ulm-news.de

Donaubad Skyscraper - oben_neu
Sie sind hier: ulm-news Startseite  Nachrichten

Ulm News, 09.08.2022 15:32

9. August 2022 von Thomas Kießling
0 Kommentare

Hohe Studierendenzufriedenheit: Ulmer Studie untersucht digitalisiertes Lehrformat im Medizinstudium


 schließen


Foto in Originalgröße



Eine Ulmer Studie untersuchte ein voll digitalisiertes Lehrformat im Medizinstudium. Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung der Lehre auch an Hochschulen massiv vorangetrieben. An der Universität Ulm wurde nun für ein Seminar untersucht, ob voll digitalisierte Lehrveranstaltungen im Hinblick auf die Studierendenzufriedenheit und den Lernerfolg ein guter Ersatz sind oder nicht.

„Inverted“-Konzepte stellen die traditionelle universitäre Lehre sozusagen auf den Kopf. Anstatt des klassischen Frontalunterrichts, wie er aus der Vorlesung bekannt ist, gibt es im „Inverted Classroom” eine vorangeschaltete Selbstlernphase. „Die Studierenden eignen sich das Basiswissen in Eigenarbeit an, und dieses Wissen wird dann in der Präsenzphase im Austausch mit anderen Studierenden und den Dozierenden trainiert beziehungsweise vertieft. So gewinnt man in der Präsenzphase Freiräume, in denen der Lernstoff vertieft werden kann“, erklärt PD Dr. Susanne Kühl, Gruppenleiterin am Institut für Biochemie und Molekulare Biologie der Universität Ulm. In der von ihr geleiteten Studie hat ihr Team untersucht, wie ein voll digitalisiertes Unterrichtsformat im Vergleich zum „Inverted Classroom“ abschneidet.

Untersucht wurde im Rahmen der medizinischen Promotion von Lena Dahmen ein Biochemie-Seminar für Studierende der Humanmedizin im zweiten Semester. Verglichen wurde das „Inverted Classroom“-Konzept aus dem Sommersemester 2019 mit einer voll digitalisierten Nachfolgeveranstaltung aus dem coronabedingten Online-Semester im Sommer 2020. Bei der Veranstaltung mit dem Titel „Vom Gen zum Protein“ ging es einerseits um die Vermittlung fachlicher Grundlagen aus der Proteinbiochemie, andererseits um die Aneignung von Kommunikationskompetenzen. Die Studierenden müssen dafür grundlegende biochemische Prozesse verstehen lernen und diese mit entsprechenden Krankheiten in Verbindung bringen können. Außerdem trainieren sie unter anderem, wie man wissenschaftliche Diskussionen und Arzt-Angehörigen-Gespräche führt.

Die Lehrmittel, die in beiden Formaten zur Anwendung kamen, sind vielfältig. Dazu gehören Lehrfilme, einführende Buchkapitel, Arbeitsblätter oder Quiz-Aufgaben. Bei der Veranstaltung im Sommersemester 2019 war es möglich, den Lehrstoff an der Universität zu vertiefen und dabei mündliche Prüfungen und ärztliche Gespräche im Präsenzunterricht zu trainieren. Zudem konnten Gruppenarbeiten durchgeführt werden. Ein Jahr später mussten alle Seminarinhalte digitalisiert und das Arzt-Angehörigen-Gespräch im Tele-Format simuliert werden.

Im direkten Vergleich zwischen beiden digitalen Lehrformaten zeigte sich, dass die Studierendenzufriedenheit, die bereits beim ursprünglichen „Inverted Classroom“ sehr hoch war, bei der voll digitalisierten Nachfolgevariante keinesfalls niedriger war. Ermittelt wurde diese über die regulären Fragebögen zur Lehrevaluation der Medizinischen Fakultät, die in den digitalen Semestern um spezifische Fragen zur Online-Lehre erweitert wurden. Was die Dozentin und ihr Team überraschte, waren die Ergebnisse zum Lernerfolg. Dieser war bei der Veranstaltung aus dem Pandemie-Semester sogar noch höher. Bei gleichem Vorwissen schnitten die Teilnehmenden im Sommersemester 2020 in der schriftlichen Prüfung signifikant besser ab.

„Dieses Ergebnis deckt sich mit den Resultaten anderer Studien zur Online-Lehre an Hochschulen, aber auch zum Online-Unterricht an Schulen. Es zeigt, dass digitale Lehrveranstaltungen in der Tat ein guter Ersatz sein können“, so Susanne Kühl. Allerdings dürfe nicht vergessen werden, dass gerade die Präsenzlehre für soziale Kontakte und die Persönlichkeitsentwicklung enorm wichtig seien, merkt die Dozentin an. Dr. Susanne Kühl, die sowohl das Hochschuldidaktikzertifikat Baden-Württemberg, als auch einen „Master of Medical Education“ erfolgreich erworben hat, erhielt 2018 den Universitätslehrpreis der Universität Ulm. Sie wurde mehrfach von der Fachschaft Medizin sowie von der AG Lehrforschung der Medizinischen Fakultät für ihr Engagement und ihre Forschung im Bereich Lehre ausgezeichnet. Empfehlen lassen sich somit gut durchdachte Lehrkonzepte, in denen sich Präsenz- und Digitalformate abwechseln.



Paul Camper - Tessa 2Donaubad Startseite 1Stauferkrone 2026Sparkasse NU

Termine & Kino

weitere Termine
Donaubad Skyscraper - oben_neu
Mar 14

Trauriges Glanzlicht der Woche: Drei Männer dringen in Ulmer Wohnung ein und attackieren einen 36-Jährigen
In einer gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Ulm und der Polizei geben biede bekannt: In...weiterlesen


Mar 21

Frontal gegen einen Baum geprallt und herausgeschleudert - Autofahrer verunglückt tödlich
Ein Autofahrer kam am Donnerstag bei bei Kirchberg an der Iller von der Straße ab und prallte gegen einen...weiterlesen


Mar 14

Auto nimmt`s mit Straßenbahn auf - 30 Fahrgäste kommen mit dem Schrecken davon
Am Dienstag sind ein Auto mit einer Straßenbahn in Ulm zusammengestoßen. weiterlesen


Mar 15

Ein Glanzlicht der Woche: Katrin Albsteiger bleibt Oberbürgermeisterin und startet mit einem klaren Vertrauensvotum in ihre zweite Amtszeit
Das war glatt der Oberhammer: Es gab eine klare Entscheidung im ersten Wahlgang für OB Albsteiger. Sie...weiterlesen


Mar 17

Weitere Baustellen fordern weitere Geduld - das Ulmer Baustellen-Update wird immer vielschichtiger
Die Stadt Ulm steht inmitten von zahlreichen Baustellen. Die „Car-Toffel“ bekommt einen Zusatz....weiterlesen


Mar 23

Noch mehr Sperrungen - das Baustellen Update der Stadt Ulm für die kommende Woche - über Webcams zu sehen
Drei Webcams zeigen die aktuelle Verkehrssituation am Ulmer Ehinger Tor / Bismarckring. Da lässt sich...weiterlesen



Donaubad Skyscraper - oben_neu

 
© ulm-news.de, Nachrichten für Ulm und Umgebung   KONTAKT | FAQ | IMPRESSUM | DATENSCHUTZ | Cookie Einstellungen anpassen nach oben