Ulm News, 17.03.2014 15:52
Arteriosklerose – ein entzündlicher Prozess?
Kardiologe Prof. Dr. Wolfgang Koenig des Ulmer Universitätsklinikums wird für seine langjährige Arteriosklerose-Forschung ausgezeichnet.
Prof. Wolfgang Koenig ist am vergangenen Freitag für seine langjährige wissenschaftliche Arbeit mit der Rudolf-Schönheimer-Medaille geehrt worden. Seit mehr als 20 Jahren widmet sich der Oberarzt an der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin II den Ursachen, Diagnose- und Therapiemöglichkeiten der Arteriosklerose – im Volksmund als „Arterienverkalkung“ bekannt. Neben allgemeinen Risikofaktoren erforscht Professor Koenig spezielle Biomarker, die Indikatoren für Entzündungen in den Blutgefäßwänden sind und ernste Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall mitverursachen können. Die Auszeichnung wird jährlich von der Deutschen Gesellschaft für Arterioskleroseforschung e.V. verliehen. „Dies ist eine besondere Anerkennung unserer Forschungsarbeit. Auch zukünftig ist es unsere Intention, neue Risikofaktoren dieser Krankheit zu identifizieren, innovative Therapiekonzepte zu entwickeln und diese dann in klinischen Studien zu testen“, sagt Professor Koenig.
Arteriosklerose führt zu schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ist die häufigste Ursache für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Bei Arteriosklerose sind bestimmte Blutgefäße (Arterien) verengt. Auslöser sind zunächst geringe Verletzungen an der Gefäßinnenwand, verursacht durch Risikofaktoren wie Übergewicht, hohe Blutfettwerte, Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Tabakkonsum. „Die Arterienverengung entsteht durch Ablagerungen von Blutfetten und Entzündungszellen in der Gefäßwand und führt zur so genannten Plaquebildung. Brechen diese Ablagerungen beispielsweise durch entzündliche Veränderungen an der Gefäßwand auf, entsteht ein Blutgerinnsel, welches das Gefäß direkt verschließt oder die Blutbahn entfernter Gefäßbereiche verstopft“, erklärt Professor Koenig. Akute Verschlüsse an den Herzkranzarterien können einen Herzinfarkt auslösen, eine verengte Halsschlagader einen Schlaganfall.
Die Wissenschaftler um Professor Koenig leisteten Pionierarbeit, als sie in klinischen Langzeitstudien in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz Zentrum München nachweisen konnten, dass bestimmte Eiweißmoleküle als Entzündungsmarker die Vorhersage eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls deutlich verbessern. „Diese Entzündungsmarker weisen auf zusätzliche Risiken hin, die wir durch andere Faktoren wie beispielsweise die Bestimmung von Blutfettwerten nicht erfassen können.“ Zudem ist Professor Koenig als Mitglied des Leitungsgremiums an internationalen Therapiestudien beteiligt, in denen die Wirkung einer entzündungshemmenden Therapie auf Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall untersucht wird.
Ein zukünftiger Forschungsschwerpunkt des Ulmer Wissenschaftlers ist es, unter anderem im Rahmen des EU-Projekts „BiomarCaRE“, neue Biomarker im Blut wie microRNAs oder neue Moleküle mithilfe von Zell- und Proteinanalysen zu erforschen, die, neben bekannten Blutbiomarkern, entscheidende Hinweise auf Entzündungsprozesse und weitere neue proarteriosklerotische Vorgänge in der Gefäßwand geben können. „Wir hoffen so, das individuelle Risiko der Betroffenen genauer vorhersagen oder diagnostizieren zu können und effektivere Therapien für Patienten nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu finden“, resümiert Professor Koenig. Laut des Experten spielen nicht zuletzt hochkomplexe genetische Zusammenhänge eine Rolle, die eine vielversprechende zukünftige Forschungsbasis sein könnten.




Highlight
Weitere Topevents
Neue Fotos zu den Dramatische Szenen in der Blaubeurerstraße in Ulm: die Polizei stoppt Messerstecher mit einigen Schüssen
Neue Fotos zu einer schrecklichen Tat, die durch Polizeischüsse später auch schrecklich endet: Nach...weiterlesen
Polizei, LKA und Staatsanwaltschaft sagen: 29-jähriger Mann geht in Ulmer Elektromarkt mit Messer auf zwei Personen los - danach fallen Schüsse
In einer gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Ulm, des Polizeipräsidiums Ulm und des...weiterlesen
Zweifelhaftes Glanzlicht der Woche: Erbschaft unter den Nagel gerissen und als Stiftungs-Verwalter gleich noch bereichert?
Es klingt wie das Drehbuch eines Wirtschaftskrimis, ist aber bittere Realität in Ulm und Neu-Ulm: Ein...weiterlesen
Vermisst! Ein Klick mit fatalen Folgen
Ein junges Mädchen aus dem Alb-Donau-Kreis wird vermisst. Die verzweifelten Eltern suchen auf Facebook...weiterlesen
Trauriges Glanzlicht der Woche: Haftbefehl erlassen - Nachtrag der Behörden zum Messerangriff eines 29-Jährigen und den Schüssen der Polizei
Nachtrag in einer gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Ulm und der Polizei: Nun drei...weiterlesen
Viele Fragen bleiben beim Stellwerksumbau beim Ulmer Hauptbahnhof offen
Der Ulmer Hauptbahnhof ist für eine Woche eine riesige Baustelle. Die Deutsche Bahn nutzt die...weiterlesen
Mutmaßlicher Messerangriff in einer Wohnung - eine 30-Jährige wird schwer verletzt
In einer gemeinsamen Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft Ellwangen und Polizeipräsidium Ulm geben...weiterlesen
Neue Verkehrsführung beim Blaubeurer Ring in Ulm überfordert viele Autofahrer
Die komplette Sperrung der Blaubeurer-Tor-Brücke hat Ulm am Samstag zum Dauerstau auf der Bundesstraße...weiterlesen








