Ulm News, 21.02.2020 12:47
American Football: Spartans intensivieren Jugendarbeit
„Sie können Sport und ein tolles Gemeinschaftserlebnis erwarten, und: Die Spartans vermitteln dabei Werte wie Disziplin, Teamgeist, Selbstbewusstsein und gegenseitigen Respekt.“ Mit diesem Angebot wenden sich die Neu-Ulm Spartans, die Footballer im TSV 1880 Neu-Ulm, seit Neuestem an die 26 Gymnasien, Mittel- und Realschulen in Ulm und Neu-Ulm. Und das kommt an.
„Wir waren zuletzt in der Christoph-Probst-Realschule in Neu-Ulm, in der Albert-Einstein-Realschule in Wiblingen sowie in der Inge-Aicher-Scholl-Realschule in Pfuhl“, berichtet Spartans-Headcoach Daniel Koch. Wie gut das ankam, lässt sich aus dem Bericht der Pfuhler auf deren Homepage herauslesen.
Vorrangig wollen die Footballer die Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 13 und 17 in den 7. bis 10. Klassen erreichen, können aber auch für jüngere und ältere Schüler attraktive Angebote machen – und über das rein Sportliche hinaus die Möglichkeit eröffnen, spielerisch ihr Englisch zu verbessern, weil ein Teil der Trainer in dieser Sprache zu Hause ist. Die bisherigen Kooperationen sahen so aus: Die Spartans übernehmen eine Doppelstunde Schulsport und üben dabei in erster Linie alles ein, was theoretisch und praktisch zum (kontaktlosen) Flag-Football gehört, und vermitteln „nebenbei“, Teamgeist, Disziplin und Mut ausmachen und dem einzelnen bringen.
Flag-Football wird in gemischten Mannschaften von jeweils fünf Akteuren (m / w) gespielt. Der Ball darf geworfen oder getragen werden, Körperkontakt ist verboten. Der Ballträger wird gestoppt, indem ein Verteidiger ihm eine Fahne (=Flag) vom Gürtel zieht, mit dem jeder Spieler ausgestattet ist. Die benötigten Fang- und Wurftechniken sind ebenso wie die einfachen Spielregeln schnell erlernt. Football ganz allgemein, auch Flag-Football bietet vor allem auch für die sonst oft benachteiligten übergewichtigen Jugendlichen eine gute Chance mitzuhalten.
Solche Schnupperkurse in Doppelstunden sind für die Schulen einfach und unkompliziert zu realisieren. Allerdings sind nach Absprache auch größere (mehrtägige) Projekte oder langfristige Schul-AGs denkbar. Ebenso ist eine Lehrerfortbildung möglich, um Flag-Football als Aufwärmspiel fest in den Schulalltag aufzunehmen. „Mittelfristig“, schwebt den Spartans-Verantwortlichen vor, „könnte aus dem Ganzen ein Turnier aller beteiligten Schulen und ihrer engagierten Sportlehrer entstehen, welches wir Spartans als eine Art Jugend-Meisterschaft der Zweilandstadt ausrichten.“
Das zunächst eigennützig erscheinende Ziel der Spartans: Nach und nach in Kontakt mit möglichst vielen Schulen zu kommen und über die Kooperationen den Trendsport American Football noch mehr bekannt zu machen, neue Fans für die Meisterschafts-Spiele zu gewinnen und vor allem ein großes, erfolgreiches Jugendprogramm aufzubauen. Angesichts der insgesamt ca. 12.500 Schüler in den Jahrgangsstufen der eingangs genannten Schulformen kein zu ehrgeiziges Ziel.
Die Spartans wollen aber durchaus auch Vorteile für die Kooperationspartner hervorgehoben wissen: „Die Schulen gewinnen Abwechslung im Schulsport, bieten den Schülern den Zugang zu einem tollen Sport und: Kontakt mit positiven, sportlichen Vorbildern für ihre Jugendlichen“, so Coach Randall Schroeder, der seit dem Herbst des letzten Jahres in Neu-Ulm wohnt und als Quarterback und Offensivtrainer für die Spartans arbeitet. Er knüpft damit an die Verpflichtung der Spartans zur sportlichen Lebensführung und das Ideal des guten Mannschaftsgeistes in den international besetzten Teams an, in denen Toleranz und Miteinander großgeschrieben werden.




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