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Ulm News, 07.02.2020 19:57

7. Februar 2020 von Ralf Grimminger
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Iveco entwickelt Elektro- und Brennstoffzellen-Lastwagen in Ulm


Das europäische Joint Venture von IVECO und FPT Industrial - der Nutzfahrzeugmarke und dem Antriebspezialisten von CNH Industrial N.V. (NYSE: CNHI/ MI:CNHI) -  und Nikola Corporation hat jetzt bekanntgegeben, den Nikola TRE in der IVECO-Fertigungsstätte in Ulm bauen zu lassen. Der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch begrüßte die Entscheidung und sagte: "Das ist ein starkes Signal".  

Das europäische Joint Venture von IVECO und FPT Industrial - der Nutzfahrzeugmarke und dem Antriebspezialisten von CNH Industrial N.V. (NYSE: CNHI/ MI:CNHI) - und Nikola Motor Company werden den Nikola TRE in der IVECO-Fertigungsstätte in Ulm bauen. Das teilte Iveco am Donnerstag mit.
Im Rahmen dieser strategischen und exklusiven Partnerschaft im Bereich der Schwerlastlastkraftwagen hat CNH Industrial als Hauptinvestor der Serie D 250 Millionen Dollar in Nikola investiert. Der Ankündigung der Partnerschaft auf dem CNH Industrial Capital Markets Day im September 2019 folgte bereits im Dezember die Vorstellung des Nikola TRE, eines batterieelektrischen Schwerlast-Lkws (BEV), der den ersten Schritt zum brennstoffzellenbetriebenen Elektrofahrzeug (FCEV) darstellt. Ulm ist heute das Kompetenz-Zentrum für die Konstruktion und das Design von Fahrgestellen für IVECO. Der Standort kann auf eine lange Geschichte von Innovationen und Branchenneuheiten zurückblicken und steht seit mehr als einem Jahrhundert für Spitzenleistungen im Schwerlastwagenbau. Der Standort liegt im Herzen von Baden-Württemberg, das sich durch seine gut ausgebildeten Arbeitskräfte und zahlreiche Forschungsinstitute zu einer führenden Drehscheibe für die Brennstoffzellenmobilität entwickelt. Das Land hat frühzeitig schon erhebliche Investitionen in Forschungs- und Entwicklungsprojekte in der Region getätigt und beheimatet zudem eine starke Automobilindustrie sowie strategische Projektpartnerschaften, so dass der Standort Ulm bereits heute von der Nähe zu wichtigen Zulieferern profitiert. Darüber hinaus hat die Bundesregierung kürzlich den Entwurf der Nationalen Wasserstoffstrategie auf den Weg gebracht, um die Pionierarbeit von Unternehmen im Bereich Wasserstofftechnologie zu fördern. Darin kündigt sie an, zwei Milliarden Euro zur Finanzierung eines Wasserstoff-Innovationsprogramms sowie zum Aufbau der notwendigen Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. "Unser europäisches Joint-Venture mit NIKOLA und die heutige Ankündigung sind ein klarer Beweis dafür, dass der emissionsfreie Fernverkehr kommt und konkrete Umweltvorteile für Europas Langstreckentransporteure und seine Bürger mit sich bringt", sagte Hubertus Mühlhäuser, Chief Executive Officer, CNH Industrial. "Die Entscheidung für den Bau des Nikola TRE in Ulm - einem Kompetenzzentrum für die Entwicklung von Schwerlast-Lkws - unterstreicht die strategische Lage des Standorts im Herzen des deutschen Brennstoffzellen-Technologie-Clusters.“ In der ersten Phase des Projekts wird das Joint Venture 40 Millionen Euro investieren, um die Produktionsanlagen zu modernisieren, um sich dann auf die Endmontage des Fahrzeugs dort zu konzentrieren. Der Produktionsstart wird für das erste Quartal 2021 erwartet, die Auslieferung des Nikola TRE beginnt im selben Jahr. "Der Nikola TRE ist der modernste schwere LKW der Welt und wird den Standard für emissionsfreie Fahrzeuge heute und in Zukunft setzen", sagte Trevor Milton, Chief Executive Officer von Nikola Motors. " Die Entscheidung, den TRE in Ulm in Serie zu produzieren, ist ein gutes Beispiel dafür, wie Arbeitsplätze geschaffen, Innovationen gefördert und neuen Null-Emissions-Zulieferern Sicherheit gegeben werden kann. Die Welt ist bereit für den emissionsfreien Güterverkehr. Das Joint Venture zwischen Nikola und IVECO wird das erste sein, das liefert. Ich freue mich darauf, die ersten Fahrzeuge vom Band laufen zu sehen.“ Die ersten Modelle, die in die Produktion gehen werden, sind die batterieelektrischen 4x2- und 6x2-Fahrzeuge mit modularen und skalierbaren Batterien mit einer Kapazität von bis zu 720 kWh. Der elektrische A ntrieb verfügt über maximal 480 kW Dauerleistung. Das Ulmer Werk wird von den spanischen IVECO-Fertigungsstandorten Valladolid und Madrid mit Modulen beliefert, was einen schnellen Produktionshochlauf ermöglicht, um die erwartete Kundennachfrage zu decken. Elektrische Versionen mit Brennstoffzellen, die auf derselben Plattform gebaut werden, werden 2021 im Rahmen des von der Europäischen Union unterstützten H2-Haul-Programms getestet. Die Markteinführung ist für 2023 geplant. Der Nikola TRE, der gerade entwickelt wird, basiert auf der neuen IVECO S-WAY-Plattform und integriert Nikolas Antriebs-Technologie, Steuerungen und Infotainment. Die Tests werden voraussichtlich ab Mitte 2020 stattfinden, erste Prototypen sollen auf der IAA 2020 im September gezeigt werden. "Dank unseres Goldstandard-World-Class-Manufacturing-Standortes in Madrid, wo der IVECO S-Way produziert wird, sind wir in der Lage, die Endmontage, die Antriebs-Integration und die High-End-Ausführungen des Nikola TRE zu beschleunigen, so dass eine zeitige Markteinführung für 2021 möglich ist ", sagte Gerrit Marx, President Commercial and Speciality Vehicles, CNH Industrial. Das Joint Venture ist Teil einer größeren Partnerschaft mit Nikola mit dem Ziel, die Emissionsneutralität von Schwerlastwagen in Nordamerika (Klasse 8) und Europa durch die Einführung der Brennstoffzellentechnologie zu beschleunigen. Der Hauptfokus der Zusammenarbeit liegt auf der Nutzung der jeweiligen Fachkenntnisse der Partner, um emissionsfreie Schwerlastwagen erfolgreich auf den Markt zu bringen und die Industrie mit einem völlig neuen Geschäftsmodell zu revolutionieren.

