Ulm News, 12.12.2025 14:15
„Gefühle gibt es nur in der Liebe, nicht im Fußball“ – aber: „Ich weiß auch, dass ich liefern muss“
Viele Fans waren ja spontan begeistert, als es hieß, dass die Spatzen Pavel Dotchev verpflichtet wird (na gut, diejenigen, die Tom Wörle zurückhaben wollten, natürlich nicht). ulm-news gehörte auch ganz klar dazu, denn der Trainer-Haudegen ist ja mit allen Wassern gewaschen – kennt alle Fallstricke – und erzählt nicht immer das gleiche und die üblichen Plattitüden, sondern haut auch mal einen raus – hat eben Unterhaltungswert – sozusagen Fußball-Entertainment. Jüngstes Beispiel heute bei der Spieltags-PK zur Partie am kommenden Freitagabend, 19.00 Uhr im Donaustadion gegen den VfL Osnabrück – das Freitags-Topspiel der 3. Liga – das ist Hingehen eigentlich Pflicht.
Die gesamte PK – natürlich wieder mit ulm-news-Fragen – gibt es demnächst hier.
Zurück zum 60-jährigen Deutsch-Bulgaren. Klar fällt es einfacher, eine Spitze zu setzen, wenn man - wie jetzt die Spatzen bei Viktoria Köln - gewonnen hat, als wenn man leidige Niederlagen erklären muss - wie die ersten beiden Spiele unter Dotchevs Führung gegen Havelse und zuhause gegen 1860. „Klar ist mir: ich muss liefern – sie haben mich hierhergeholt, dass wir die Liga halten können“, hatte er noch etwas zerknirscht vergangene Woche gesagt, heute nun mit dem Sieg im Gepäck aus Köln antwortete er auf die Frage nach seiner Gefühlswelt ironisch und zur Belustigung der anwesenden Journalisten und sicherlich auch der zahlreichen Zuschauer auf dem Spatzen-TV Youtube-Kanal. „Gefühle gibt es für mich nur in der Liebe – beim Fußball hab ich die nicht, da bin ich zu oft enttäuscht worden – da zählt für mich nur Realismus“, so Pavel Dotchev.
Jüngstes Beispiel sei hier in Ulm gewesen: „Wir trainieren die Woche über sehr gut, und ich denke, das wird super am Wochenende – und dann haben wir zweimal verloren“, so Dotchev, „dann denkt ihr doch: was erzählt uns der Mann da auf dem Podium für einen Quatsch – da passen Gefühl und Ergebnisse doch gar nicht zusammen.“ Die Ergebnisse sind`s, die zählen, aber der Rekordtrainer der 3. Liga mit mittlerweile neun verschiedenen Vereinen und 369 Spielen (das sind umgerechnet fast elf Jahre!) hat an jedem Sieg seine Freude und seinen Spaß, und der letzte – so wichtige und überhaupt sein erster in Ulm – hat ihn und seine Spieler und die nach Köln 500 mitgereisten Spatzen-Fans besonders gefreut. Wobei: „Fußballerisch ist das noch nicht viel, was wir zeigen können, es sind bislang nur die Basics, enge Abstände zwischen den Reihen, viel Einsatz und Leidenschaft“, so Dotchev, „da hoffe ich, dass wir demnächst ein paar PS mehr auf die Straße bekommen.“ Oder im übertragenen Sinne eben auf den Platz.
Damit können die Spatzen schon Freitagabend (wie gesagt 19.00 Uhr – Freitagabend-Topspiel der 3. Liga) gegen Osnabrück anfangen. „Die sind eine Spitzenmannschaft und Aufstiegsaspirant, haben aber wie wir ein ähnliches Problem: schießen zu wenig Tor“, so Dotchev. Genauer gesagt hat Ulm mit 21 sogar ein Tor mehr geschossen, allerdings musste der Tabellenfünfte weit weniger Tore kassieren als die Ulmer, nämlich deren 16, während die Ulmer Keeper schon 36mal hinter sich greifen mussten.
Die Niedersachsen haben nun die letzten beiden Partien verloren, was wiederum die Ulmer Hoffnung nährt, dass man gegen die Lila-Weißen von der Bremer Brücke (nun sind aber auch alle Klischees benannt) was reißen kann. „Natürlich können wir das“, sagt Trainer Dotchev, „wir gehen in die Partie, ganz klar um zu gewinnen – wir werden keinen Hurra-Fußball spielen können, aber wir werden mutig und offensiv spielen“, so der Coach, der gestern beim öffentlichen Training auch Offensiv-Standards hat üben lassen – vielleicht treffen dann auch mal seine Stürmer. „jeder der mehr als tausend Fans hat gesehen, dass da viel Spaß und Leidenschaft bei meiner Mannschaft mit dabei war.“ Insider berichten allerdings von rund 30 Fans auf der Vogelwiese – aber Pavel Dotchev hat mal wieder einen rausgehauen – ist wie gesagt, viel einfacher nach einem Sieg. Und den nächsten – seinen zweiten mit Ulm – will er Freitagabend einfahren – dann wird die nächste PK auch wieder vergnüglich.
Infos (und noch ein weiteres Statement von Pavel Dotchev):
Tickets gibt’s noch online wie an der Abendkasse. Der SSV rechnet bislang (nur) mit 9000 Zuschauern - mit 700 aus der (quasi) westfälischen Friedensstadt (aber jetzt sind wirklich alle Klischees aufgezählt).
Der Trainer bangt noch um Lucas Röser – vor allem, weil er wohl gerne die dritte Partie hintereinander mit der gleichen Startformation (bis auf die jeweils Gelbgesperrten) bauen will. Sichere Abläufe, sichere Grundstruktur, klare Mechanismen, viell. sogar schon Automatismen – u.a. wenn Neuzugang Mirnes Pepic das Pressing einläutet – wenn er das Spiel strukturiert – wenn er die beiden 6er schon mal im Defensivbereich entlastet - wenn eben auch einer den vorletzten wie den letzten Pass spielen kann und auch noch in den 16er dringen kann. „Für Weihnachtsmarkt und Bummeln bleibt noch genug Zeit – die Leute sollen kommen, sie müssen meine Mannschaft unterstützen – wir brauchen sie – das wir ein gutes Spiel gegen Osnabrück“, und Pavel Dotchev ist auch gar kein schlechter Marketingmann.
Die gesamte PK – natürlich wieder mit ulm-news-Fragen – gibt es demnächst hier.



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