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Ulm News, 18.03.2012 03:54

18. March 2012 von Thomas Kießling
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23. Sieg der Ulmer Basketballer nach Achterbahnfahrt


ratiopharm ulm schlug die Telekom Baskets Bonn in einem Spiel, das trotz einer hohen Führung noch einmal spannend wurde, letztlich aber souverän mit 87:74 (42:27) endete.

 Dass eine komfortable Führung (40:19) nach 18 gespielten Minuten im Basketball nicht unbedingt etwas wert ist, bezeugten beim Spiel gegen die Telekom Baskets Bonn 6.000 begeisterte Zuschauer. Nach dem ratiopharm ulm die erste Halbzeit souverän gewonnen hatte, glichen die Gäste in der 31. Minute aus, was die Arena zum Kochen brachte und Head Coach Leibenath vorhergesehen hatte. „Nach der guten ersten Halbzeit schwante mir Böses, denn Bonn hatte lange nicht sein ganzes Potenzial gezeigt. Wenn sie ins Laufen kommen, gehören sie zu den Topteams der Liga“, so Leibenath über das Bonner Comeback. „Umso stolzer bin ich, dass wir das Tal überstanden und nicht den Glauben an uns verloren haben. Dazu hat das Publikum wieder einen großen Teil beigetragen“, so der 36-Jährige. Das bestätigte auch Gästecoach Michael Koch: „Als es eng wurde ist die ganze Halle gestanden, das gibt natürlich einen enormen Rückhalt für das Heimteam. Ich würde mir wünschen, in jeder Bundesligahalle würde eine solche Atmosphäre herrschen“, so der Bonner Cheftrainer, der vermutet, dass die ratiopharm arena, die gegen Bonn zum zehnten Mal ausverkauft war „zu klein gebaut wurde“. Die Euphorie, die in Ulm herrsche, sei „beeindruckend“, so Koch. Und beeindruckend starteten die Gastgeber auch in die Partie. Wenn in den ersten 6. Minuten vier Dreier ihr Ziel finden und der gegnerische Point Guard (Jared Jordan), der das Spiel seiner Mannschaft mit im Schnitt 8 Assists dirigiert, bereits zwei Fouls und zwei Ballverluste begangen hat, kann man wohl von einem guten Start in die Partie sprechen. Die Anzeigetafel stützte diese These: 18:7 stand es, als das Spiel zwischen dem Tabellenzweiten und dem Achtplatzierten gerade erst begonnen hatte. Einzig die Bonner Überlegenheit beim Offensivrebound passte nicht recht ins Bild. Wie auch die letzten Minuten des Startviertels, als ratiopahrm ulm drei Mal in Folge ohne vernünftigen Abschluss blieb. Die ersten zehn Minuten gingen dennoch verdient mit 21:13 an die Gastgeber. Wenngleich Keaton Nankivil zu Beginn des zweiten Viertels den fünften Ulmer Dreier (Bonn 1/10) versenkte – der Spielfluss der Anfangsminuten war zunächst dahin. Doch da die Gäste nicht nur aus der Distanz kein Fortune im Abschluss hatten, wirkte sich das auf das Ergebnis nicht weiter aus (28:14, 14.). Es fiel auch nicht weiter ins Gewicht, dass John Bryant nach 15 Minuten – und 6 Punkten plus 7 Rebounds – mit zwei Fouls das Feld verlassen musste. ratiopharm ulm verteidigte seine Führung gegen schwach werfende Bonner souverän (35:19, 17.). Und je länger das Spiel dauerte, umso mehr fanden die Gastgeber zur Leichtigkeit der Anfangsminuten zurück, wie eine Passstafette von Swann über Mason-Griffin auf Watts wunderschön demonstrierte. Erst als Swann in aufreizender Lässigkeit den Ball gegen Bonns Serapinas vertändelte, war Leibenath gezwungen, das Spiel zu unterbrechen (42:25, 19.). Die erste Hälfte ging dennoch dank 11 Ulmer Assists, bei nur 3 Turnovern (Bonn: 6/6) an Ulm. Zu Beginn des dritten Viertels lief es für die Gäste aus der Distanz deutlich besser: Mit drei Dreiern verkürzte Bonn in der 24. Minute auf 51:38. Als der vierte Bonner Dreier einschlug, hatten die Gäste ein 12:3-Serie hingelegt und auf 51:41 verkürzt (25.). Und das war erst der Anfang eines erstaunlichen Bonner Comebacks: Hatten die Gäste bis dato wenig Gefahr ausgestrahlt, dominierten sie das dritte Viertel: Mit einem 9:21-Zwischenspurt hatten sie die Partie wieder fast auf Null gestellt (51:48, 28.). Zum Viertelende trennten die beiden Kontra henten sogar nur noch zwei Punkte (55:53). Das Schlussviertel war dann ein offener Schlagabtausch – in einer ohrenbetäubenden Kulisse: Dem 55:55-Ausgleich schickte Tommy Mason-Griffin einen Dreier hinterher, der von einem Alley-oop Tony Gaffneys gekontert wurde, ehe Swann erneut einen Dreier im Korb unterbrachte (63:59, 34.). Das Tempo war nun so rasant, dass eine Ulmer Neun-Punkte-Führung wie im nichts zerstob (70:64, 34.). Erst ein technisches Foul von Zvonko Buljan – der „neck breaker“, wie sein Coach später sagte – nützen die Gastgeber, um entscheidend davon zuziehen (74:64, 38.). Spätestens als Isaiah Swann einen wuchtigen Dunking zum 82:72 durch die Reuse hämmerte, war klar, dass auch der 23. Saisonerfolg unter Dach und Fach war. Für ratiopharm ulm spielten: Swann (20 Punkte), Günther (5), Esterkamp (6), Watts (14, 5 Reb, 5 Ass), Bryant (18, 10 Reb), Mason-Griffin (14), Trice (4), Nankivil (6), Betz, Heberlein, Oladipo, Wenzl.



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