Ulm News, 07.06.2013 16:56
Vorsicht im Netz: Betrüger missbrauchen Arbeitssuchende
Auf Arbeitssuchende haben sich Internetbetrüger spezialisiert, vor denen die Polizei jetzt warnt. Sie missbrauchten deren Arbeitswille, um rechtswidrig erlangtes Geld zu waschen.
Doch die Männer erkannten dies und erstatteten jetzt Strafanzeige. Die beiden Männer Ulm und der Region sind IT-Fachleute und derzeit auf Arbeitssuche. Unabhängig voneinander erhielten die Beiden jüngst die Nachricht einer angeblichen "Arbeitsagentur". Das Angebot kam von einer norwegischen Firma, die sich auf das Archivieren von Texten spezialisiert habe. Dazu sollten die Männer in Heimarbeit beitragen. Die Firma gab vor, sämtliche Gerätschaften (Hardware) zur Verfügung zu stellen. Die Männer nahmen das Angebot an, unterschrieben einen zugesandten Arbeitsvertrag und erhielten prompt einen Betrag über mehrere tausend Euro auf ihr Konto überwiesen. Damit sollten sie bei einer chinesischen Firma Hochleistungs-Scanner bestellen. Dass sie aber mehrere Teilbeträge über einen Geldtransferdienst auf verschiedene chinesische Konten überweisen sollten, machte die Männer dann stutzig. Sie witterten Betrug und erstatteten Anzeige bei der Ulmer Kriminalpolizei. Tatsächlich zogen die 53 und 57 Jahre alten Männer damit die Notbremse und verhinderten Schlimmeres: Wie die Polizei ermittelte, wurden die Geldbeträge von Kunden von Online-Banken abgezockt. Dazu hatten die Täter Schadprogramme, so genannte Trojaner, auf die Rechner der Bankkunden geschleust. Trickreich wurde ihnen eine Nachricht ihrer Bank vorgegaukelt, nach welcher sie etwa zu Unrecht erhaltene Überweisungen auf bestimmte Konten zurücküberweisen sollten. Weil die Computer der Bankkunden manipuliert waren, tauchten bei ihnen tatsächlich die falschen Überweisungen in den Zahlungsübersichten auf, obwohl es sie gar nicht gab. Dank der Aufmerksamkeit der beiden Arbeitssuchenden ist das Geld der Bankkunden nicht verschwunden sondern kann ihnen zurückgegeben werden. Hätten die Männer das Geld überwiesen, hätten sie gegenüber den geprellten Bankkunden dafür geradestehen müssen. Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei. Sie warnt davor, im Internet allzu blauäugig zu sein. Auch dort tummeln sich schwarze Schafe. Ausführliche Informationen zum Schutz vor den Gefahren im Internet mit wichtigen Hinweisen auf weitere Hilfe bietet die Polizei unter www.polizei-beratung.de. Die Informationen gibt es auch in Broschüren auf jeder Polizeidienststelle.



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