Ulm News, 29.01.2015 12:34
Streiks in der Metallindustrie - Südwestmetall-Chef Götz Maier: Wir sollten auf dem Boden der Tatsachen bleiben
„Warnstreiks sind unnötig und belastend für Betriebe und dies trotz eines fairen Angebots seitens der Arbeitgeber in der letzten Verhandlung“, sagt Götz Maier, Geschäftsführer von Südwestmetall in Ulm. Streiks und damit auch Warnstreiks sollten das letzte Mittel des Arbeitskampfes sein.
Seitens der Arbeitgeber bestehe kein Verständnis über den Umfang der Warnstreiks und die Ankündigung der Gewerkschaft, bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 11. Februar jeden Tag weitere Arbeitsniederlegungen zu organisieren. „Südwestmetall bietet eine Entgelterhöhung von 2,2 Prozent. Mit der letzten Tariferhöhung, die noch in dieses Jahr wirkt, bedeutet dies sogar 2,53 Prozent mehr“, führt Maier aus.
Seit dem Beschäftigungstief in der Wirtschaftskrise 2010 haben die M+E-Unternehmen per Saldo fast 330.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Das sind rund 100.000 mehr, als in der Krise verloren gingen, obwohl die Produktion seit zwei Jahren stagniert. „Insgesamt nimmt die Unsicherheit zu“, betont Maier.
Die Konjunkturaussichten in der M+E-Industrie hätten sich aufgrund der anhaltenden Probleme in wichtigen Euro-Ländern sowie der Krisen in Nahost und in der Ukraine eingetrübt. Zudem gab es in den letzten drei Jahren bereits Erhöhungen von 10 Prozent – im Schnitt 5000 Euro jedes Jahr für jeden Mitarbeiter.
Auch zu den qualitativen Themen, wie Altersteilzeit und Bildungszeit wurden der IG Metall Vorschläge unterbreitet. „Die Situation bei der Altersteilzeit hat sich grundlegend verändert“, so Maier. Als sie vor gut 20 Jahren eingeführt wurde, ging es darum, junge Menschen in Arbeit zu bringen. Heute sehe die Situation komplett anders aus. Im Hinblick auf den demographischen Wandel und den zunehmenden Fachkräftemangel gehe es vielmehr darum, ältere Mitarbeiter länger in den Betrieben zu halten.
Natürlich sollen besonders belastete Arbeitnehmer, die lange in Dauernachtschicht, Dreischichtbetrieb oder unter anderen, arbeitsmedizinisch belastenden Bedingungen gearbeitet haben, auch weiterhin Altersteilzeit nutzen können. „Hier müssen wir ganz klar zwischen denjenigen unterscheiden, die nicht mehr arbeiten wollen und denjenigen, die nicht mehr arbeiten können“, sagt Maier.
Der Anspruch von zwei Prozent der Belegschaft entspreche dem, dass künftig die Arbeitgeber alleine die Altersteilzeit finanzierten. Bei der geforderten Bildungszeit schlägt Südwestmetall einen Sozialpakt mit der Gewerkschaft vor, um vor allem An- und Ungelernten Bildung zuteilwerden zu lassen. So könnten deren Berufsperspektiven verbessert werden. 86 Prozent aller M+E-Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Weiterbildungsmaßnahmen an. Bei Betrieben mit mehr als 500 Mitarbeitern sind es sogar exakt 100 Prozent. Betriebliche Weiterbildung gehöre zum selbstverständlichen Alltag in den Betrieben.
Anders wäre die Stellung der Branche auf dem Weltmarkt überhaupt nicht möglich. Die Bezirksgruppe Ulm von SÜDWESTMETALL und des tarifungebundenen Unternehmensverbands Südwest betreut in der Region Ulm, Biberach, Alb-Donau und dem südöstlichen Teil Sigmaringens 125 Betriebe mit 49.350 Mitarbeitern.




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