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Ulm News, 23.04.2018 12:24

23. April 2018 von Ralf Grimminger
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Zehntausend Besucher wollen die neue Straßenbahn sehen


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Beschreibung: Zehntausend Besucher wollte am Samstag die neue Straßenbahn sehen

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Fotograf: Thomas Heckmann

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Die zwölf neuen Fahrzeuge vom Typ „Avenio M“ werden Zug um Zug angeliefert und die SWU Verkehr hat dafür am Samstag zum Tag der offenen Tür geladen. Bei strahlendem Sonnenschein sind nach SWU-Angaben rund 10 000 Besucher in den Betriebshof in der Weststadt geströmt, um die neuen Straßenbahnzüge genauer anzuschauen. 
Text/Fotos: Thomas Heckmann

Das gesamte Gelände war zur Leistungsschau der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm umgestaltet, alte und neue Straßenbahnen, Omnibusse und Dienstfahrzeuge wurden gezeigt. An Info-Ständen und in den Werkstätten wurde die gesamte Bandbreite die Stadtwerke gezeigt. In der großen Wagenhalle an der Bauhoferstaße ist morgens noch hinter einem über 30 Meter langen Vorhang der Star des Tages versteckt: Der neue „Avenio M“. Bei seiner Ansprache bezeichnete Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der SWU ist, den Avenio als „Deutschlands schönste Straßenbahn“ und blickte schon in den Dezember „wenn der Schmerz zu Ende geht“, die Baustellen abgeschlossen sind und die Linie 2 mit den neuen Fahrzeugen eröffnet wird. Die Straßenbahnlinie ist für Czisch ein Meilenstein hin zur Elektromobilität und zur sauberen Stadt. Eine schöne Überraschung für die SWU und den Straßenbahnhersteller Siemens brachte Michael Rosenberger in einem schlichten rosaroten Aktendeckel mit. Rosenberger arbeitet bei der Technischen Aufsichtsbehörde im Regierungspräsidium Stuttgart und brachte den „Zulassungsbescheid“ für den Avenio M mit. Diese Urkunde ist die Betriebserlaubnis für den neu entwickelten Straßenbahntyp. Nach einem Countdown des Publikums von zehn bis null drückten Christoph Klaes von Siemens, SWU Verkehr-Chef André Dillmann, OB Gunter Czisch und SWU-Geschäftsführer Klaus Eder gemeinsam auf den großen Knopf, der den riesigen Vorhang fallen ließ: Der Avenio M ist zur Besichtigung freigegeben. Mit viel Gedränge ging es in die Straßenbahn hinein, Erinnerungsfotos wurden geschossen, probegesessen und viel gefachsimpelt. Auch viele Straßenbahn-Enthusiasten aus Süddeutschland und der Schweiz waren nach Ulm gekommen, um ihre ersten Bilder zu machen. Am Rande, mit einem Strahlen im Gesicht, betrachtete Jürgen Späth das riesige Interesse an der Straßenbahn. Für den 47-jährigen Gruppenleiter Schienenfahrzeuge ist am Samstag ein großer Meilenstein erreicht. Seit der ersten Leistungsbeschreibung 2011 hat er viel Zeit in die Betreuung der Neubeschaffung gesteckt. Gemeinsam mit seinen SWU-Kollegen hat man nicht einfach nur ein Dutzend Straßenbahnen gekauft, sondern mit dem Hersteller immer und immer wieder diskutiert, um eigene Ideen und Vorstellungen unterzubringen. Und die Siemens-Mitarbeiter haben verstanden, dass hier Praktiker das Gespräch mit den Entwicklern suchen. Alleine 14 Dienstreisen ins Siemens-Werk nach Wien zu Besprechungen und Bauabnahmen hat Späth gemacht, oft gemeinsam mit weiteren Kollegen. So sollten zum Beispiel die Verkleidungsteile an der Fahrzeugfront ursprünglich ganz modern verklebt werden, das macht die Fertigung schnell und einfach, die Ulmer dachten aber weiter. Immer wieder schneiden Linksabbieger im Auto verbotenerweise den Fahrweg der Straßenbahn und nach einem Unfall müssen diese Frontverkleidungen ausgetauscht werden. Nun sind die Verkleidungen in Ulm geschraubt statt geklebt und wenn die Ersatzteile vorrätig sind, kann eine Straßenbahn nach einem Unfall binnen Stunden wieder auf der Strecke sein. Bis Ende September werden noch die restlichen Straßenbahnen angeliefert und alle haben sie Smartphone-Ladesteckdosen, die es bisher nirgendwo gibt. Die Möglichkeiten aus dem Siemens-Katalog gefielen in Ulm nicht und so hat man gemeinsam neue „Ulmer“ USB-Steckdosen entwickelt. Für diese Kleinserie wurden die Gehäuse mit einem 3D-Drucker direkt vom Computer angesteuert Schicht für Sc hicht ausgedruckt. Die neuen Avenios haben ein Fahrerassistenz-System an Bord, das bei plötzlich auftretenden Hindernissen im Gleisbereich wie Fußgängern oder Linksabbiegern nicht nur warnt, sondern im Notfall auch die Straßenbahn abbremst. Die LED-Innenbeleuchtung wird morgens bläulicher sein, um für den Arbeits- oder Schultag fit zu machen, abends wird das Licht rötlicher und entspannt die Fahrgäste. Text/Fotos: Thomas Heckmann



Veranstaltung(en) zu diesem Bericht

21.04.2018 : 10: Uhr

Tag der offenen Tür bei den Stadtwerken



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