Ulm News, 27.05.2012 23:14
Steven Esterkamp: Wir werden Bamberg nichts schenken
Es ist geschafft! ratiopharm ulm zieht nach 1998 das zweite Mal in der Geschichte des Ulmer Basketballs in die Endspiel-Serie um die Deutsche Meisterschaft ein. Mit einem sensationelle 3-0 über Würzburg – einem sogenannten Sweep – beendet Ulm die Halbfinalserie und ist nach zwei Playoffrunden das einzige ungeschlagene Team der Beko BBL. Am kommenden Sonntag beginnen die Finals mit einem Auswärtsspiel in Bamberg – das erste Ulmer Finalheimspiel ist für Mittwoch, den 6. Juni, terminiert. Tickets dafür gibt es ab Dienstag (12 Uhr) unter www.basketball-ulm.com/tickets.
„Unglaublich“, nennt Head Coach Thorsten Leibenath die Leistung seiner Mannschaft. „Wir haben über die Saison nicht den Einbruch erlebt, den uns viele vorhergesagt haben – sondern unsere Leistung stattdessen immer mehr stabilisiert. Und ich denke, in den Playoffs ist uns das noch einmal eindrucksvoll gelungen“, so der 37-Jährige strahlend. Von einer „magischen Saison“ sprach auch Gästetrainer John Patrick, der konstatierte: „Ulm war die bessere Mannschaft.“ Doch das 3-0 über Würzburg spiegelt die Dramatik der Serie nicht annähernd wider. Zu intensiv, zu hart umkämpft waren die Spiele gegen die Unterfranken. Dafür spricht auch der Spielverlauf in Begegnung Nummer drei: Zwei Minuten und 15 Sekunden musste die ausverkaufte ratiopharm arena auch die ersten Ulmer Punkte warten. Die sehr ruppige Verteidigung der Gäste, die schon nach fünf Minuten das fünfte Würzburger Teamfoul nach sich zog, machte ratiopharm ulm arg zu schaffen. Doch weniger die Tatsache, dass die Gastgeber nach acht Minuten mit 12:16 zurücklagen, bereitete Thorsten Leibenath Sorgen: Es war in der 5. Minute, als Per Günther in der eigenen Zone zu Boden ging, liegen blieb, sich das linke Knie hielt und mit schmerzverzerrtem Gesicht in die Kabine humpelte. Ohne ihren in den Playoffs überragenden Spielmacher – der in der 9. Minute auf die Bank zurückkehrte – taten sich die Ulmer schwer, einen Spielrhythmus zu finden (15:18). Doch Günther sorgte schon in Viertel zwei selbst für Entwarnung, als er unter stehenden Ovationen konzentriert und (scheinbar) ohne Beeinträchtigung aufs Feld zurückkehrte. Doch sein Auftritt währte zunächst nur wenige Sekunden, ehe der Nationalspieler erneut auf der Bank Platz nahm. Sein Team ließ sich dadurch allerdings nicht verunsichern, sondern erzielte in der 12. Minute die erste Ulmer Führung (23:22, Dreier Nankivil). Und Nankivil „drückte“ noch einen hinterher: nämlich einen Tip-Dunk zum 25:22. In Günthers Abwesenheit war es Point-Guard-Kollege Tommy Mason-Griffin, der sein Team mit sechs Punkten in Folge zur 33:23-Führung (17.) antrieb. In dieser Phase war das kleine Kraftpaket einfach nicht zu stoppen und schickte noch einen Dreier zum 36:23 hinterher. In der 19. Minute kehrte Günther dann endgültig wieder aufs Parkett zurück – dem Schlag, den er aufs linke Knie erhalten hatte und den damit verbunden Schmerzen zum Trotz. Dass die Baskets bis zur Pause auf 40:30 verkürzten, konnte aber auch der Nationalspieler nicht verhindern. Und dass Günther bereit war, den Schmerz zu ignorieren, demonstrierte er in einer kritischen Phase: Würzburg war mit zwei Dreiern in Folge auf 45:41 herangekommen, als John Little mit allem was er hatte auf Günther zustürmte – und ein Offensivfoul beging. Doch Würzburg machte weiter Druck – das Spiel stand nun auf des Messers Schneide (49:47, 26.). Nach einem Turnover von Mason-Griffin – dem achten seines Teams – brachte Ben Jacobson die Partie wieder auf den Nullstand (52:52, 28.). Wenngleich die Ulmer – angetrieben durch ihre frenetischen Fans – mit zwei Dreiern (Esterkamp, Tobert) das Schlimmste abwenden konnten (58:54): die Würzburger nützten jede sich ihnen bietende Chance und führten zu Beginn des vierten Viertels mit 60:62. Das dritte Viertel ging damit mit 20:32 an die Gäste. Und auch das Schlussviertel sollte an die Nerven gehen: Mit 62:67 gingen die Gäste in Führung, ehe Keaton Nankivil mit einem Dreier verkürzte (33.). Und Verletzung hin oder her &a mp;a mp;n dash; Per „Mr. Playoffs“ Günther – war nach wie vor für die wichtigen Momente zuständig: Mit seinem Dreier eroberte er die Führung zurück, die Kapitän Esterkamp per Dreipunktspiel auf 71:67 ausbaute (34.). Und Günther schickte die Vorentscheidung gleich hinter: Mit einem weiteren Dreier und einem unbändigen Drive schraubte er den Score auf 78:69 (38.) in die Höhe. Auch wenn es nicht die Art von Thorsten Leibenath ist, „will ich Pers Leistung hervorheben. Er war für uns der Spieler der Playoffs und ist es vielleicht sogar überhaupt“, sagte der Trainer stolz und versprach, sein Team auf die Aufgabe in Bamberg akribisch vorzubereiten. „Wir spielen gegen die Übermannschaft der vergangenen Jahre. Aber wir waren dieses Jahr schon zwei Mal knapp dran, sie zu schlagen.“ Dass sein Team sich das durchaus zutraut, bestätigt Topscorer Steven Esterkamp: „Das Selbstvertrauen dazu haben wir. Wir werden Bamberg nichts schenken.“ Für ratiopharm ulm spielten: Mason-Griffin (15 P), Günther (13), Betz (7), Oladipo (dnp), Wenzl (dnp), Heberlein (dnp), Torbert (3 P, 3 As), Esterkamp (21 P), Watts (8 P, 8 Reb), Nankivil (11 P, 7 Reb), Bryant (10 P, 13 Reb).




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