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Ulm News, 26.08.2020 11:48

26. August 2020 von Ralf Grimminger
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60 000 Fans bejubeln Frank Zappa, Genesis, Ten Years Later, Joan Baez und Scorpions beim Summertime-Festival in Ulm


Am 26. August 1978 fand in der Ulmer Friedrichsau das Summertime-Festival mit Frank Zappa, Brand X, Joan Baez, Alvin Lee's Ten Years Later, John McLaughlin und Genesis sowie der damals unbekannten Newcomer-Hardrockgruppe Scorpions. Veranstalter waren der deutsche Konzert-Guru Fritz Rau und vor Ort Georg "Smoke" Vucic und der damals 20-jährige Carlheinz Gern. Es war mit 60 000 Besuchern das bis dahin größte Festival in Deutschland.  

Das "Summertime"-Open-Air in der Ulmer Friedrichsau am 26. August 1978 war das erste richtige Rock-und Pop-Festival in Ulm. Es war seinerzeit aber auch das größte Rockfestival in der Deutschland und erregte auch wegen des prominenten Line Ups bundesweit für Aufsehen. Das Magazin Stern widmete dem Popereignis danach Bilderseiten und eher kritische Berichte. Schließlich gab es organisatorisches Chaos, heftiges Gedränge und vieol zu wenige Müllsäcke auf der zu kleinen Festivalwiese in der Friedrichsau, die zwei Jahre später im Rahmen der Landesgartenschau vollkommen umgebaut und neu gestaltet wurde. Unter der Enge und den vielen Festivalbesuchern litt natürlich auch die Atmosphäre.
Der Grund für das Chaos: Statt der erwarteten 20 000 Musikfans drängten sich 60 000 auf der Wiese, um Genesis, Frank Zappa, Joan Baez, Ten Years Later, John McLaughlin, Brand X und die Scorpions zu hören. Es gab auch einen organisatorischen Fehler: Der Eingang war in der Nähe der Bühne, was die Enge auf dem Platz noch verschärfte. Der große Konzertveranstalter Fritz Rau lief in Ulm auf Hochtouren. Der sympathische Hesse, später erhielt er den Spitznamen "Ayatolla Choleri", wirbelte auf und hinter der Bühne, nahm im Hagel der Dosen, die empörte Fans auf die Bühne warfen, Joan Baez in Schutz und versuchte, in seinem etwas jammerigen Badisch-Hessisch die Fans zu beruhigen. Joan Baez wollte weiter singen, die Fans wollten das auch, aber der Zeitplan ließ es nicht zu. Rau brachte die Protestsängerin von der Bühne. Die Folksängerin hatte es aber geschafft, allein mit ihrer Gitarre und ihrer Stimme in einem hochkarätigen Rockprogramm die Zuhörer zu fesseln. Der Auftritt der Ikone innerhalb dieser Rockshow war auch für Rau ein Experiment gewesen. Es war gelungen.  
Richtig aktiv ging Fritz Rau gegen Musikfans vor, die vom Neu-Ulmer Donauufer aus, durch die Donau zum Festivalgelände schwimmen und das Musikereignis kostenlos konsumieren wollten. Joan Baez hatte ihren Song "we shall overcome" den Fans am bayerischen Donauufer gewidmet. Diese nahmen das allzu wörtlich und sprangen in die Donau. Deutschlands größter Konzertveranstalter setzte sich darauf ins Boot der Wasserwacht und wies die ungebetenen Besucher lautstark und wortgewaltig wieder zurück ans andere Donauufer. Fritz Rau erinnerte sich an das damals größte Rockfestival später immer gern und auch sehr selbstkritisch zurück - meist fiel ihm eine neue Anekdote ein, etwa dass der Bürgerschreck Frank Zappa nach seinem Auftritt in der Friedrichsau etwas außerhalb wohnte. Zappa und seine Band Mothers of Invention nächtigten in Langenau im Hotel Weisses Ross. Fritz Rau und sein damaliger Ulmer Kompagnon, der 20-jährige Carlheinz Gern, bescherten Ulm ein unvergessliches und schon nach kurzer Zeit legendäres Open Air Festival. Wegen des damals unglaublichen Staraufgebots, das in der Provinz auf der Bühne stand, aber auch wegen der chaotischen Zustände auf dem Gelände und in Ulm - verursacht durch 60 000 Musikfans.



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