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Ulm News, 18.04.2013 17:18

18. April 2013 von Thomas Kießling
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IHK Ulm: Bahnelektrifizierung vorantreiben


Der Bahnverkehr mit alten Dieselloks belastet nach Berichten zahlreicher Anwohner die Luftqualität in Ulm. Die IHK Ulm fühlt sich hierdurch in ihrer langjährigen Haltung bestätigt.

 So hat die IHK Ulm auf das Thema der Schadstoffbelastung der Dieselloks bereits vor Einrichtung der Umweltzone im Jahr 2009 hingewiesen und in ihren Vorschlägen zur Reduzierung der Feinstaubbelastung in Ulm die „Elektrifizierung der Süd- und Illertalbahn“ als wichtiges Ziel erklärt. Denn die Elektrifizierung der Bahnstrecken würde die Immissionen durch Dieselloks sowohl im Bereich der Messstelle Zinglerstraße als auch bezüglich des städtischen Hintergrunds merklich reduzieren. „Es wird Zeit, dass die letzten Dieselloks im Land beseitigt werden“, sagt Otto Sälzle, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm. Der bayrisch-württembergische Grenzraum bis hinunter ins bayerische Allgäu zählt neben dem Bayerischen Wald zu den letzten sogenannten Dieselnestern, in denen noch Dieselloks eingesetzt werden, in Deutschland. „Wir sind eine der dynamischsten Wirtschaftsregionen in Deutschland mit der ältesten Infrastruktur. Das darf so nicht bleiben“, fordert Sälzle. Die regionale Wirtschaft würde hierbei ihren Teil beitragen. So ist die IHK Ulm Mitglied im Interessenverband Südbahn, der das Ziel hat, die Elektrifizierung voranzutreiben. Von der Vollversammlung der IHK Ulm wurde ein Infrastrukturfonds beschlossen. Mit dessen Hilfe werden Planungen vorfinanziert, um die Verwirklichung von Projekten zu beschleunigen. So investiert die IHK Ulm aus diesem Topf insgesamt 265.000 Euro in die Planungen zur Elektrifizierung der Südbahn. Die Politik hat bislang zur Verbesserung der Luftreinhaltung größtenteils nur Maßnahmen im Straßenverkehr ergriffen. Während die Regeln für Kraftfahrzeuge immer weiter verschärft wurden, ist im Bereich des Bahnverkehrs nichts passiert. Nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz sind aber geeignete Maßnahmen gegen alle Emittenten zu richten, die zu schädlichen Umweltwirkungen beitragen. „Den kleinen Unternehmen wird eine teure Ersatzbeschaffung ihrer Fahrzeuge zugemutet, gleichzeitig werden von politischer Seite aber nur unzureichend Gelder in die Hand genommen, um Feinstaubquellen, wie zum Beispiel die Dieselnester, zu beseitigen“, sagt Sälzle zur Verschärfung der Umweltzonen seit Beginn diesen Jahres und zur Belastung der kleinen Betriebe. Immerhin gäbe es bei der Elektrifizierung der Südbahn positive Signale von Bundesverkehrsminister Ramsauer. Trotz erheblicher Kostensteigerungen auf insgesamt 226 Mio. Euro statt der ursprünglich kalkulierten 140 Mio. Euro sieht der Minister das Projekt auf einem guten Weg, wie er in dem kürzlich in Berlin stattgefundenen Gespräch zur Bahn-Magistrale sagte. Die Finanzierungsvereinbarung sollte bald unterschriftsreif sein. Neben der Südbahn sollte nach Auffassung der IHK Ulm im nächsten Schritt auch die Elektrifizierung der Brenz- und Donautalbahn angegangen werden.



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