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Ulm News, 12.12.2018 12:56

12. Dezember 2018 von Ralf Grimminger
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ratiopharm ulm ringt MoraBanc Andorra im EuroCup mit harter Verteidigung mit 88:80 Punkten nieder


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Beschreibung: ratiopharm ulm ringt MoraBanc Andorra im EuroCup mit harter Verteidigung mit 88:80 Punkten nieder

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Fotograf: Ralf Grimminger

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ratiopharm ulm stellte  mit einer tollen Teamleistung das Topteam von MoraBanc Andorra am Dienstagend in der ratiopharm arena mit knallharter Verteidigung und Nervenstärke kalt. Die Ulmer Basketballer gewannen das vorletzte Gruppenspiel im EuroCup mit 88:80 Punkten. Bester Ulmer Werfer war Spielmacher Patrick Miller, der 28 Minuten auf dem Parkett war und 20 Punkte machte und zwei Assists spielte, sich aber auch vier Ballverluste leistete. Zweitbester Ulmer Scorer war Kapitän Per Günther, der die ihm zugeteilte Spielzeit von 12 Minuten optimal zu 12 Punkten, davon drei Dreiern, sowie zwei Assists und zwei Rebounds nutzte.  Auch Jungnationalspieler David Krämer machte 12 wichtige Punkte. Er traf vier Distanzwürfe bei fünf Versuchen.   

