Ulm News, 19.10.2021 12:18
Rückgang bei Brustkrebs-Neuerkrankungen in Ulm und im Alb- Donau-Kreis
Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen: Jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. Dabei sichert die frühe Diagnose eine sehr hohe Überlebensrate und schafft die Möglichkeit, den Krebs mit schonenderen Behandlungsmöglichkeiten zu besiegen. Die AOK Ulm-Biberach ruft anlässlich des Brustkrebsmonats Oktober zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen auf.
In Deutschland erkranken jährlich etwa 69.700 Frauen und 750 Männer an Brustkrebs, über 18.000 Menschen sterben jedes Jahr daran. Jüngere Frauen sind nur selten betroffen, erst ab dem 40. und besonders ab dem 50. Lebensjahr erhöht sich das Risiko. Im Alb-Donau-Kreis wurde das Mammakarzinom im Jahr 2020 bei 96 AOK-Versicherten neu diagnostiziert – bei 92 Frauen und vier Männern. Im selben Jahr erhielten im Stadtkreis Ulm 46 Frauen die Diagnose „Brustkrebs“. Wie eine Auswertung der AOK Ulm-Biberach zeigt, verringerte sich die Erkrankungsrate im Landkreis von 2016 bis 2020 jedes Jahr um durchschnittlich 3,2 Prozent, im Stadtkreis Ulm um 1,9 Prozent. „Die genauen Ursachen für Brustkrebs lassen sich, wie bei den meisten anderen Krebsarten bislang nicht identifizieren“, sagt Dr. Gudula Kirtschig, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „Bekannt sind jedoch einige Risikofaktoren, die zur Entstehung beitragen können. Dazu zählen unter anderem das Lebensalter der Frau, die hormonelle Situation, Übergewicht, genetische Veranlagung, Bewegungsmangel, Alkoholkonsum und das Rauchen.“ Auch bei Brustkrebs gilt: Je früher er entdeckt wird, desto besser kann er behandelt werden und umso größer ist die Chance auf Heilung. Deshalb sollten Frauen regelmäßig einmal im Monat ihre Brüste sowie die Lymphknoten in den Achselhöhlen, am Brust- und am Schlüsselbein selbst abtasten und auf Veränderungen achten. „Diese Selbstuntersuchung trägt dazu bei, den eigenen Körper besser kennenzulernen und ein Gespür für normale oder zyklusabhängige Veränderungen zu bekommen“, so die Ärztin. Auch die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen bei Frauenärzten leisten einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung. „Frauen ab 30 Jahren haben Anspruch auf eine jährliche Untersuchung beim Frauenarzt“, sagt Dr. Sabine Schwenk, Geschäftsführerin der AOK Ulm-Biberach. „Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren erhalten alle zwei Jahre eine Einladung zur Mammografie-Untersuchung in einer zertifizierten Einrichtung. Eine Mammografie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust.“ Die Behandlungsmöglichkeiten bei Brustkrebs sind vielfältig und richten sich unter anderem nach Größe und Ausbreitung des Tumors, seinen feingeweblichen und genetischen Eigenschaften sowie der individuellen Situation der Patientin. „Ergänzend zur Operation stehen als mögliche Behandlungsschritte Hormontherapie, Chemotherapie, zielgerichtete Medikamente und je nach Situation auch Bestrahlungen zur Verfügung“, sagt Dr. Kirtschig. „Bei der Diagnose Brustkrebs sollte man sich über Vor- und Nachteile der zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten umfassend informieren. Dabei sind die Aspekte Wirksamkeit, mögliche Belastungen durch die Behandlung sowie potenzielle kurz- und langfristige Folgen von besonderer Bedeutung. Zertifizierte Brustzentren können diese Beratung und die Behandlungsplanung besonders gut leisten. Bei Unsicherheit kann es sinnvoll sein, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen.“ Eine Brustkrebserkrankung stellt einen schwerwiegenden Einschnitt im Leben dar. „Daher legen wir besonderen Wert auf eine umfassende persönliche Betreuung – zum Beispiel mit dem Programm AOK-Curaplan Brustkrebs“, sagt die AOK-Chefin. Auf Wunsch stehen den Patientinnen bei der AOK Ulm-Biberach spezielle Beraterinnen zur Seite, die sie in dieser schwierigen Lebenssituation professionell und individuell unterstüt zen. Informationen zum strukturierten Behandlungsprogramm AOK-Curaplan Brustkrebs: https://www.aok.de/pk/bw/inhalt/curaplan-brustkrebs-8/.





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