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Ulm News, 23.11.2010 10:41

23. November 2010 von Thomas Kießling
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"Stuttgart 21 ist kein ökologisches Projekt"


Das Bündnis ‚K21 - gut für Ulm' sieht sich durch die Ergebnisse der letzten Schlichtungsrunden zum Tiefbahnhofprojekt Stuttgart 21 in seiner Kritik bestätigt. Stuttgart 21 ist sowohl beim Klimaschutz als auch mit Blick auf die Artenvielfalt deutlich schlechter als die Variante Kopfbahnhof 21. Stuttgart 21 dürfe zukünftig nicht mehr als ökologisches Projekt bezeichnet werden.

Bündnis-Sprecher Werner Korn erklärte: „Die Schlichtungsrunde zur ökologischen Wirkung von Stuttgart 21 hat deutlich gemacht, dass beim Bau und Betrieb von Stuttgart 21 mehr CO2 ausgestoßen wird als bei Kopfbahnhof 21. Die CO2-Einsparungen durch Verkehrsverlagerungen von der Straße auf die Schiene sind bei Kopfbahnhof 21 mindestens genau so groß, so dass Stuttgart 21 viele Jahre länger brauchen wird, um seinen ‚ökologischen Rucksack' abzutragen."

Die Schlichtungsrunde habe außerdem gezeigt, dass bei Investitionen zur Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene - unter anderem durch den baldigen Ausbau der Rheintalbahn - eine hundertfach größere CO2-Einsparung erzielt werden könne als mit Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Wendlingen - Ulm. Da durch die beiden Projekte aber zu viel Finanzmittel gebunden würden, könnten die Investitionen in den Schienengüterverkehr auf absehbare Zeit nicht getätigt werden. „Wer bei knappen Ressourcen und angesichts der Dringlichkeit den Klimawandel einzuschränken ein Großprojekt vorantreibt, das bei vergleichbaren Kosten nur ein Prozent der Emissionseinsparungen bringt, der verhält sich klimaschädlich", sagte Werner Korn.

Kopfbahnhof 21 sei außerdem mit deutlich geringeren Eingriffen in die Stadtökologie verbunden als Stuttgart 21. Die Beibehaltung eines Großteils der oberirdischen Gleisanlagen gewährleiste die Funktion wichtiger Frischluftschneisen für die Landeshauptstadt. Desweiteren seien die Gleisanlagen Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen, der nicht einfach durch Ausgleichsmaßnahmen an anderer Stelle ersetzt werden könne.

„Die Behauptung, Stuttgart 21 sei ein ökologisches Projekt ist als durchsichtiger Werbegag entlarvt worden. Kopfbahnhof 21 ist sowohl für den Klimaschutz als auch für die Biodiversität die bessere Variante. Und da Klimaschutz uns alle angeht, ist Kopfbahnhof 21 auch besser für Ulm", fasste Werner Korn zusammen.



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