellt oder selbstständig. Für diese Aufgabe müssen sie ein umfangreiches Know-how mitbringen, die Themenfelder umfassen die private Altersvorsorge ebenso wie Investments am Kapitalmarkt, den Immobilienerwerb sowie alle Fragen rund um das Versicherungswesen. Angestellte Vermögensexperten arbeiten in erster Linie in Banken, Bausparkassen und Versicherungen sowie bei Finanzdienstleistern, aber auch in Unternehmens- und Wirtschaftsberatungen.

Was angehende Berater mitbringen müssen

Wer als Finanzberaterin oder Finanzberater arbeiten will, muss nicht nur ein gutes Zahlenverständnis und den Willen zum ständigen Dazulernen mitbringen, sondern auch ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen – besonders im Privatkundenbereich. Der Grund: Bevor ein Berater seinem Kunden ein Finanzkonzept vorschlägt, muss er sich ein Bild von der individuellen Finanz- und Lebenssituation seiner Klientel machen. Das erfordert viel Empathie. Zu den weiteren grundsätzlichen Anforderungen gehören eine analytische Denke, die Bereitschaft, auch nach Feierabend Beratungstermine wahrzunehmen und eine gute Kommunikationsfähigkeit. Selbstständige Berater müssen zusätzlich unternehmerische Fähigkeiten, Vertriebswissen und viel Eigenmotivation mitbringen.

Aus- und Weiterbildungen

Die Berufsbezeichnung „Finanzberater/-in“ ist nicht gesetzlich geschützt, einen geregelten Ausbildungsweg gibt es für diesen Beruf bis dato nicht. Oft haben professionelle Berater zuerst eine Ausbildung zur Bankkauffrau/zum Bankkaufmann oder zur Versicherungskauffrau/zum Versicherungskaufmann absolviert, um dann Wirtschaftswissenschaften zu studieren, andere starten gleich nach einem BWL-Studium mit dem Schwerpunkt Banken oder Finanzdienstleistungen durch. Viele Beraterinnen und Berater spezialisieren sich auf eine bestimmte Kundengruppe, wie zum Beispiel Ärzte und Ärztinnen. Andere wiederum sind Experten für bestimmte Finanzprodukte wie Versicherungen. Voraussetzung für solche Spezialisierungen ist der Besuch von einschlägigen Seminaren und die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen.

Chance auf den Quereinstieg

Wer seinen jetzigen Job an den Nagel hängen möchte und die notwendigen Voraussetzungen mitbringt, kann als Quereinsteiger bei Finanzdienstleistern wie der MLP SE, der Postbank oder bei der tecis Finanzdienstleistungen AG durchstarten. Unternehmen wie diese leiden wie andere auch unter dem derzeitigen Arbeitskräftemangel und suchen deshalb für ihre Vertriebsabteilungen angehende Beraterinnen und Berater, die auf selbstständiger Basis für sie tätig werden.
Die Aus- und Weiterbildungen erfolgen in Form von internen Schulungen, die oft modulartig aufgebaut sind. Bei tecis warten auf die Trainees diverse Coachings und Seminare, bei denen den Trainees ein Mentor an die Seite gestellt wird. Ziel ist ein branchentypscher Abschluss mit IHK- Zertifikat, später können die Berater bei tecis entweder ein eigenes Beratungsteam aufbauen oder eine Karriere als Profiberater einschlagen.

Das verdienen Finanzberater

Laut Zahlen der Website Gehalt.de verdienen Finanzberaterinnen und Finanzberater in Deutschland 4.935 Euro brutto im Monat – im Median. Das bedeutet, dass 50 Prozent der Berater auf dieses Gehalt kommen oder mehr verdienen. 25 Prozent verdienen weniger 4.204 Euro, und 25 Prozent bringen monatlich mehr als 5.794 Euro brutto nach Hause.



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