Ulm News, 23.03.2015 16:27
Auftakt der Frühjahrsakademie zum Lebens(t)raum Stadt
Noch ein bisschen „seekrank“ fühlte sich die Zukunftsforscherin Oona Horx-Strahtern bei ihrem Auftaktvortrag zur Frühjahrsakademie an der Universität Ulm. Die in Irland geborene Anthropogeografin mit schottischen Vorfahren hatte keine stürmische Überfahrt hinter sich, sondern eine Übernachtung im „Schiefen Haus“ gemeinsam mit ihrem Mann, dem Trendforscher Matthias Horx. Dass sich Zukunftsforscher ausgerechnet für ein Hotel in einem der ältesten Gebäude der Stadt entscheiden, war nicht nur ein netter, kleiner Gag zum Auftakt ihres Vortrags zur Architektur des 21. Jahrhunderts über Megatrends und Wohnen. Die Entscheidung zeigte auch, wie wichtig – auch für Trendforscher –Vergangenheit und Gegenwart für die Betrachtung der Zukunft sind.
Am Beispiel ihres „Future Evolution House“, das sie gemeinsam mit ihrem Mann gebaut hat, demonstrierte die Trendforscherin, wie sich gesellschaftliche Mega-Trends in eine moderne Architektur umsetzen lassen, die trotz aller technischen Finessen die heutigen Bedürfnisse des Menschen in den Mittelpunkt stellt. Die Mitbegründerin des Wiener „Zukunftsinstituts“ stellte in ihrem Vortrag nicht nur wegweisende architektonische und städteplanerische Visionen des 20. und 21. Jahrhunderts vor, sondern gab auch Einblicke in die eigene – durchaus streitbare – „eheliche“ Baupraxis. „Es ist nicht einfach, gemeinsam ein Haus zu bauen, wenn der Mann Vorstellungen hat wie aus einem Science Fiction und die Frau beim Gedanken an ihr neues Zuhause eher ein englisches Cottage im Kopf hat“, gesteht Oona Horx-Strahtern. Als Kompromiss entstand am Stadtrand von Wien das modular gebaute „Future Evolution House“; ausgestattet mit zahlreichen „Smart Materials“ und modernster Haussteuerung, doch zugleich mit hohem Wohlfühlfaktor. In diesem Niedrigenergiehaus, das sogar die Abwärme aus dem Kamin für die Heizung nutzt, sind die zahlreichen Solarstrom- und Solarthermie-Elemente nahtlos in den Baukörper integriert. „Gelungene Architektur zeigt, dass sich Ästhetik und Funktionalität nicht ausschließen“, ist die Trendforscherin überzeugt.
Dass nicht nur private Bauherren bei Interessenkonflikten zu einem Konsens finden müssen, sondern vielmehr noch die Stadt, wenn sie eigene Bauvorhaben hat, betonte Iris Mann. Die Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Soziales der Stadt Ulm wies darauf hin, wie wichtig es ist, bei der Gestaltung des öffentlichen Raumes einen Ausgleich zwischen den unterschiedlichsten Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger zu finden. „Die Zukunft ist das, was wir heute in die Wege leiten“, so Mann in ihrem Grußwort. „Jeder Einzelne sollte sich daher fragen, was er dazu beitragen kann“, appellierte die Bürgermeisterin im voll besetzten Hörsaal an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Frühjahrsakademie.
Auch Universitätspräsident Professor Karl Joachim Ebeling, der die über fünfhundert Besucher der ZAWIW-Veranstaltung zuvor begrüßt hatte, forderte die Gäste auf, am „Lebenstraum Ulm“ mitzuarbeiten. „Die Stadt hat eine irrsinnig hohe Lebensqualität und ist, was die Herausforderungen der Zukunft angeht, hervorragend aufgestellt“, berief sich Ebeling auf zahlreiche Rankings und Studien. Laut Focus-Studie gilt die IHK-Region Ulm bundesweit als eine der lebenswertesten und leistungsfähigsten Regionen. Auch die Universität leiste hierzu einen Beitrag. Mit Forschungsthemen wie dem hochautomatisierten Fahren oder der Batterieforschung gestalte die Uni die Mobilität der Zukunft mit. Themen wie die Mensch-Maschine-Interaktion oder „Industrie 4.0“ sorgten zudem dafür, dass nicht nur die Industrieproduktion intelligenter werde, sondern machten auch Technologie-Produkte selbst benutzerfreundlicher. Dass auch das Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) mit der Zeit geht, zeigte Markus Marquard, der nach einer Übergangsphase als designierter Geschäftsführer die Geschäftsführung nun offiziell übernommen hat. Er nutzte die Auftaktveranstaltung, um über neue Entwicklungen im Zentrum zu informieren, die sich aus der Einbettung des ZAWiW in das Department für Philosophie, Sprachen, Geisteswissenschaften und allgemeine Weiterbildung ergaben. Außerdem dankte Marquard seinem vielköpfigen Team sowie seinem Stellvertreter Erwin Hutterer und dem ZAWiW-Sprecher Professor Othmar Marti für deren außerordentlichen Einsatz, ohne den solche Großveranstaltungen wie die Frühjahrsakademie nicht zu stemmen seien.



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