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Ulm News, 13.03.2013 12:00

13. March 2013 von Thomas Kießling
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Karl-Heinz Raguse: Der Mittelstand benötigt Planbarkeit und Vertrauen


Weniger Bürokratie, weniger Regularien, weniger Gesetze, stattdessen mehr  Verlässlichkeit und Planbarkeit fordert Karl-Heinz Raguse, Initiator und Veranstalter des Ulmer Unternehmertags von der Politik. Beim Unternehmertag treffen sich am Donnerstag, 14. März, von 9 bis 18 Uhr, zum 14. Mal in der Ulmer Donauhalle Unternehmer und Führungskräfte aller Branchen, Vertreter aus Politik und Wissenschaft sowie regionaler und überregionaler Medienschaffenden in der Donauhalle.  Das Motto der Messe lautet  diesmal „Spitze im Süden“. Ralf Grimminger sprach mit Karl-Heinz Raguse über die Wirtschaftslage und den Unternehmertag.

Das diesjährige Leitmotiv des Unternehmertags lautet „Spitze im Süden“. Was ist Ihrer Meinung nach Spitze im Süden, insbesondere in der Region Ulm/Neu-Ulm?

Karl-Heinz  Raguse: Die mittelständische Wirtschaft ist sehr breit aufgestellt ist und wir in einer in jeder Hinsicht stabilen Region. Die Vielfalt der Branchen  bewirkt den Wohlstand. Außerdem sind viele Mittelständer von hier in ihrem Bereich sogar weltweit Marktführer, also wirklich absolute Spitze.

 

Das könnte noch mehr spitze sein? Was ist verbesserungswürdig?

Karl-Heinz Raguse:  Zum Teil die Infrastruktur, etwa der Bereich schnelle Netzwerkinfrastruktur. Hier gibt es immer noch Gebiete mit langsamen Datenleitungen. Es gibt sicher vereinzelt, auch berechtigte Forderungen für Verbesserungen. Man muss aber grundsätzlich Danke sagen, dass es sich hier so gut und sicher leben lässt. Wir leben gut in Deutschland, und – ich glaube - in Ulm und Neu-Ulm besonders gut. 

 

Was ist aus der Sicht des Mittelstands nicht  spitze?

Karl-Heinz  Raguse:  Nach wie vor ist die Bürokratie eine Belastung für jedes Unternehmen. Die Anzahl der Gesetze und unzählige Verordnungen sind unerträglich. Durch immer weitere Regularien  wird die Förderung von Wachstum behindert. Unternehmer stehen ja zum Teil  immer mit einem Fuß im Gefängnis.  Die Gängelung durch den Gesetzgeber ist ein großes Problem.  Unternehmer sind Macher, die sehr motiviert sind, bei dem was sie machen. Diese Motivation ist tagtäglich notwendig, um einen Betrieb erfolgreich am Laufen zu halten. Die Politik gefährdet diese Motivation zunehmend.   

 

Nils Schmid, Finanz-und Wirtschaftsminister sowie stellvertretender Ministerpräsident des Landes, eröffnet nach Stefan Mappus und Bahnchef Rüdiger Grube erneut ein Topmann den Unternehmertag. Müssen Sie die Politiker vom Unternehmertag überzeugen oder kommen die Zusagen schnell?

 Karl-Heinz Raguse: Aktives Networking schafft den Zugang zur Politik. Ich habe ein gutes Netzwerk. Das ist sehr hilfreich.   

 

Warum reist zu einem regionalen Unternehmertag jährlich die erste Politgarde des Landes nach Ulm?

 

Karl-Heinz Raguse: Die Region hat viel zu bieten und der Unternehmertag ist sehr repräsentativ für die Leistungsfähigkeit der Region. Die Politiker erreichen hier auch sehr viele Multiplikatoren und wichtige Leute.  

 

Welche Aussagen  erhoffen Sie sich von Nils Schmid in der Donauhalle?

