Ulm News, 09.12.2015 23:51
Bittere Niederlage von ratiopharm ulm - CAI Saragossa gewinnt durch Verzweiflungswurf in letzter Sekunde
Entscheidung vertagt ratiopharm ulm vergab in einem dramatischen Finale seinen ersten Matchball ums Weiterkommen im Eurocup: Die 81:84 (48:50)-Niederlage gegen CAI Saragossa kam durch einen Treffer in letzter Sekunde zustande. Währen die Spanier jubelten und ihr Glück kaum fassen konnten, standen die Ulmer Spieler fassungslos auf dem Spielfeld. Nun kommt es nächsten Mittwoch in Nancy zum Endspiel ums Weiterkommen im Eurocup. Das Ulmer Team bot eine gute Leistung, traf sicher und verteidigte vor allem in der zweiten Hälfte hervorragend. Allerdings verloren die Ulmer das Reboundduell deutlich gegen die Spanier - wohl der Hauptgrund für die bittere Niederlage.
Es hatte viel von einem Deja-Vú, was die 4.500 Zuschauer in der ratiopharm arena am Mittwochabend erlebten: Ein spanisches Topteam, ein leidenschaftlich auftretendes Heimteam, der Ulmer Ausgleich wenige Sekunden vor Schluss – und dann der Nackenschlag mit der Sirene, wie schon Ende Oktober gegen Valencia (79:82).
Nachdem Per Günther 23 Sekunden vor Schluss aus der Ecke ausgeglichen hatte (81:81), war es Sek Henry, der die Partie per Buzzer Beater zum 84:81 für CAI Saragossa entschied. Dabei hatte der letzte spanische Angriff eigentlich als „broken play“ geendet, das „wir hervorragend verteidigt haben“ (Thorsten Leibenath) – und das nur mit Glück noch in den Händen von Saragossas Topscorer (21 Punkte) landete, dessen Verzweiflungsdreier im Korb landete. „Falls es einen Basketball-Gott gibt, will er, dass wir es auf die harte Tour in die nächste Runde schaffen“, konstatierte Thorsten Leibenath, dessen Mannschaft nun am kommenden Dienstag (20 Uhr) in Nancy einen Sieg braucht, um sicher in die Last32-Runde einzuziehen.
Thorsten Leibenath brachte es auf den Punkt: „Wir haben quasi jede statistische Kategorie für uns entschieden – außer Foul-Shooting und Rebounding.“ Vor allem die Werte von „downtown“ (10/20 Dreier) und im Teamplay (27 Assists) zeugen von einer starken Ulmer Leistung, die einzig durch 12 zugelassene Offensiv-Rebounds und ein Minus von neun Freiwürfen (13:22) torpediert wurde.
Die Verantwortung im Ulmer Spiel verteilte sich auf viele Schultern: Sechs Mann (Günther, Morgan, Babb, Butler, Braun, Rubit) punkteten zweistellig, wobei Günther nicht nur wegen seines Crunchtime-Dreiers, sondern auch mit einem Double-Double (11 Punkte, 11 Assists – Career-High) hervorstach. In Abwesenheit des verletzten Stevan Jelovac avancierte auf Gäste-Seite Point Guard Sek Henry (21 Punkte, 3/7 Dreier), zum Man of the Match, während Robin Benzing bei seiner Rückkehr nach Ulm unauffällig blieb (2 Punkte).
1. Viertel (16:24): Zwei Mannschaften auf Augenhöhe hatte das Spiel angekündigt – und das bot die Anfangsphase dann auch. Wenngleich Saragossa einen 6:11-Start hinlegte (4. Minute), blieb Ulm durch Morgan (6 P) und Rubit (4) zunächst auf Tuchfühlung (12:14, 6.). Dann aber bekamen die Gäste immer mehr Kontrolle über das Spiel: Weil Saragossa vier Dreier versenkte und mehrmals zweite Wurfgelegenheiten ergatterte (4 Offensiv-Rebounds), hatte Ulm – das nun in David Brembly (4 Punkte) seinen auffälligsten Mann hatte – bis zum Viertelende das Nachsehen.
2. Viertel (32:26): Und Saragossa spielte weiter mit Selbstvertrauen – das unterstrich Sek Henry, der mit 6 Zählern die höchste Führung herstellte (19:32, 13.). Ulm dagegen kam gegen die vielbeinige spanische Defense selten zu guten Abschlüssen; es brauchte zwei Dreier durch Günther und Babb, ehe der Rückstand halbiert und die Arena in Ekstase war (27:34, 14.). Nach einer kurzen Drangphase Saragossas war Ulm dann endgültig „back in business“: Ein 12:2-Run – an dem Butler und Braun mit je 5 Punkten teilhatten – sorgte für den ersten Ausgleich (43:43, 19.) seit der 2. Minute (5:5).
3. Viertel (15:14): Und diesen Schwung transportierten die Hausherren in Halbzeit zwei, die nach 3 Minuten und einem Ulmer 7:0-Run die erste Auszeit erlebte (55:50, 23.). Der Ulmer Vorsp rung wuchs trotzdem auf bis zu sieben Zähler an (61:55, 27.). Danach verlor das
Spiel an Fahrt bzw. gewann an Kampfgeist und Leidenschaft – was Saragossa für sich nutzte: Mit den letzten vier Zählern des Viertels kehrten die Spanier einen 63:60-Rückstand klammheimlich in eine knappe Führung um.
4. Viertel (18:20): Doch der Wind im Spiel drehte wieder – zurück zu einer rassigen Offensivschlacht. Auch nach sieben Treffern in Serie war die Führung aber weiter in Besitz der Gäste (70:73, 34.). Nach zwei Minuten ohne Korberfolg und dem 5. Foul von Rubit schien Ulm die Partie zu entgleiten – doch ein Leibenath-Timeout zeigte Wirkung: Zwei Dreier (Morgan, Butler) zum 76:79-Anschluss (36.) ließen das Spiel in eine spannende Crunchtime übergehen. Den ersten Schlag setzte Ulm mit einem Ecken-Dreier von Günther zum Ausgleich (81:81). Doch mit einer Mischung aus Glück und Nervenstärke sorgte Saragossa noch für die Entscheidung.
Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „Wir haben heute 25 Minuten guten Basketball gespielt. In den ersten 15 Minuten war ich nicht zufrieden mit unserem Einsatz in der Verteidigung und beim Rebounding. Wir haben fast jede statistische Kategorie für uns entschieden – außer Foul-Shooting und Rebounding. Insofern haben wir viele Dinge richtig gemacht. Aber am Ende kam es auf die Rebounds an, die wir nicht bekommen haben, und die Freiwürfe, die Saragossa mehr hatte als wir. Am Ende haben wir das Spiel auf die unglücklichste Weise verloren, die es gibt.“
Per Günther: „Wir sollten nicht den Fehler machen, das Spiel auf den letzten Wurf zu reduzieren. Sichern wir uns ein, zwei Offensivrebounds mehr oder treffen wir einen Dreier, die wir in der letzten Minuten geworfen haben, dann gewinnen wir das Spiel. Die Niederlage ist bitter, weil wir uns einige Mal um die Früchte unserer Arbeit gebracht haben: Wir verteidigen gut, sichern uns dann aber nicht den Rebound oder machen das Foul kurz vor Ablauf der 24 Sekunden. Das kostet Energie und ist frustrierend. Insgesamt gesehen war die Leistung aber wieder ein Schritt in die richtige Richtung.“





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