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Ulm News, 24.12.2010 17:53

24. December 2010 von Thomas Kießling
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Weihnachts- und Neujahrsgrüße von Oberbürgermeister Ivo Gönner


Oberbürgermeister Ivo Gönner richtet Weihnachts- und Neujahrsgrüße an die Ulmer Bürger. Hier seine Grußbotschaft.   

Liebe Ulmerinnen und Ulmer,

das Jahr 2010 geht zu Ende und ich möchte Ihnen und Ihren Familien meine herzlichsten Weihnachtsgrüße sowie die besten Wünsche für das kommende Jahr übermitteln.
Die schlimmsten Auswirkungen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise sind scheinbar überwunden. Der wirtschaftliche Aufschwung des abgelaufenen Jahres ist auch in Ulm spürbar und hat sich positiv auf die Arbeitslosenzahlen ausgewirkt. Zu verdanken ist diese erfreuliche Entwicklung intelligenten politischen Entscheidungen wie der Kurzarbeiterregelung vor allem aber der vorbildhaft gelebten Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Betriebsräten. Für die städtischen Finanzen jedoch bedeutete der wirtschaftliche Einbruch höhere Ausgaben bei gleichzeitig niedrigeren Einnahmen.
All jene, die jetzt einem "Weiter so" das Wort reden, kann ich jedoch nur warnen: Bei der Beseitigung der Ursachen für die größte Wirtschaftskrise seit dem 2. Weltkrieg - die mangelhaften Kontrollmechanismen für die Finanzmärkte - gibt es für die nationale und internationale Politik noch viel zu tun.
Die finanzielle Situation der Kommunen ist also angespannt - das gilt auch für Ulm.
Durch die konsequente Konsolidierung und den massiven Schuldenabbau der vergangenen Jahre hat sich die Stadt jedoch Spielräume erarbeitet, die sie jetzt nutzt, um in wichtige Projekte zu investieren. Beispielsweise in eine neue Multifunktionshalle auf dem ehemaligen Neu-Ulmer Volksfestgelände. Die Veranstaltungshalle wird die Attraktivität des Standorts erhöhen und ist ein neuerlicher Beweis für die gute und konstruktive Zusammenarbeit der beiden Nachbarstädte. Auch in der Wissenschaftsstadt am Oberen Eselsberg geht die Entwicklung rasant weiter.
Das Land Baden-Württemberg finanziert dort den Neubau einer chirurgischen Klinik, die 2012 eröffnet wird.
Die für Ulm wichtigste Infrastrukturmaßnahme ist jedoch der Bau der Bahnstrecke Wendlingen-Ulm. Es war ein gutes Signal der Landesregierung, Befürworter und Gegner des Projekts in einer Schlichtung auf Augenhöhe zusammen zu bringen. Die Argumente Pro und Kontra wurden unter der besonnenen Leitung Heiner Geißlers sachlich ausgetauscht und am Ende steht ein Ergebnis, das Bedenken berücksichtigt und gleichzeitig den Neubau grundsätzlich bestätigt. Ob dieses Vorgehen beispielhaft für die Zukunft sein kann, wird sich zeigen. Klar ist aber, dass während der oft langjährigen Planung großer Projekte, der Dialog zwischen Politik und Bürgerschaft nicht abreißen darf.
Lösung politischer Probleme und Aufgabenstellungen haben in vielen Fällen schon lange den Einflussbereich nationaler Regierungen verlassen.
Internationale Kooperation ist das Gebot der Stunde. Auch Ulm leistet dazu mit seinen Aktivitäten im Donauraum einen substantiellen Beitrag. In diesem Jahr fand dazu die Donaukonferenz in Ulm statt. Vertreter aller Donaustaaten- und regionen berieten im Auftrag der Europäischen Union über die Weiterentwicklung der Donaustrategie.
Ulm ist in den vergangenen Jahrzehnten Heimat für viele Menschen verschiedener Kulturkreise und Religionen geworden. Eine neue Heimat zu finden verlangt jedoch nach einem Ort, an dem der Glaube und die Gemeinschaft gelebt werden kann. Deshalb haben der Ulmer Gemeinderat und auch ich persönlich den Wunsch der jüdischen Gemeinde nach einer neuen Synagoge vorbehaltlos unterstützt.
Die Entscheidung des Gemeinderats, den Neubau auf dem Weinhof, nur wenige Meter vom Standort der alten Synagoge entfernt, zu genehmigen, wurde mit Bedacht getroffen. Sie soll signalisieren, dass das jüdische Leben wieder seinen angestammten Platz in unserer Stadt einnehmen soll. Die Detailplanungen, die in enger Kooperation zwischen der jüdischen Gemeinde und der Stadtverwaltung vonstatten gingen, sind beendet. Im nächsten Jahr kann mit dem Bau begonnen werden und bereits Ende 2012 wird mit der neuen Synagoge an alter Stätte das jüdische Leben seinen angestammten Platz in Ulm zurück erhalten.
Das alte Jahr geht zu Ende - das neue wirft seine Schatten voraus. 2011 feiern wir das 200-jährige Jubiläum des beliebtesten Freizeit- und Erholungspark der Ulmerinnen und Ulmer, der Friedrichsau und des legendären Flugversuchs des Albrecht Ludwig Berblinger, des "Schneiders von Ulm".
Die Friedrichsau wird im kommenden Jahr Schauplatz vielfältiger Veranstaltungen und Feste sein. Zu Ehren des Ulmer Tüftlers und Visionärs wird im Rahmen des Berblinger-Preises ein internationaler Flugwettbewerb bei der Luftfahrtmesse AERO in Friedrichshafen veranstaltet.
Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest mit friedvollen Feiertagen und für das neue Jahr alles Gute, viel Glück und Gesundheit.
Es ist gute Tradition, dass die Städte Ulm und Neu-Ulm das neue Jahr mit einem gemeinsamen Neujahrsempfang beginnen. Dazu lade ich Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, auch im Namen von Oberbürgermeister Gerold Noerenberg, herzlich am
Neujahrstag, 1. Januar 2011, um 11 Uhr, in das Edwin-Scharff-Haus ein.


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