Ulm News, 05.07.2012 18:14
Und Technik ist doch etwas für Mädchen
Zum Abschluss der Girls` Day Akademie haben im Musiksaal des St. Hildegard-Schulzentrums 15 Schülerinnen der Realschule und des Gymnasiums ihre Projekte präsentiert. Ergebnis: Technik ist doch etwas für Mädchen, und wie.
Ein Jahr lang, jeden Mittwochnachmittag ging es für die 15 Schülerinnen zu den Firmen der Region oder in die Hochschulen. Auf dem Programm standen alle möglichen technischen Belange. „Von wegen Technik ist nichts für Mädchen“, lacht Laura Kempfle, „wir haben uns entschieden, zusätzlich zur Schule die Girls` Day Akademie zu besuchen und haben viel gesehen und ausprobiert.“ In den Ausbildungswerkstätten von Iveco, Wieland-Werke und Cassidian schweißten die Mädchen Blumen, fertigten Stiftehalter und löteten ihr eigenes Fahrradrücklicht. Die langen Haare nach hinten gebunden und in professioneller Schutzkleidung ging es ran an die Maschinen. Unter Anleitung von Ausbildern und Auszubildenden durften sie die meisten Arbeitsschritte selbst ausführen. Bei Zwick und Gardena konnten sie die Entwicklung eines Produkts vom Kundengespräch bis zur Fertigung sehen. „Das Internet bietet heute zwar viele Möglichkeiten sich die Arbeitswelt zu erschließen, aber es ist etwas ganz anderes, echte Werkstattluft zu schnuppern, unterschiedliche Arbeitsplätze zu besichtigen und Aufgabenstellungen aus dem Ingenieuralltag kennen zu lernen“, sagte Götz Maier, Geschäftsführer von Südwestmetall, auf der Abschlussfeier. Denn was genau bei einem Handy im Hintergrund passiert, wenn kurz zu Hause anrufen wird und man dabei noch im Zug sitzt, lernten die Mädchen bei Nokia Siemens Networks kennen. Hunderte Kabel, verschiedene Antennen und erst einmal 15 fragende Gesichter. Und auch hier halfen die Gespräche mit Ingenieurinnen und Ingenieuren weiter, die alles erklärten und erzählten. Fazit: dass ist auch für Mädchen erlernbar. Helge Stetter, Rektorin der St. Hildegard Schule, lobte die 15 Schülerinnen und Schulprojektleiter Rafael Spang für ihren Fleiß und ihr Durchhaltevermögen: „Allein schon die Präsentation hier vor allen Kooperationspartnern und den Eltern war ja enorm zeitaufwändig, dafür aber auch besonders schön gelungen.“ Das St. Hildegard Schulzentrum wurde aufgrund der Akademie 2011 auch zur MINT-freundlichen Schule ernannt (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). An der Hochschule und der Universität Ulm besichtigten die Mädchen Labore und beschäftigten sich mit Optik und Maschinenbau. Mit einer Lehramtsstudentin experimen-tierten sie frei im Schülerforschungszentrum und fanden für die Versuche auch Anwendungsbeispiele aus dem Alltag. „Wir fördern die Mädchen ganz bewusst frühzeitig und geben ihnen dadurch die Chance, sich frei und unverbindlich zu informieren.“ erklärte Maier. Für die Achtklässlerinnen war die Girls` Day Akademie vielleicht ein wichtiger Impuls, um sich einen passenden Beruf auszusuchen. „Bei 8000 Studien- und 400 Ausbildungsmöglichkeiten, die es in Deutschland gibt, ist die Auswahl doch enorm schwierig“, sagte Christine Blass, Organisatorin und Projektleiterin für Südwestmetall, „im zweiten Jahr hat sich die Girls´ Day Akademie erneut bewährt und bei den Kooperationspartnern viel Freude hervorgerufen.“




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