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Ulm News, 06.04.2017 09:00

6. April 2017 von Ralf Grimminger
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Themenschwerpunkt „Reformation“ des SWR - Martin Luther auf vielen Kanälen


Als Martin Luther im Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablassmissbrauch veröffentlichte, ahnte er nicht, dass das die Welt verändern würde. Im Zeitalter der Reformation und der Renaissance war alles im Umbruch: Religion, Wissenschaft, Kunst, Glaube und der Lebensalltag. Mit Experten, Experimenten, Reenactments und Computeranimationen lässt der SWR die Welt vor 500 Jahren wieder lebendig werden. Den Auftakt macht „Geschichte im Südwesten“ mit der 90-minütigen Dokumentation „Das Zeitalter der Reformation im Südwesten“ am Sonntag, 9. April 2017, um 20:15 Uhr im SWR Fernsehen. Gedreht wurde auch in Ulm. 

 „Das Weib soll schweigen“ läuft am Karfreitag, 14. April 2017, um 12:45 Uhr im SWR Fernsehen. „Planet Schule“ folgt jeweils Dienstag, 16., 23. und 30 Mai 2017 um 7 Uhr mit je zwei 15-minütigen Folgen des „Renaissance Experiments“. Reformation im Südwesten – auf den Spuren von Luther, Brenz und Kepler „Das Zeitalter der Reformation im Südwesten“ von Peter Prestel führt die Zuschauer zu den entscheidenden Plätzen der Epoche in der Region. Zusammen mit Wissenschaftsjournalist Dennis Wilms geht es zum Beispiel nach Worms und Heidelberg, wo Luthers Auftreten für Furore sorgte. Von Luthers Lehre „infiziert“ war es Johannes Brenz, der die neue Lehre im Südwesten verbreitete.
In Tübingen wurden Generationen evangelischer Pfarrer ausgebildet und Geistesgrößen wie Kepler und Schickhardt stellten die wissenschaftliche Welt auf den Kopf. So legte zum Beispiel Johannes Kepler aus Weil der Stadt einen Forschungsgrundstein für die Astronomie und mit Johannes Gutenberg aus Mainz begann eine Revolution der Medien, ohne die auch Luthers Lehre im Südwesten nicht so rasche Verbreitung gefunden hätte. Von den Entdeckungen in der Neuen Welt, bei der auch Abenteurer aus dem Südwesten dabei waren, über die enttäuschten Hoffnungen der aufständischen Bauern bis hin zur Ansiedlung von protestantischen Glaubensflüchtlingen aus den Niederlanden – der Film zeigt ein Epoche voller Umbrüche und Bewegungen.
„Das Zeitalter der Reformation im Südwesten“ wird am Sonntag, 9. April 2017, um 20:15 Uhr im SWR Fernsehen ausgestrahlt.

Doku-Thriller: Die Luther Matrix

Was verbindet einen Whistleblower von heute mit Martin Luther? Dokumentation und anspruchsvolle Krimi-Unterhaltung verschmelzen in „Die Luther Matrix“ zu einem spannenden Doku-Thriller. Im Zentrum stehen: ein Whistleblower, das Bundeskanzleramt, Geheimdienste und – Martin Luther. Carsten von Lupfen (Marek Harloff) arbeitet als Systemadministrator im Kanzleramt. Eine hochkarätige Ermittlungsgruppe des Staatsschutzes beschattet ihn, da von Lupfen geheime Dokumente und Daten kopiert, veröffentlicht und weitere Publikationen angekündigt hat. Die Ermittler kommen nur langsam dahinter, dass von Lupfen die Motivation und moralische Rechtfertigung für sein Tun offensichtlich aus den historischen Ereignissen und Entwicklungen um den Reformator Martin Luther zieht.
Für das Ermittler-Team beginnt eine dokumentarische, intensive und nervenaufreibende Spurensuche an Originalschauplätzen zusammen mit renommierten Luther- Experten. Die Federführung für dieses zentrale Projekt der Fachredaktionen der ARD-Koordination Kirchliche Sendungen zum Reformationsjahr 2017 liegt beim SWR.
Der Film ist eine Produktion von dm-film Hamburg im Auftrag der ARD und wird am 11. April um 22:45 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

Die weibliche Seite der Reformation: Katharina Schütz Zell

Die Straßburgerin Katharina Schütz suchte wie Luther einen gnädigen Gott. Sie war die erste Bürgerin, die einen Priester heiratete, den Münsterprediger und Reformator Matthäus Zell, in dem sie einen Seelenverwandten fand. Sie schrieb nicht nur Briefe an den Bischof, an verfolgte Reformationsanhänger und die Bürger der Stadt Straßburg, sie ließ sie auch drucken und verbreiten. Ihre theologische Bildung – Frauen durften erst 400 Jahre später studieren – erhielt sie durch Predigtbesuche, Lesen der Reformationsschriften, die in Straßburg gedruckt wurden, und durch Diskussionen mit durchreisenden Reformatoren, die bei ihr logierten.
Während des Abendmahlsstreits, der letztlich die Reformation spaltete, reiste sie mit ihrem Mann zu Luther nach Wittenberg, um für eine Verständigung mit Zwingli zu werben. Der Film von Ute-Beatrix Giebel zeichnet mit Bildern, Originaltexten und dokumentarischen Teilen das Porträt einer Reformatorin mit großem theologischen Sachverstand und großem Herzen.
„Das Weib soll schweigen – Die Reformatorin Katharina Schütz Zell“ wird am Karfreitag, 14. April 2017, 12:45 Uhr im SWR Fernsehen gezeigt.

Achtteilige Doku-Serie: Die Tatorte der Reformation

Eine Welt im Umbruch: die Zeit der Reformation. Doch was fand wo statt? In der achtteiligen Dokumentation begibt sich Schauspieler und Theologe Julian Sengelmann auf eine Reise in die Vergangenheit und besucht die Tatorte der Reformation. Wer starb in den Käfigen am Dom zu Münster? Warum endete Jan Hus auf dem Scheiterhaufen? Musste Martin Luther nach einem Duell ins Kloster fliehen? Wie konnte aus dem einstigen Flüchtling Calvin später ein Tyrann werden? Die Reformationsgeschichte ist reich an dramatischen, brutalen und mysteriösen Ereignissen. Die Reihe beschreibt die Täter und ihre Motive, sortiert Mythen und Fakten und schlägt immer wieder den Bogen zur Gegenwart.
Diese Reihe, von MDR und SWR produziert, wurde bereits Anfang 2017 im MDR Fernsehen ausgestrahlt und wird ab 14. April erstmals im SWR Fernsehen gezeigt.



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