Karl-Heinz Raguse:   Ich hoffe, dass er seinen Beitrag leistet zu mehr Planbarkeit in der Politik. Gerade der mittelständische Unternehmer benötigt Planbarkeit und Vertrauen.  Wir müssen vorsichtig sein, dass der Staat nicht die Innovationskraft des Mittelstandes abwürgt, in dem kleine und mittelständische Unternehmen zur Kasse gebeten werden und die Großunternehmen begünstigt werden, weil sie die bessere Lobbyarbeit machen. Es ist nicht einzusehen, warum beispielsweise der Strompreis zwischen Großunternehmen und KUM teilweise um 15 Cent pro Kilowattstunde schwankt oder Fastfoodunternehmen 7 Prozent Mehrwertsteuer abführen, die normale Gastronomie aber 19 Prozent.  Diese Ungleichbehandlung sorgt im Mittelstand zunehmend für Verdruss und Frust.   

 

Auch die Podiumsdiskussion ist gut besetzt mit Unternehmern wie beispielsweise Heribert Fritz. Dessen Unternehmen Fritz & Macziol ist seit Jahren Spitze und schon lange über den Süden hinaus. Mit über 1000 Mitarbeitern weltweit gehört FUM zu den Ulmer Vorzeigeunternehmen. Was können die Teilnehmer am Unternehmertag bei dieser Diskussion erfahren?

Karl-Heinz Raguse: Die Diskussionsrunde ist hoch karätig besetzt. Die Teilnehmer werden anschaulich darlegen, warum die Region als Standort so attraktiv ist und warum sie hier in der Region ihren Firmensitz haben und auch hier bleiben werden.    

 

Die Teilnehmerzahl des 14. Ulmer Unternehmertags ist mit 130  Ausstellern nahezu gleich wie im Vorjahr? Sind es immer die gleichen Aussteller oder wechselt das von Jahr zu Jahr?

Karl-Heinz Raguse:  Wir haben in diesem Jahr sicherlich 40 Prozent andere Firmen als in den Vorjahren. Es wechselt jedes Jahr gut durch. Das ist auch durchaus so gewollt.

 

Die Nachfrage ist groß. Worin liegt der Reiz für Unternehmen, sich auf dem Ulmer Unternehmertag zu präsentieren?

 

Karl-Heinz Raguse:  Der Reiz liegt sicher an der Mischung. Hier präsentieren sich vielfältige Branchen,  dazu gibt es ein attraktives Rahmenprogramm, beginnend morgens mit einer politischen Startrunde, interessanten Workshops, eine gut hochkarätig besetzte Diskussionsrunde und einen unterhaltsamen , bei dem die Kontakte bei Musik und Häppchen vertieft werden. Feiern gehört zu einem solchen Tag  – man darf außerdem auch den eigenen Erfolg feiern.   

 

Haben Sie schon daran gedacht, den Unternehmertag zu erweitern oder wollen Sie bei der kompakten und übersichtlichen Ausstellungsfläche bleiben?

 

Karl-Heinz Raguse:  Ja, aber der Grundgedanke der Messe als großer Marktplatz wäre dann in Frage gestellt. Die Kompaktheit in zwei Hallen bewirkt die positive Stimmung unter Ausstellern und Besuchern.  Wir haben eine positive, auch emotionale Schwingung in der Donauhalle.

 

Wie sieht der „Branchenmix“ auf dem Unternehmertag aus?

 

 

Karl-Heinz Raguse: Der 14. Unternehmertag ist  wieder buntgemischt von Geld und Finanzierungen über Marketing, Vertrieb, PR, IT, Energie, Recht und Steuern bis hin zu Gesundheit, Übersetzungen, Industrie, Handwerk und Europapark Rust, der viele Unternehmensveranstaltungen anbietet.

 

 Ähnlich sieht es auch bei den Vorträgen in den Speaker Corners aus. Wie vielfältig ist das  Vortragsprogramm?

Karl-Heinz Raguse: Das Programm ist sehr attraktiv. Jeder kann wichtige Anregungen mitnehmen. Der Unternehmertag ist als Praxisforum konzipiert. Es werden also Themen von Unternehmen für Unternehmen vorgetragen.   

 

Was gibt es außerdem, damit der Unternehmertag auf jeden Fall spitze und ein Erfolg wird?

 

Karl-Heinz Raguse: Wir haben tolle Aktivitäten in der Halle wie Segways oder ein Basketbalkorb von ratiopharm ulm, ein hervorragendes Catering und eine tolle Latinjazz-Band am Abend. Ich bin überzeugt, es wird wieder ein sehr informativer, aber auch kommunikativer  Unternehmertag.   



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