Ulm News, 29.04.2018 23:15
ratiopharm ulm verliert gegen EWE Baskets Oldenburg mit 70:87 (30:44) Punkten - Meisterrunde erstmals seit 2011 ohne Ulm
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Beschreibung: Der enttäuschte Kapitän Per Günther bedankte sich bei den Fans für die große Unterstützung während der Saison.
Fotograf: Ralf Grimminger
Nach der 70:87 (30:44)-Niederlage gegen die EWE Baskets Oldenburg in der ausverkauften ratiopharm arena am Sonntagabend war alles klar: Erstmals seit 2011 qualifizierten sich die Ulmer Basketballer nicht für die Playoff-Runde. Am 1. Mai, 15 Uhr, folgt das letzte Hauptrunden-Spiel der Ulmer gegen ALBA Berlin und schon am Donnerstag verabschiedet sich das Team, das sich offenbar privat gut verstand, auf dem Spielfeld während der kompletten Saison aber nie zueinanderfand, mit einer Autogrammstunde von den Fans in den Urlaub.
Mit einer Minimalchance auf die Playoffs war ratiopharm ulm in sein 33. Saisonspiel gegangen. Ein Sieg war Pflicht bei gleichzeitiger Niederlage von Frankfurt. Die Ulmer unterlagen jedcoch in ihrem letzten Heimspiel den EWE Baskets Oldenburg mit einem gegen Ulm gewohnt starken Rickey Paulding (26 Punkte) mit 70:87 (30:44) Punkten. Fraport Skyliners Frankfurt gewannen gleichzeitig mit 67:65 gegen Jena, sodass Ulm seine Playoff-Hoffnungen auch mit einem Sieg hätte begraben müssen. Obwohl ratiopharm ulm damit erstmals nach sieben Jahren die Meisterrunde verpasste, bejubelten die zum zweiten Mal zur „Greatest Crowd“ ausgezeichneten Ulmer Fans ihre Mannschaft noch ein letztes Mal in dieser Saison. Dafür bedankte sich stellvertretend Kapitän Per Günther: „Selbst, wenn wir mal nicht abliefern und hier am 33. Spieltag einlaufen, drehen 6200 Ulmer durch. Das ist, was bleiben wird und das macht diesen Standort so besonders!“. Der 30-jährige Ulmer Publikumsliebling kündigte eine genaue Anlyse der Saison mit durchaus auch "schmerzhaften Erkenntnisen" an.
Angesichts der doch sehr klaren Tabellenkonstellation kritisierte Ulmer Trainer Thorsten Leibenath das Team nach der Niederlage überraschend hart. Ihn habe nicht gewundert, dass die offenen Würfe, die ratiopharm ulm durchaus hatte, nicht fielen. „Wenn du nicht die Körperspannung hast, dann triffst du auch diese Würfe nicht“, so ein enttäuschter Head Coach bei der Pressekonferenz.
Mit einer Dreierquote von 30 Prozent (8/27) brachten die Ulmer sich um die Möglichkeit, Oldenburg (48 % Dreier) in der umkämpften Schlussphase noch einmal ernsthaft auf die Pelle zu rücken. Wenig überraschend war die Oldenburger Dominanz „in the paint“, wo die Niedersachsen zehn Punkte mehr als Ulm (32/22) erzielten, und wo vor allem Rasid Mahalbasic (5/9 2er) und Rickey Paulding (6/10) regelmäßig trafen.
„Rickey macht es großen Spaß, gegen Ulm große Spiele abzuliefern“, hatte Per Günther im Vorfeld prophezeit. Und genau so kam es: Hatte Paulding mit einer Glanz-Serie (22 Punkte/Spiel) letztes Jahr noch das Ulmer Halbfinal-Aus besiegelt, machte er diesmal die Ulmer Minimalchance auf die Playoffs zunichte – mit 12 Crunchtime-Punkten (insgesamt 26) bzw. seiner zweibesten Saisonleistung. In der Tat: Den Oldenburger Basketballstar kann man wohl mit verbundenen Augen in eine Ulmer Halle stellen, er würde dennoch alles treffen. „Als das Spiel auf der Kippe stand, hat es Rickey Paulding in seine Hände genommen und mit seinen Scoring-Qualitäten für uns entschieden“, sagt EWE-Coach Mladen Drijencic.
Eine gute Leistung in den Reihen der Norddeutschen zeigten der Ex-Ulmer und Abwehrspezialist Karsten Tadda, der in letzten Jahr noch an der Donau spielte, sowie Distanzschütze Philipp Schwethelm und auch Isaiah Philmore. Sie wurden mit viel Beifall von den Ulmer Fans in der Halle begrüßt.
1. Viertel (20:25): Wenngleich Rickey Paulding die ersten Zähler der Partie markieren konnte, gelang den Gastgebern ein stimmungsvoller Auftakt: Auf die frühen Dreier durch Isaac Fotu (5:2, 2.) und Per Günther (8:4, 3.) reagierten die Uuulmer Fans mit ohrenbetäubendem Lärm, den Mladen Drijencic nach dem Ulmer 10:6 (5.) durch Fotu mit einer Auszeit unterbrach. Und diese zeigte ihre Wirkung: Es folgte ein 2:12-Lauf, den Paulding mit zwei Dreiern zum 12:18 (9.) abschloss. Fotu und Tim Ohlbrecht konnten zwar kontern (17:18), doch den längeren Atem hatten zum Viertelende die Baskets, die von der Dreierlinie weiterhin perfekt blieben (4/4) und die 20:25-Führung mit in die Pause nahmen.
