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Ulm News, 30.06.2016 15:58

30. June 2016 von Thomas Kießling
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Fuzo-Radler Ried beschäftigt Polizei und Stadtverwaltung


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Beschreibung: In Fußgängerzonen müssen Radler ihr Rad schieben

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Apotheker Timo Ried beschäftigt derzeit die Ulmer Stadtverwaltung und die Polizei. Der radelnde Ulmer Groß-Apotheker hatte sich empört, dass er mit seinem Fahrrad in der Fußgängerzone, die ja Fußgängerzone- und nicht Radfahrzone heißt, kontrolliert und mit einem Knöllchen von 15 Euro bedacht wurde. Ried, zudem ein vom Volk gewählter Gemeinderat, versucht nun seit Tagen spitzfindig, doch noch irgendwie Recht zu behalten. An diesen Versuchen  lässt die Heimatzeitung - trotz Journalistenstreiks oder gerade deswegen? - quasi täglich im Stile eines Livetickers die mehr oder weniger interessierte Öffentlichkeit teilhaben. 

Timo Ried radelt stets entspannt mit seinem aufälligen Rad Ware - also unter anderem Seifen, Pröbchen und Sonnencreme und das eine oder andere Medikament - gerne persönlich von einer seiner sieben Apotheken zur anderen Apotheke. Das tut er vornehmlich in der Ulmer Innenstadt. Dass er dazu  radelnd die ausgewiesenen Fußgängerzonen nutzt, hat lange Zeit gut und unbeanstandet funktioniert.
Kürzlich nun wurde er von zwei Polizisten und zwei Mitarbeitern der Bürgerdienste der Stadt Ulm gestoppt, kontrolliert und mit einem Bußgeld von 15 Euro bedacht.
Die Strafe kann der Apotheker sicherlich gerade noch berappen, trotzdem mäkelt er an der Geschichte herum. ihm geht es offensichtlich ums Prinzip und ums Recht haben. Via Heimatzeitung lässt er die geneigten Leser daran teilhaben.  
Zunächst stellte er fest, dass der Lieferverkehr in der Hafengasse, je nach dem von wo man hineinfährt -  um eine ganze Stunde variiert. Apotheker Ried, der sich als Lieferant seiner Apotheken sieht, bestand zunächst darauf, dass er ordnungsgemäß und zeitlich zulässig in die Hafengasse eingefahren sei. Und was einem Pkw oder Lkw  erlaubt sei, müsste doch erst Recht einem Radler zugebilligt werden. Das Problem der unterschiedlichen Lieferzeiten wird nun von den Bürgerdiensten geprüft und wohl auch vereinheitlicht.  
Nun stieß ihm außerdem auf, dass er von gleich vier Beamten kontrolliert worden sei. Sehr populistisch und billig kritisierte er, dass sich die Polizei doch lieber um die vielen Einbrüche und weniger um die armen Radler in FuZos (und am besten gar nicht um radelnde Apotheker) kümmern sollen. Dass das eine mit dem anderen schon gar nichts zu tun hat, kümmerte ihn nicht. Die Leute mit Kopfweh auf der rechten Seite werden ihm rechts geben und zujubeln.
Jedenfalls konnte Ried nun auch - wie die Heimatzeitung atemlos berichtete - nun auch die Fraktion der Freien Wähler, deren Mitglied er ist, davon überzeugen, dass sein persönliches Problem tatsächlich ein großstädtische Problem, ja wegen der Einbrüche und dem seiner Meinung nach fehlerhaften und übertriebenen Einsatz der Polizeibeamten auf den Straßen von Ulm, vielleicht sogar ein landesweites Problem ist.
Der Freie Wähler Timo Ried schrieb nun tatsächlich ganz offiziell als Freier Wähler an den Ulmer OB Gunter Czisch. Spätestens jetzt bekommt man Kopfweh. Der Apotheker sieht nämlich in der Vier-Mann-Kontrolle "eine massive Verschwendung von Steuergeldern" und rät Polizei und Stadt wie sie ihre Arbeit künftig machen sollen. "Besser, weil effizienter wäre es, die vier Uniformierten entweder als Duo oder noch besser allein auf Streife zu schicken," weiß er es besser. 
Selbstverständlich rechnet Ried mit einer baldigen Antwort. Die Amtsleiter haben ja sonst nichts zu tun.
Eien Antwort könnte, wobei man da auch selbst draufkommen kann, so ausfallen: Einem Kontrolleur fährt ein Radler einfach davon, ein Kontrolleur kann geschlagen oder beleidigt werden, ein Kontrolleur ist als Zeuge zu wenig, wenn ein Radler sich ungerecht behandelt fühlt. Und: Die Radler radeln nicht anständig im Drei-Minuten-Takt durch die FuZo, damit sie der Reihe nach von einem Beamten mit einem Knöllchen bedacht werden können, sondern unkontrolliert, mal im Pulk, mal schnell hintereinander, mal einzeln.
Also ist einmal ein Kontrolleur und manchmal sind deren Vier notwendig. Vermutlich haben sich in der Causa Ried gleich vier Kontrolleure gek&a mp;uuml;mmert, weil man ihn von Weitem schnell als besond ers schweren Fall erkannt hatte 
Solche Briefe zu schreiben, mit deren Sachverhalte sich nun ein Oberbürgermeister und Amtsleiter beschäftigen, ist demnach - mit Verlaub - ziemlich ineffizient und kosten Steuergelder. 
Aber vielleicht haben auch Polizei und Bürgerdienste gute Tipps für den Apotheker parat. Einer wäre: Radeln ist in einer Fußgängerzone verboten. Punkt. Und wenn sich alle an diese Regeln halten würden, wären keine teuren Kontrollen nötig, weder mit einem oder mit vier Beamten.  
Folgt man der Logik des Apothekers wird demnächst bemängelt, dass Streifenbesatzungen stundenlang in der Nacht an Ausfallstraßen und  Schleichwegen Nichts tun und warten, um den einen oder anderen Alkoholsünder aus dem Auto ziehen. Gleichermaßen ineffizient wäre auch so manche mobile Geschwindigkeitsmessung. 
Und ein letzter Tipp: Der Apotheker könnte den Lieferanten-Korb am Fahrrad einmal am Tag richtig füllen, dann müsste er nicht mehr so oft verbotenerweise, beschwingt und mit zu leichtem Gepäck durch die Fußgängerzone radeln. Das wiederum würde das Risiko extrem minimieren, in eine Kontrolle zu geraten.     



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