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Ulm News, 21.12.2016 23:26

21. December 2016 von Thomas Kießling
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ratiopharm ulm sichert sich mit 98:75-Sieg gegen Würzburg die Tabellenführung


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Beschreibung: Braydon Hobbs

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Mit einer bärenstarken zweiten Hälfte (53:25) gegen s. Oliver Würzburg bescherte sich ratiopharm ulm ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk: Nach dem am Ende doch standesgemäßen und souveränen 98:75-Heimsieg gegen Würzburg steht der Vizemeister erstmals seit November 2012 wieder auf dem ersten Rang im Bundesliga-Tableau. „Jetzt freue ich mich, dass wir als Tabellenführer Weihnachten feiern können“, so ein sichtlich erleichterter Thorsten Leibenath. Am zweiten Weihnachtsfeiertag spielen die Ulmer, in der Bundesliga immer noch ohne Niederlage, gegen die Bayern in München.  

ratiopharm ulm geriet in der ersten Halbzeit in Rückstand (45:50), schaffte dann aber mit einer deutlich physischeren Verteidigung noch die Wende. In der Offensive wurden die Ulmer, die auf ihren Kapitän Per Günther (Nackenprobleme) verzichten mussten, von Braydon Hobbs getragen. Der Regisseur stellte mit 14 Assists nicht nur einen neuen persönlichen Bestwert auf, sondern feierte zugleich sein erstes Double-Double (16 Punkte) in der easyCredit BBL. 
Die verbesserte Defensiv-Performance von ratiopharm ulm in der zweiten Hälfte spiegelt sich in 15 Würzburger Ballverlusten (Ulm: 6 Steals) wider, mit denen sich die Gäste ihre engagierte Leistung aus der ersten Halbzeit zu Nichte machten. Zudem ließ die Ulmer Verteidigung, die Würzburg zunehmend in schwere Würfe zwang, die Field Goal-Quote der Unterfranken von 58 (50% Dreier) auf 46 Prozent schrumpfen.

1. Viertel (28:21): Ganz im Kontrast zur andächtigen Stimmung vor Tipoff – nachdem der größte Weihnachtschor das Ulmer Team mit einem „O du Fröhliche“ begrüßt hatte und kurz vor Tipoff mit einer Schweigeminute der Opfer von Berlin gedachte wurde – überrumpelte ratiopharm ulm die Würzburger zu Spielbeginn mit seiner Energie: Nach nur 1:46 Minuten (7:0) beantragte Coach Doug Spradley die erste Auszeit. Zum Ulmer Lauf trug besonders Raymar Morgan bei: Der Big Man fungierte für seine Teamkollegen als Anspielstation Nummer eins (8 Assists im 1. Viertel) und fügte den frühen Dreiern von Da’Sean Butler und Braydon Hobbs 10 Punkte in den ersten fünf Minuten zum 18:7 hinzu. Erst als die Führung zwischenzeitlich auf 14 Zähler (21:7) angewachsen war, schienen die Würzburger aufzuwachen. Ein 8:0-Lauf brachte die Gäste auf 21:15 heran. Doch Hobbs sowie Tim Ohlbrecht verteidigten die Führung mit der Pausen-Sirene.

2. Viertel (17:29): Dennoch waren es die Gäste, die den zweiten Spielabschnitt mit neu geschöpftem Selbstvertrauen eröffneten. Einen 9:0-Lauf schloss Marshawn Powell per Dreier zur ersten Würzburger Führung (28:30, 14.) ab. Auch Karsten Tadda, der die ersten Zähler markierte (31:30), konnte den Lauf der Unterfranken vorerst nicht stoppen – vor allem, weil Jake Odum die Ulmer Defensive ein ums andere Mal alt aussehen ließ: Als der Würzburger Spielmacher (15 Punkte im 2. Viertel) innerhalb von nur 25 Sekunden zwei Dreier von derselben Position einnetzte, waren die Gäste erstmals mit 10 Punkte vorn (33:43). Erst nach einer lauten Leibenath-Auszeit fand ratiopharm ulm zurück in seinen Spielrhythmus – und Ray Morgan wieder unter dem Korb (37:43). Ein weiterer Tadda-Dreier sowie der Buzzer-Beater von Chris Babb minimierten den Rückstand schließlich auf 5 Punkte (45:50).