2. Viertel (10:19): Doch dann wurden die soeben als beste „Crowd“ ausgezeichneten Ulmer Fans auf eine harte Probe gestellt: Es dauerte ganze fünfeinhalb Minuten, ehe ratiopharm ulm durch David Krämer seine ersten Zähler im zweiten Viertel erzielten konnte. Dagegen nutzten die Donnervögel die Ulmer Schwächephase zum 12:0-Lauf inklusive zwei weiterer Massenat-Dreier (20:37). Erst nachdem Oldenburg sich eine Differenz von 20 Zählern (22:42, 16.) erspielt hatte, schienen die Gastgeber langsam wieder ins Spiel zurückzufinden: Ein Ulmer 6:0-Lauf konnte den Rückstand kurz vor der Halbzeit noch etwas eindampfen (30:44).
3. Viertel (18:20): Doch innerhalb von zwei Minuten hatten die Gäste ebenso per 6:0-Lauf wieder den alten Vorsprung hergestellt (30:50, 22.). ratiopharm ulm wusste sich in dieser Phase nur durch Einzelaktionen zu behelfen und kämpfte sich mühsam auf 36:50 heran. Doch dann startete die Phase der Ex-Ulmer: Erst notierte Philipp Schwethelm 6 Zähler in Folge, dann legte Isaiah Philmore per Dreipunktspiel nach und wieder hatte der Rückstand die 20 Punkte-Differenz überschritten (39:59, 27.).
Mit Dreiern von Akpinar, Reinhardt (nach 0/5) und Babic konnten die aus der Distanz glücklosen Ulmer dann erneut verkürzen (45:61, 29.) und nach einem Ohlbrecht-Tip-in zum 48:64 wieder mit etwas Selbstvertrauen ins Schlussviertel gehen.
4.Viertel (22:23): Und trotz der vielen kraftraubenden Anläufe hatten sich die Ulmer noch nicht aufgegeben: Während nun Oldenburg etwas seinen Spielfluss in der Offensive verlor, nutzten dies die Ulmer zu 10 Punkten, denen die Baskets einzig 4 Mahalbasic-Zähler entgegenzusetzen hatten (58:68, 35.).
Während der österreichische Center wenig später sein fünftes Foul kassierte, erweckten Luke Harangody und Ryan Thompson die ratiopharm arena endgültig wieder zum Leben (63:70, 36.). Doch näher als sieben Zähler kamen die Gastgeber nicht mehr an die EWE Baskets heran – dafür sorgte Rickey Paulding mit 12 Punkten (2 Dreier) binnen der letzten dreieinhalb Minuten zum 70:87-Endstand.
Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm) sagte nach dem Spiel: „In einem Spiel, in dem es darum geht, bis aufs Letzte zu kämpfen, war das eine nicht akzeptable Leistung von meiner Mannschaft. Dafür bin ich mehr als beeindruckt von der Leistung der Fans, wofür ich mich ausdrücklich bedanken möchte. Nur aufgrund der Fans haben wir uns den Ansatz einer Chance erarbeiten können. Insgesamt haben wir zu unsauber gespielt, uns so zu viele Ballverluste erlaubt und zu passiv verteidigt.“
Mladen Drijencic (Head Coach EWE Baskets Oldenburg) freute sich über die Leistung seines Teams: „Hier zu spielen ist für jeden Basketballer eine tolle Atmosphäre. Wir wuss
ten, wie laut die Halle sein kann. Das hat uns motiviert und auch deswegen haben wir über 40 Minuten ein engagiertes und konzentriertes Spiel durchgezogen. Wir kannten die Ulmer Stärken und haben diese in der ersten Halbzeit extrem gut kontrolliert. In der zweiten Halbzeit haben wir dann ein paar mehr Optionen zugelassen und in der Offensive nicht mehr so gut zu Ende gespielt. Aber als das Spiel auf der Kippe stand, hat es Rickey Paulding in seine Hände genommen und mit seinen Scoring-Qualitäten für uns entschieden.“
Hochzeitsantrag in der Arena
Nicht nur einen Treffer hat ein junger Mann bei seiner Freundin gelandet. Er überraschte sie mit einem Heiratsantrag vor 6200 Zuschauern. Ausgewählte Fans dürfen in der Arena bei jeder Begegenung kurz vor Spielende das Endergebnis tippen und auf eine Tafel schreiben, was dann auf den Videowänden in der Halle eingeblendet wird. Statt eines Ergebnisses schrieb er "Marry me" auf die Tafel, ging vor der überraschten Freundin auf die Knie und hatte auch einen Ring dabei. Taktik, Timing, Gameplan, Einsatz. Alles richtig gemacht.
Top-Fans in der Arena
Zum zweiten Mal in Folge wurden die Ulmer Fans zur „Greatest Crowd“ der Liga gekürt! Der Sport-Blog wortathleten.de und der Basketball-Podcast GotNexxt befragten alle Spieler und Trainer der easyCredit BBL (Beteiligung über 40%). Das Ergebnis: 46 Prozent der Stimmen fielen auf die Uuulmer. Als symbolischen Preis erhielten die Ulmer Fanclubs FAN ATTACK ULM und Magic Sparrows einen goldlackierten Korb. Verabschieden können sich die besten Fans der Liga von ihrem Team am kommenden Donnerstag. Ab 18 Uhr stehen die Spieler von ratiopharm ulm im BBU ‘01 Trainingszentrum (Nelsonallee, Neu-Ulm) für Autogrammwünsche und Fotos zur Verfügung.





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