Ulm News, 24.07.2024 18:25
Sparkasse Ulm ermöglicht „Mach mit beim Insektenschutz“
Das Projekt der Deutschen Umwelt-Aktion fasziniert mehr als 700 Grundschulkinder. In über 90 Schulklassen in Ulm und im Alb-Donau-Kreis ist in den vergangenen Monaten die Begeisterung für Insekten geweckt worden.
Seit März 2024 war Naturpädagoge Michael Groh in der Region unterwegs, um Kindern die ökologische Bedeutung des Insektenschutzes altersgerecht zu vermitteln. Das Projekt der Deutschen Umwelt-Aktion, an dem mehr als 700 Schülerinnen und Schüler der dritten und der vierten Klasse teilgenommen haben, wurde von der Sparkasse Ulm sowohl beauftragt als auch finanziert.
„Mögt Ihr Insekten?“, fragt der Naturpädagoge Michael Groh die Klasse 4b in Amstetten. „Nein“, ruft ein Schüler prompt, „die stechen!“. „Wäre es dann nicht gut, wenn wir die ausrotten würden?“, kommt die Rückfrage. Schweigen im Klassenraum. „Warum nicht? Mir fallen mindestens drei Gründe ein, warum wir Insekten brauchen. Was meint Ihr?“, geht die Frage an die Klasse, und schnell kommen die Antworten: Die bestäuben Blumen, die räumen tote Tiere weg, Fische brauchen Fliegen als Futter, Marienkäfer fressen Blattläuse... Und schon ist die Klasse mitten in der Diskussion.
Aufgaben, Lebensraum, Merkmale, Nahrung – in zwei Unterrichtsstunden vermittelt Michael Groh sehr viel Wissen über Insekten. Beziehungsweise trägt das Wissen, das in der Klasse vorhanden ist, zusammen, strukturiert und lässt keine Frage unbeantwortet. In spielerischer Form erarbeiten die Kinder die Ursachen für den massiven Rückgang der Insekten (in 30 Jahren um 75%): zu wenige Pflanzen und immer nur die gleichen, nachts zu viel Licht, kein Platz, Einsatz von Gift – oder in der Fachsprache: Monokulturen, Versiegelung, Lichtverschmutzung, Pestizide. „Ohne Insekten“, übersetzt der Naturpädagoge, „sind am Ende die meisten Supermarktregale leer!“.
Deswegen stürmen die Kinder zum Abschluss begeistert mit ihm in den Schulhof. Mit Blick auf den gepflegten Rasen meint einer der Schüler: „Hier finden die Bienen nichts!“ Genau. Deswegen machen sich jetzt alle daran, Kugeln aus Erde, Lehm, Tonpulver, Wasser und Wildblumensamen zusammen zu matschen, damit daraus insektenfreundliche Pflanzen wachsen. Manche der Kugeln werden in die Gärten zuhause wandern, manche auf dem Rasen der Schule und auf dem Heimweg verteilt werden.



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