3. Viertel (27:12): Dass sich Ulm von einem Pausen-Rückstand nicht aus dem Konzept bringen lässt, stellte die Leibenath-Truppe im dritten Viertel eindrucksvoll unter Beweis. Die Aufholjagd der Gastgeber leitete Taylor Braun mit seinem Distanztreffer ein, wenig später münzte Braydon Hobbs einen Babb-Steal in den 50:50-Ausgleich um. Und überhaupt war es die druckvolle Defense von ratiopharm ulm, die die Basis für das 27:12-Galaviertel legte: Babb (3 Steals) & Co. zwangen den Tabellenzwölften in 9 Ballverluste, welche Braydon Hobbs als Vorlage für seinen Tempo-Basketball nutzte. Als Chris Babb sich per Dreier für einen weiteren Hobbs-Assist bedankte, war Ulm nach 25 Minuten wieder mit 6 Punkten obenauf (61:55). Für die erste zweistellige Führung war dann Tim Ohlbrecht zuständig: Der Buzzer-Beater des Big Man zum 72:62 bedeutete zugleich den 12. Assist von Braydon Hobbs.

4. Viertel (26:13): Obwohl sich Jake Odum im Schlussviertel mit einem persönlichen 6:0-Lauf (77:68) gegen die drohende Niederlage stemmte, war gegen Braydon Hobbs & seine Ulmer an diesem Abend kein Kraut mehr gewachsen. Für seine weiterhin sehr konzentriert agierende Defensivarbeit belohnte sich ratiopharm ulm im Schlussviertel besonders von Downtown: Hobbs, zweimal Butler und Babb brachten den Vorsprung über die 20 Punkte-Marke (90:70, 38.). Als die Fans schließlich „die Nummer eins im Land sind wir“ anstimmten, erhielt der Slogan, der für gewöhnlich in Baden-Württemberg-Derbys zum Einsatz kommt, eine ganz neue Bedeutung. 
Jake Odum (29 Punkte) stemmte sich im 4. Viertel gegen die drohende Niederlage.

Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm) freute sich über den Sieg seines Teams: „Wir hatten einen guten Start und waren defensiv sehr präsent, haben den Gegner in schwere Würfe gezwungen. Nach der 21:7-Führung haben wir aber gedacht, dass es so leicht weitergeht. Wir haben die Konzentration verloren, viel zu nachlässig verteidigt und die nachlässige Verteidigung hat gleichzeitig dazu geführt, dass wir unkonzentriert im Angriff waren. In der Kabine haben wir besonders über unsere Physis gesprochen, dass wir härter verteidigen müssen, um die offenen Dreipunktewürfe der Würzburger zu verhindern. Und das haben wir über die gesamte zweite Halbzeit sehr gut umgesetzt. Auch im Angriff lief es besser, weil wir unsere Plays besser ausgespielt haben. Jetzt freue ich mich, dass wir als Tabellenführer Weihnachten feiern können.“
Doug Spradley (Head Coach s.Oliver Würzburg) kommentierte die Niederlage so: „Ich war sehr zufrieden mit der ersten Halbzeit - wir waren aktiv, aggressiv und Jake Odum hatte ein super Händchen. Alles ist super gelaufen, aber dann kam Ulm aggressiver und physischer aus der Kabine und wir kamen überhaupt nicht damit klar, haben alleine im dritten Viertel neun Turnovers hinnehmen müssen. Da war das Spiel dann bereits entschieden. Wir haben in der ersten Hälfte unser Potenzial gezeigt, aber mit 20 guten Minuten kannst du kein Spiel gewinnen.“



Veranstaltung(en) zu diesem Bericht

21.12.2016 : 19:00 Uhr

ratiopharm ulm - S.Oliver Baskets Würzburg



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