Ulm News, 19.05.2019 10:17
ratiopharm ulm verliert erstes Playoff-Spiel: Deutliche 107:78-Niederlage in Berlin
ratiopharm ulm hatte im ersten Playoff-Spiel gegen ALBA Berlin keine Chance. Die Ulmer Basketballer gingen an der Spree mit 107:78 (29:16; 31:27; 22:22; 25:13) unter. Kanckpunkt war ein schlechtes Startviertel, in dem die Ulmer Verteidgungsstrategie mit Ganzfeldpressing und Doppeln der Berliner Angreifer nicht griff und von den Hausherren mit 29 Punkten bestraft wurde. ALBA Berlin hatte nach der ersten Hälfte bereits 60 Punkte erzielt und vier Minuten vor Ende die 100-Punkte-Marke erreicht. Das zweite Playoff-Spiel findet am Dienstag, 19 Uhr, in der ratiopharm arena statt. „Ein vollkommen verdienter Sieg für ALBA, das die richtige Einstellung gezeigt hat und ab der ersten Minute mit der nötigen Playoff-Härte aufgetreten ist. Uns ist das leider nicht gelungen. Wir waren zu behäbig. Im Angriff haben wir es gar nicht so schlecht gemacht, aber in unserer Rückwärtsbewegung waren wir zu langsam", analysierte der Ulmer Trainer Thorsten Leibenath die Klatsche.
ratiopharm ulm startete mit einer deutlichen Niederlage in die Playoffs. Bereits nach 30 Minuten hatten sich die Hauptstädter deutlich in Front gebracht und den Gästen keine Chance mehr gelassen, das Spiel noch zu drehen. Wenngleich der Rückstand letztlich 29 Punkte betrug, blickt Ismet Akpinar schon jetzt auf Spiel zwei der Serie. „Es ist egal, ob du mit einem oder mit 30 verlierst. Am Dienstag versuchen wir, die Serie auszugleichen“, so der 23-Jährige, der mit 13 Punkten Ulmer Topscorer war. Hatte ratiopharm ulm beim letzten Duell mit ALBA Berlin Probleme im letzten Viertel, so wurden die Gäste im ersten Spiel der „best of five“-Serie gleich zu Beginn der Partie unter Druck gesetzt. Mit ihren berüchtigten Schnellangriffen brachte ALBA ratiopharm ulm in die Bredouille und erspielte sich so eine 13-Punkte-Führung, die nie mehr in Gefahr geriet. „ALBA hat von Beginn an die richtige Einstellung gezeigt und ist ab der ersten Minute mit der nötigen Playoff-Härte aufgetreten. Uns ist das leider nicht gelungen“, sagt Head Coach Thorsten Leibenath.
„Wir müssen von Beginn an bereit sein und das Tempo kontrollieren“, gibt Akpinar die Marschroute für Spiel zwei vor und spricht damit die Defizite der ersten Partie an. Mit nur fünf Steals blieben die Ulmer unter ihrem Saisonschnitt, wie auch die 13 Berliner Ballverluste weniger sind, als ratiopharm ulm seinen Gegner im Schnitt aufzwingt. Dass der kurzfristige Ausfall von Peyton Siva, der sich im Abschlusstraining eine Bänderverletzung zugezogen hatte, nicht weiter ins Gewicht fiel, hatte mit Derrick Walton zu tun: Der erst während der Saison nachverpflichtete Amerikaner lieferte mit 12 Assists eine persönliche Bestleistung.
Schon der Ulmer Start in die Partie war nicht optimal. Zunächst verpasste Green einen sichergeglaubten Steal, dann rutschte Fotu der Ball beim Layup aus der Hand und als Walton den dritten Berliner Dreier versenkte, war der Rückstand auf neun Punkte angewachsen (13:4, 4. Min). Die Transition-Defense, also das Umschalten von Angriff auf Verteidigung, klappte zu Beginn noch nicht. Und der Rückstand wurde sogar noch größer – auch weil das Ulmer Doppeln in der Verteidigung zunächst nur zu zwei Berliner Ballverlusten führte. Wenngleich die Ulmer offensiv mithalten konnten und auch in der Verteidigung die Berliner oft zu schwierigen Würfen zwangen, trafen die Gastgeber extrem gut: So wie Luke Sikma, der seinen Dreier in der Rückwärtsbewegung zum 40:27 einnetzte. Was auch immer die Ulmer versuchten, die Berliner hatten immer eine Antwort: Ein Dreier von Krämer – Saibou antwortet aus der Distanz; ein Steal mit anschließendem Dunk von Green – Thiemann gelingt im Anschluss ein Drei-Punkte-Spiel. Und als die Gäste sich auf 54:43 herangerobbt hatten, verloren sie für 120 Sekunden den Überblick und kassierten einen 6:0-Lauf zum 60:43-Halbzeitstand.
Nach einem guten Start in Halbzeit zwei, zu dem Radosavljevic fünf Zähler beitrug, kassierte Boggy sein drittes Foul und Evans wenig später sein viertes. Die Ulmer Zone, in der fortan Fotu und Schilling patrouillierten, wurde von Berlin nun zunehmend attackiert. Vor allem Berlins Topscorer Johannes Thiemann (15 Punkte) war häufig nur durch ein Foul zu stoppen. Wenngleich Akpinar, der zur Halbzeit nur einen Punkt erzielt hatte, in Viertel drei mit drei Dreiern heiß lief, wurde der Rückstand einfach nicht kleiner (83:65). Den letzten Funken Hoffnung auf ein Comeback zerstörten die Berliner dann zu Beginn des Schlussviertels mit einem 8:0-Run zum 88:65. Als Tim Schneider
vier Minuten vor dem Ende das 101:73 erzielte, war die Partie endgültig entschieden. „Trotz 17 Punkten Rückstand hätten wir im letzten Viertel nicht aufhören sollen zu kämpfen“, ärgerte sich Leibenath über das Ende der Partie.





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