OB Czisch: Ein starkes Signal

 "Die Entscheidung bedeutet eine großartige Zukunftsperspektive für das Iveco-Werk im Donautal. Dort bleiben wertvolle Industriearbeitsplätze erhalten und neue entstehen. Die Entscheidung ist zudem ein klares Bekenntnis der Investoren zum Standort Ulm, zum Automobil-Land Baden-Württemberg  und zum Netzwerk von Unternehmen und Wissenschaft hier in der Region. Ein starkes Signal!", sagte der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch. Diese Entscheidung komme den  Bestrebungen, den Forschungs- und Produktionsstandort Ulm zu einer führenden Drehscheibe für die Brennstoffzellenmobilität zu entwickeln, entgegen", so Czisch weiter.  Die Entscheidung für den Bau des Nikola TRE in Ulm - einem Kompetenzzentrum für die Entwicklung von Schwerlast-LKWs - unterstreiche außerdem die strategische Lage des Standorts im Herzen des deutschen Brennstoffzellen-Technologie-Clusters. Lastwagen seien heute für einen Großteil der Emissionen aus dem Verkehr verantwortlich. Wenn es gelingt, die Flotte auf wasserstoffbasierte Antriebe umzustellen, wäre das zudem ein echter Beitrag zum Klimaschutz - made in Ulm, bedtonte der Ulmer Rathauschef. 
 Das Konsortium hat einen ambitionierten Zeitplan vorgelegt: 2021 will man in Serie gehen. "Nach allem, was wir bisher gesehen haben, wird dies auch gelingen. Iveco und Nikola sind Schrittmacher des Fortschritts - und damit vielen Großen der Branche einen großen Schritt voraus", so Czisch. Von den deutschen Herstellern wünsche er sich denselben Mut, die Entschlossenheit und die Schnelligkeit, Zukunftstechnologien in die Serienproduktion zu bringen - und zwar an deutschen Produktionsstandorten.
 "Dass wir die Investoren überzeugen konnten, hier in Ulm entwickeln und bauen zu lassen, ist das Ergebnis eines wirklich guten, engen Zusammenspiels vieler Akteure: Firmenleitung, Betriebsrat und Rathaus haben am selben Strang gezogen -  im Schulterschluss mit der Landesregierung und dem Bund. Die Gespräche, Abstimmungen und das "Networking" im Hintergrund zahlen sich nun aus", freute sich Gunter Czisch. Die Entscheidung beweise zudem: "Die Idee der Wissenschaftsstadt trägt Früchte!"
"Die vielen Bemühungen und Investitionen Ulm als "Wissenschaftsstadt" zu etablieren, erweisen sich erneut als richtig. Ich freue mich über die Standortentscheidung von IVECO,  mit dem neuen NIKOLA TRE emissionsfreie Fahrzeuge mit Brennstoffzellentechnologie (FCEV) in Ulm fertigen zu lassen. Alleine in der ersten Phase der Produktion sollen 200 neue Arbeitsplätze entstehen, neben der Produktentwicklung werden auch Beschäftige in der Montage benötigt. Ulm ist anderen Standorten gegenüber mit seinen gut ausgebildeten Fachkräften im Vorteil", kommentierte der Ulmer FDP-Bundestagsabgeordnete Alexander Kulitz. Die Entscheidung, Fahrzeuge mit Brennstoffzelltechnologie nach wie vor in Deutschland zu fertigen, zeige die Wichtigkeit eines technologieoffenen Ansatzes. Politische Vorzugsbehandlung oder Überregulierung bestimmter Technologien dürften  in Deutschland und Baden-Württemberg nicht akzeptiert werden, so Kulitz. 
"Es freut uns außerordentlich, dass der Einsatz des OB, des ganzen Gemeinderats und der Landesregierung erfolgreich gewesen ist. Ulm wird zum Herzen der Verkehrswende, die an dem kommenden Jahr für Arbeitsplätze sorgt. Mit Grünen-Ideen schwarze Zahlen schreiben - das macht Ulm künftig vor", teilte der Michael Joukov -Schewlling im Namen der Ulmer Grünen mit. 



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