Ulm News, 16.09.2014 16:08
Kopf-Hals-Krebs trifft verstärkt auch junge Menschen
HNO-Kliniken von Universitätsklinikum und Bundeswehrkrankenhaus laden gemeinsam zum „Patiententag Kopf-Hals-Tumoren“ am Mittwoch, 24. September, Beginn ist um 17:30 Uhr, der Eintritt ist frei. Veranstaltungsort ist ein Infozelt in der Ulmer Hirschstraße.
Enge Zusammenarbeit zum Vorteil von Patientinnen und Patienten, die von Kopf-Hals-Krebs betroffen sind bzw. betroffen sein könnten: Die Kliniken für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Ulm und des Bundeswehrkrankenhauses Ulm (BWK) laden zu einem gemeinsamen „Patiententag Kopf-Hals-Tumoren“ ein, der im Rahmen der europäischen „Head and Neck Awareness Week“ stattfindet. Interessierte und Betroffene haben am Mittwoch, 24. September, in der Zeit von 17:30 Uhr bis 20:00 Uhr die Möglichkeit, sich von erfahrenen HNO-Spezialisten beraten zu lassen. Darüber hinaus werden für medizinische Laien gut verständliche Vorträge angeboten, die von einer anschaulichen Posterausstellung abgerundet werden. Veranstaltungsort ist ein Informationszelt in der Ulmer Fußgängerzone (Hirschstraße / Ecke Glöcklerstraße). Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
„Seit einigen Jahren lässt sich beobachten, dass insbesondere die Zahl jüngerer Menschen steigt, die an Krebs im Rachen, Mund oder am Kehlkopf erkranken, deshalb ist es besonders wichtig, dass frühe Symptome selbst erkannt werden und zeitnah ein Arzt um Abklärung gebeten wird“, sagt Prof. Dr. Thomas Hoffmann, Ärztlicher Direktor der Ulmer Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. Er ergänzt: „Zu den ,Frühwarnern‘ gehören beispielsweise schmerzhaftes Schlucken, Halsschmerzen über einen längeren Zeitraum, hartnäckige Heiserkeit oder eine schmerzlose Schwellung am äußeren Hals.“ Interessierten bieten die Ärzteteams beider Häuser eine persönliche Beratung am Patienteninformationstag an.
Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich sind besonders belastend
Warum sind gerade junge Menschen verstärkt betroffen? Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen haben das Humane Papilloma Virus (HPV) im Visier, das bisher vor allem als Risikofaktor für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs bekannt ist. „Damit wird auch deutlich, dass in der Vergangenheit vorherrschende Meinungen zumindest teilweise revidiert werden müssen“, macht Prof. Dr. Heinz Maier, Leitender Arzt der Abteilung für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde / Kopf- und Halschirurgie am Bundeswehrkrankenhaus, deutlich. „Es sind eben nicht mehr nur ältere Raucher und alkoholkranke Menschen betroffen“, so der Oberstarzt. Beide Mediziner weisen zudem darauf hin, dass Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich für viele Betroffene ganz besonders belastend sind. Sie können ihre Erkrankung oftmals nicht verbergen, da die Stimme beeinträchtigt ist und Hilfsmittel oder Narben kaum zu verstecken sind.
Folgende Vorträge sind geplant:
„Frühsymptome“ PD Dr. Kai Johannes Lorenz, BWK
„Risikofaktoren, Prävention“ PD Dr. Patrick Schuler, Universitätsklinikum
„Grundsätze der Behandlung“ Dr. Johannes Veit, Universitätsklinikum
„Tumornachsorge, Lebensqualität“ Dr. Steffen Nolte, BWK
Die Ulmer Veranstaltung ist Teil einer europaweiten Informationswoche vom 22. bis 26. September. Ziel ist, das öffentliche Bewusstsein für Frühsymptome und Risikofaktoren in der Bevölkerung zu stärken. Veranstalter sind die European Head and Neck Society und die Arbeitsgemeinschaft Onkologie Deutsche Gesellschaft für Hals-Hasen-Ohren-Heilkunde, mit Unterstützung der Bundes- und Landesverbände der Kehlkopfoperierten e.V. sowie der Pharmazeutischen Industrie.
Nähere Informationen im Internet unter www.kopf-hals-krebs.de oder www.makesensecampaign.eu.



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