Ulm News, 17.12.2020 10:42
700 Tote nach Bombenangriff am 17. Dezember 1944 - Gedenkgottesdienst im Ulmer Münster
Am 17. Dezember 1944 wurden große Teile von Ulm durch einen schweren Bombenangriff zerstört. Damals fanden mehr als 700 Menschen den Tod und wurde die Altstadt dem Erdboden gleichgemacht. An die vielen Toten und an den verheerenden Angriff wird am Donnerstag mit einem Gedenkgottesdienst im Ulmer Münster erinnert.
Alljährlich erinnert Ulm an den 17. Dezember 1944. An diesem Tag, damals der dritte Adventssonntag, wurde Ulm bombardiert. Diese schwerste Bombardierung der Stadt im Laufe des Zweiten Weltkriegs legte über 80 Prozent der Altstadt in Schutt und Asche. Mehr als 700 Kinder, Frauen und Männer verloren ihr Leben.
Was geschah am 17. Dezember 1944?
Nachdem im Verlauf des Jahres 1944 zunehmend kleinere Großstädte ohne Schwerpunktindustrie zum Ziel alliierter Bomber geworden waren, verdichteten sich spätestens seit dem am 4. Dezember stattgefundenen Luftangriff auf Heilbronn die Hinweise, dass eine massive Bombardierung Ulms unmittelbar bevorstehen dürfte.
Am Abend des 17. Dezember 1944 war es schließlich so weit: Zwischen 19.23 und 19.50 Uhr erfolgte ein in drei Wellen geflogener Luftangriff von über 300 englischen Bombern auf die Stadt, bei dem ca. 600 (englische) Tonnen Spreng- und ca. 700 Tonnen Brandbomben abgeworfen wurden. Die Wirkung der Bombardierung war verheerend: Überall in der Altstadt loderten Brände, die sich in den folgenden Stunden zu einem Feuersturm vereinigten, der noch lange bis in die Nacht hinein tobte. 707 Ulmerinnen und Ulmer kamen bei der Bombardierung oder dem anschließenden Flächenbrand ums Leben und 613 wurden verwundet. Der Großteil der Innenstadt, darunter Rathaus, Landratsamt, Polizeidirektion, Wohlfahrtsamt, Justizgebäude und IHK, wurde total oder schwer zerstört und über 4/5 des Bestands an Wohngebäuden beschädigt. Von Februar bis April 1945 erfolgten weitere, teils sehr schwere Luftangriffe auf Ulm, die insbesondere in der Ost- und Weststadt sowie bei den Einrichtungen der Reichsbahn umfangreiche Zerstörungen anrichteten und denen mehrere hundert Personen zum Opfer fielen. Insgesamt kamen während des Zweiten Weltkriegs 1.710 Ulmerinnen und Ulmer durch Luftangriffe ums Leben.
Glocken läuten in Ulm um 19.15 Uhr
Am Donnerstag, 17. Dezember 2020, findet zum Gedenken an dieses tragische Ereignis ein ökumenischer Gottesdienst im Ulmer Münster statt. Der Gottesdienst mit Dekan Ulrich Kloos und Dekan Ernst-Wilhelm Gohl beginnt um 19:00 Uhr. Außerdem werden um 19:15 Uhr die Glocken aller Ulmer Kirchen für einige Minuten läuten.







Highlight
Weitere Topevents




Langeweile im Sommer: Ideen und Inspirationen für einen unterhaltsamen Zeitvertreib
Der Sommer ist die schönste Zeit des Jahres. Doch für viele Menschen bedeutet der Sommer auch Langeweile...weiterlesen

Prügelei vor einer Unterkunft - Großaufgebot an Rettungswagen und Polizei
Polizisten mussten bei einer Prügelei am Mittwochabend in Blaustein rund 20 Beteiligte voneinander...weiterlesen

Forderung der Woche: CDU fordert dringend Probebetrieb für Ulmer Nachtwache an Samstagabenden - "Dringlichkeit könnte nicht größer sein"
"Wir stehen an einem Punkt, an dem wir nicht länger warten können. das Sicherheitsgefühl in der Ulmer...weiterlesen

Ein kommendes Glanzlicht: Nachtclub Aquarium Ulm – wo sich Freddie Mercury, Nina Hagen oder Udo Jürgens die Klinke in die Hand gaben
Nun also noch ein Dokumentarfilm zum Buch oder zum Bühnenstück über den legendären Nachtclub in der...weiterlesen

Sechs Autos in Senden beschädigt
Am Sonntagmittag gegen 13 Uhr kam es in der Bahnhofstraße in Senden zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein...weiterlesen

Mann aus Donau geborgen - spektakulärer Großeinsatz der Rettungskräfte - nun steht fest, dass er verstorben ist
Ein 24-jähriger Mann ist am Donnerstagnachmittag am Jahnufer in Neu-Ulm in der Donau in Not geraten....weiterlesen

Großeinsatz der Polizei löst unangemeldete rechte Veranstaltung auf
Der Polizeiinspektion Illertissen wurde mitgeteilt, dass am Abend des 15.08.2025 eine Veranstaltung zweier...weiterlesen

Das wird betimmt kein Glanzlicht der Woche: Ulm wird von der Deutschen Bahn abgehängt - OB Ansbacher ist dagegen
Oberbürgermeister Martin Ansbacher fordert die Verschiebung der Baumaßnahmen am elektronischen Stellwerk...weiterlesen