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Ulm News, 02.01.2018 12:47

2. Januar 2018 von Ralf Grimminger
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Sind Kryptowährungen der neue „Neue Markt“?


Mit Kryptowährungen ist es aktuell fast genauso wie damals beim Neuen Markt. Das war der Hype um Unternehmen, die mit modernen Dienstleistungen rund um das Internet aufwarteten und die Fantasie einer schillernden, hochtechnisierten Zukunft schürten. Anleger stürzten sich auf die Aktien dieser Unternehmen und waren voller Hoffnung, ihr Vermögen auf diesem Wege rasch vermehren zu können. 

Der Neue Markt war schnell ein medienbeherrschendes Thema geworden. Fernsehnachrichten wurden von Meldungen über neue Höchststände des Nemax All Share dominiert. In Diskussionsrunden äußerten sich Experten geradezu euphorisch über die rosige Zukunft, die das Internet uns allen bringen sollte. Skeptiker wie die Börsenlegende André Kostolany wurden niedergeredet, sie verstünden einfach die neue Technik nicht und wären schlicht zu sehr in der Vergangenheit verhaftet.
Heute scheint es fast, als wären Kryptowährungen der neue „Neue Markt“. Auch jetzt werden Zweifler belächelt und beinahe täglich flimmern Meldungen über die vermeintlichen Investments der Zukunft über die Mattscheibe. Auf der Straße sprechen zahlreiche Menschen neuerdings über Bitcoins und Forex-Trading. Dennoch hat der Hype längst nicht jeden erreicht. Der Großteil der Bürger stellt sich wahrscheinlich immer noch die Frage, was ist Forex eigentlich? Der Begriff ist ein Amalgam aus den englischen Wörtern „Foreign“ und „Exchange“ und steht somit für den Devisenhandel. Dort können Anleger auf die Wechselkurse von Währungspaaren wie dem von Bitcoins gegen US-Dollar oder Euro spekulieren.
Kryptowährungen basieren auf der hochkomplexen Blockchain-Technologie, über deren Tragweite sich Experten noch immer streiten. Ist das digitale Geld wirklich die Zukunft oder handelt es sich um eine Blase wie damals beim „Neuen Markt“? Selbstverständlich ist schwer abzusehen, wie die Antwort auf diese Frage lauten wird. Doch es gibt ein Argument, das klar für eine Blase spricht. Denn die Menge von Bitcoins ist auf 21 Millionen Stück beschränkt. Das verträgt sich allerdings nicht mit einer wachsenden Volkswirtschaft, denn jeder Bitcoin würde immer wertvoller werden und somit zur Deflation führen. Die fürchten Volkswirte aber mehr als der Teufel das Weihwasser.
Der von Krypto-Fans am meisten angepriesene Vorteil gegenüber traditionellen Währungen, könnte also der eigentliche Nachteil sein. Zudem begrenzen die starken Kursschwankungen die Möglichkeit, Bitcoins tatsächlich als sinnvolles Zahlungsmittel einsetzen zu können. Insofern sind die erhofften Kurssteigerungen – neben der Begeisterung für die Technologie – vermutlich der Hauptgrund für die sich stetig ausbreitende Krypto- Euphorie.



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