Ulm News, 07.09.2025 23:45
BwK in Ulm als Mekka für ehemalige Rettungshubschrauber-Besatzungen
Rund zwei Jahre dauerte es, bis der Förderverein traumateam e.V. einen alten Hubschrauber des Typs Bell UH-1D als Denkmal für das Ulmer Bundeswehrkrankenhaus (BwK) organisieren konnte. Nachdem der Platz rings um die Maschine fertig gestaltet war, wurden nun ehemalige Besatzungsmitglieder des damaligen Bundeswehr-Rettungshubschraubers nach Ulm eingeladen. Und sehr viele kamen, wie unser Korrespondent Thomas Heckmann berichtet.
Über 70 Ehemalige sind der Einladung gefolgt, um alte Kameraden wieder zu treffen und in Erinnerungen zu schwelgen. Manche Kameraden sind alt geworden, ein 92-Jähriger musste morgens kurzfristig absagen, da nachmittags plötzlich Handwerker kommen wollten. So war wohl der 89-jährige Toni Ludwig der älteste Teilnehmer des Treffens. Ludwig war seit 1971 für 21 Jahre Bordtechniker auf dem Hubschrauber.
Er erinnert sich, dass die ersten zehn Jahre der Rettungshubschrauber ohne Halle an der Wilhelmsburg stand. Im Winter war es teilweise bitterkalt, dann wurde ein Ölradiator in den Hubschrauber gestellt, um den Schnee abzutauen. Bei einem Einsatz, es hatte minus 20 Grad, gefror dann der abgetaute Schnee während des Fluges wieder zu Eis. An der Einsatzstelle kam der Notarzt nicht ohne zusätzliche Hilfe des Teams zu seiner Tür raus, weil die charakterische orange Schiebetür zugefroren war. Von 1971 bis 2003 war der Rettungshubschrauber in Ulm stationiert als bundesweit zweiter und als erster Bundeswehr-Rettungshubschrauber, der für zivile Patienten eingesetzt wurde. Professor Friedrich Wilhelm Ahnefeld hatte damals Verteidigungsminister Helmut Schmidt binnen 45 Minuten von der Notwendigkeit eines Rettungshubschraubers überzeugt.
Mit einer Bell UH-1D des Luftransportgeschwader 61 wurde geflogen, der sperrige Funkrufname „SAR Ulm 75“ deutete darauf hin, dass die Hauptaufgabe eigentlich der Search-and-Rescue-Dienst war. Damit sollten abgestürzte Passagierflugzeuge aus der Luft gesucht werden und schnelle Hilfe gebracht werden. Die Erweiterung mit dem Notarztdienst geht auf Ahnefeld zurück, der auch erster Kommandeur des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses war.
Da die Ausmusterung des Typs Bell UH-1D anstand und die Bundeswehr keinen adäquaten Ersatz hatte, übernahm 2003 die ADAC Luftrettung den fliegerischen Teil des nun „Christoph 22“ genannten Rettungshubschraubers, die medizinische Besatzung stellt weiterhin die Bundeswehr. Das Landsberger Geschwader ist 2017 aufgelöst worden, doch die Ehemaligen treffen sich bis heute einmal im Monat. Norbert Bayer ist einer der Organisatoren dieser Treffen. Das Motto „Alle für Einen - Einer für Alle“ gilt für seine ehemaligen Staffelmitglieder und ihn bis heute. Der Bundeswehr-Pilot war bis 1995 auf dem Ulmer Rettungshubschrauber. Er war gerne in Ulm, denn es war eine besondere Teamarbeit zwischen dem fliegerischen Personal und dem medizinischen Personal.
Doch auch zum Hubschrauber war das Verhältnis eng, er bekam den Spitznamen „Mathilde“. Im Förderverein traumateam engagieren sich die Mitglieder nicht nur für Fortbildungen in der Rettungsmedizin, sondern sind auch traditionsbewusst. Daher war es Vorstand Dr. Jochen Lührs und seinen Kameraden ein Anliegen, mit dem alten Hubschrauber an die Anfänge der Luftrettung in Deutschland und bei der Bundeswehr zu erinnern. Viele Innovationen im Rettungsdienst wurden in Ulm etabliert, neben dem Rettungshubschrauber beispielsweise eine standardisierte medizinische Ausstattung mit dem Ulmer Koffer.
Dieser Innovationsdrang ist bis heute im BwK vorhanden, so werden beispielsweise Blutkonserven im Hubschrauber mitgeführt, um Bedarfsfall schon an einer Unfallstelle lebensrettende Therapien starten zu können.
Text/Fotos: Thomas Heckmann



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