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Ulm News, 20.04.2011 16:40

20. April 2011 von Thomas Kießling
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Polizei und Stadt überprüfen Bauruine


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Fotograf: Martina Dach

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 Eine teilweise einsturzgefährdete Bauruine an der Illerstraße hat die Ulmer Polizei am Mittwochmorgen in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Ulm überprüft. In der Vergangenheit hatten Unberechtigte wiederholt das umzäunte Gelände des ehemaligen Bewährungsheims rechtswidrig betreten und sich dort aufgehalten.

 Dabei setzten sich diese Menschen großen Gefahren aus. Wegen fehlender Fenster, Geländer und Sicherungen besteht an vielen Öffnungen des Baukörpers nicht nur im Dunkeln die Gefahr, in die Tiefe zu stürzen. Zudem ist ein Teil des Dachstuhls eingestürzt. Besonders bei starkem Wind könnten Teile des Daches auf die nahe Bahnstrecke geraten, die Folgen wären nicht abzuschätzen. Die Stadt Ulm als Ordnungsbehörde hat dem privaten Eigentümer nun die Nutzung des Objekts als Unterkunft für Personen untersagt und ihm Maßnahmen zur Sicherung sowie den Abriss gefährdeter Bauteile auferlegt.
Mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei überprüften am Mittwochmorgen starke Kräfte der Polizei und Vertreter der Stadt Ulm als Ortspolizeibehörde das Areal. Die Bundespolizei sicherte derweil die nahen Bahngleise, damit dort niemand in Gefahr kommt. Die Beamten stellten die Personalien von insgesamt 20 Männern, 16 Frauen und fünf Kindern fest, die sich zu Unrecht auf dem Gelände und in den Gebäuden aufhielten.
Nachdem der Eigentümer Strafantrag gestellt hat, erwarten sie Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs. Nach der Kontrolle erhielten alle Betroffenen Platzverweise. In dem Rohbau, der natürlich keinerlei sanitäre Einrichtungen aufweist, herrschten extrem schlechte hygienische Bedingungen. Die Polizei achtete auch darauf, ob unter den Angetroffenen Bettler sind, die in letzter Zeit in Ulm und im Alb-Donau-Kreis vermehrt aufgetreten sind. Mehrere sogenannte Bettelkarten stellten die Ermittler sicher.
Damit werden Notlagen vorgetäuscht, um das Mitleid und die Spendenbereitschaft der Mitmenschen zu wecken. Die Fahnder suchten nach Hinweisen auf organisiert und gewerblich agierende Hintermänner, um diese gegebenenfalls wegen Betrugs zur Verantwortung ziehen zu können.
Denn nach Erfahrung der Ermittler beanspruchen die Organisatoren den Löwenanteil des illegal erbettelten Geldes, während den eigentlichen Bettlern davon nur wenig bleibt. Augenmerk richtete die Polizei auch auf mögliche Tatwerkzeuge für Straftaten oder andere Beweismittel. In der Vergangenheit verzeichnete die Polizeidirektion Ulm in ihrem Zuständigkeitsbereich vermehrt Einbrüche, bei denen außer Geld auch gebrauchte Alltagsgegenstände von eher geringem Wert gestohlen wurden. Die Beamten stellten mehrere Autoradios und Mobiletelefone sicher, deren Herkunft noch überprüft werden muss.



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