„Do or die“ – darüber waren sich in der Kabine von ratiopharm ulm vor dem Spiel alle einig. An dieser Einstellung änderten auch die unübersichtlichen Konstellationen, die in der hart umkämpften Hauptrunden-Gruppe A eine Prognose darüber, wer denn nun die nächste Runde erreich wird, nichts. Und mit dieser Alles-oder-Nichts-Einstellung rangen die Ulmer ein Team nieder, das für Head Coach Thorsten Leibenath „das beste in unserer Gruppe ist“.
Wenngleich nach dem beeindruckenden Erfolg die Qualifikationschancen von ratiopharm ulm noch immer nicht eindeutig vorherzusagen sind, machte der Auftritt der Ulmer Mannschaft nicht nur Lust auf mehr europäischen Basketball, sondern auch Mut, dass ratiopharm ulm sich am letzten Spieltag in Brescia dafür auch qualifizieren wird.
Denn wie die Ulmer MoraBanc Andorra, die in der spanischen Liga Schwergewichte wie Real Madrid und Baskonia schlugen, in der zweiten Halbzeit vor allem defensiv bearbeitete, war beeindruckend. Lediglich 37 Punkte gestatteten sie den Gästen, die im Hinspiel noch mit 103:95 gewannen. Eine Kombination aus Hartnäckigkeit und mentaler Stärke machte in den Schlussminuten, als Andorra auf zwei Punkte herangekommen war (77:75), letztlich den Unterschied.
Danach hatte es zu Beginn der Partie allerdings nicht ausgesehen. Nicht nur, dass die Anzeigetafel nach fünf Minuten eine 5:12-Führung der Gäste anzeigte, ratiopharm ulm hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die Teamfoulgrenze überschritten und mit Isaac Fotu und Dwayne Evans zwei Big Man aus der Starting Five mit jeweils zwei Fouls auf der Bank. Den Ton gaben in dieser Anfangsphase also sowohl physisch, als auch clever spielende Andorraner an. Erst nach einem tollen Block von David Krämer ackerten sich die Ulmer allmählich in die Partie – was auch mit Per Günther zu tun hatte. Der 30-Jährige hatte erst in der achten Minute eingecheckt und mit sechs Punkten in Serie die erste Ulmer Führung markiert (18:17). Vier Zähler in Serie von Max Ugrai bedeuteten dann die 22:19-Führung zur ersten Viertelpause. Und den Schwung der ersten zehn Minuten nahmen die Ulmer zunächst mit.
Zweimal führten sie mit fünf Punkten (26:21 – 31:26), ehe ärgerliche Ballverluste Andorra zurück ins Spiel brachten. Doch als das Spiel den Gastgebern zu endgleiten schien, waren es einmal Krämer mit einem „Just in Time“ Dreier und Javonte Green mit ganz viel Willen, die für Punkte sorgten (36:33). Andorra erhöhte nun aber den Druck in der Verteidigung deutlich und kam so nicht nur zu einfachen Fastbreak-Punkten, sondern zwang ratiopharm ulm auch zu teilweise gravierenden Konzentrationsfehlern.
Mit dem Halbzeitstand von 41:41, den Patrick Miller von der Freiwurflinie erzielte, waren die Gastgeber also gut bedient. Nun schien die Spannung, die dieses für ratiopharm ulm so wichtige Spiel begleitete, förmlich mit Händen zu greifen zu sein. Der Partie, die nun deutlich defensiver geprägte war, drückte jetzt Green seinen Stempel auf: Erst mit vier Punkten in Serie, dann mit einem Steal, den er auf seine Art per Slam-Dunk zum 56:50 abschloss. Einmal angezündet, bauten die Gastgeber den Vorsprung bis auf 61:51 aus (27.), ehe Andorra mit einem 9:1-Run zurückschlug (62:60).
Die Ulmer Antwort: Ein 6:1-Spurt, der den Score zehn Minuten vor dem Ende auf 66:61 stellte. Dann schien kurzzeitig alles cool: Mit fünf raschen Punkten erspielte sich ratiopharm ulm erstmals eine Zehnpunkteführung (71:61). Doch dann flatterten den Gastgebern plötzlich die Nerven: Begünstigt durch einige kurio se Ballverluste legte Andorra einen 7:0-Lauf hin (71:68). Wenngleich Miller sein Team noch einmal auf plus neun in Front brachte (77:68), war das Spiel spätestens ab der 37. Minute reine Nervensache (77:75).
Und das Ulmer Nervenkostüm hielt dem enormen Druck stand: Erst war es ein Dreier, den Krämer mit dem Buzzer-Beater versenkte, dann ein weiterer Dreier von Miller und zum Schluss die Führungsqualität des Ulmer Point Guards, der den vierten Ulmer EuroCup-Sieg ermöglichte.
Mit 20 Punkten (6/11 FG) war Patrick Miller nicht nur ratiopharm ulms Topscorer, Miller war es auch, der sein Team mit seinen „Big Shots“ in der Crunch Time trug. Von der Freiwurflinie (7/9) behielt er ebenso die Nerven, wie seine fünf gezogenen Fouls für seinen Drang zum Korb sprechen.
David Krämer war hingegen der „Sniper“ der Partie. Zwei seiner vier erfolgreichen Dreier verwandelte der 21-Jährige mit Ablauf der Angriffszeit und behielt auch im Schlussviertel die Nerven, als er einen 7:0-Lauf Andorras mit einem Dreier beendete. Patrick Miller: „Wir haben das Spiel heute durch unsere aggressive Defense gewonnen. Aus dem Hinspiel wussten wir noch, welche Spielzüge sie anwenden würden und konnten darauf heute eine gute Antwort finden. Auch wenn wir den Beginn des Spiels etwas verschlafen haben, ist es uns danach gelungen, den Kampf aufzunehmen. Wir werden von Tag zu Tag besser als Team und wachsen immer mehr zusammen. An diese Leistung müssen wir jetzt unbedingt anknüpfen.“ Und sonst? „Unser Schicksal in den eigenen Händen zu haben, ist großartig. Jeder Spieler sollte es lieben, wenn in einer Partie viel auf dem Spiel steht“, hatte Javonte Green schon vor der Partie gegen Andorra auf eurocupbasketball.com gesagt. Das nächste Spiel, bei dem es für ratiopharm ulm um ganz viel geht, findet am kommenden Mittwoch in Brescia statt. Gewinnen die Ulmer auch dort, ist eine Qualifikation für die Top16 sehr wahrscheinlich. Ganz sicher ist sie indes noch nicht, wobei die Ulmer Schicksalsszenarien zum jetzigen Stand noch nicht zu benennen sind.



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