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Ulm News, 10.12.2023 02:06

10. Dezember 2023 von Ralf Grimminger
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ratiopharm ulm qualifiziert sich für Top Four-Pokalturnier


Im Pokalviertelfinale bezang ratiopharm ulm den aktuellen Tabellenführer der easyCredit-BBL NINERS Chemnitz mit 87:78 Punkten und beendet deren Siegesserie von wettbewerbsübergreifend zehn Siegen eindrucksvoll. ratiopharm ulm steht nach sechs Jahren wieder im TOP-FOUR. 

Anlässlich der Gelegenheit in das berühmte TOP-FOUR einzuziehen, trafen sich zahlreiche Ulmer-Fans auf dem MainCourt des OrangeCampus, um der Mannschaft aus der Ferne beizustehen und Energie aus ca. 345 km Luftlinie zu schicken. Und das mit Erfolg, denn die Uuulmer zeigten über 40 Minuten eine engagierte und bärenstarke Vorstellung, sicherten sich somit das fünfte Mal in der Vereinshistorie den Einzug in das TOP-FOUR. Das Spiel begann wie so oft mit einem echten Höhepunkt von der Highlight-Produktionsmaschine schlechthin: Trevion Williams packte zum Auftakt mal wieder einen Pass der Kategorie Kunstwerk aus und bediente den eingelaufenen Karim Jallow, der einen fulminanten Start einläutete. Das Team von Trainer Anton Gavel brachte sofort die notwendige Intensität, die es gegen die aktuelle Mannschaft der Stunde braucht, auf das Parkett und zwang die Hausherren in der Anfangsphase mit einer energischen Defensive konstant zu schwierigen Abschlüssen. Das zweite sehenswerte Play bescherte George de Paula. Der brasilianische Aufbauspieler versenkte einen aus der Not gedrungenen Wurf vom Parkplatz, stand beim wilden Dreier Nähe Mittelkreises, was ihn allerdings nicht störte. Die Qualität der Offensive nahm mit fortlaufender Spieldauer auf beiden Seiten zu. Es ging gegen Ende des ersten Viertels wortwörtlich hin und her - jede erfolgreiche Offensive wurde in dieser Phase im direkten Gegenangriff gekontert. So entwickelte sich ein interessanter und absolut offener Schlagabtausch (20:22, 10.).
Viertelübergreifend setzte es dann einen 8:0 Lauf des Gastgebers, bis Youngster Pacôme Dadiet sich im Fastbreak entschlossen durchsetzte und den Run mit einem And-One-Spielzug beendete. Im zweiten Viertel verloren die Ulmer zunächst den Zugriff und Griffigkeit in der Defensive. Immer wieder attackierten die Chemnitzer die Zone, erspielten sich somit gute Abschlusspositionen rund um den Korb. Kurz vor der Halbzeitpause schaltete das Team einen Gang hoch, generierte vermehrt Defensivstopps. Auch in der Offensive häuften sich die Erfolgserlebnisse, welche die Partie weiter offen gestaltete. Die Uuulmer stellten mit einem 8:2 Schlussspurt passend zur ausgeglichenen Partie auf Gleichstand (39:39, HZ.).

Mit viel Elan, Durchsetzungsvermögen und Willenskraft eröffneten die Ulmer die zweite Hälfte, was acht unbeantwortete Punkte in nicht mal eineinhalb Minuten zur Folge hatte (Halbzeitübergreifend 13:0 Lauf). Sinnbildlich für die Präsenz und Wachsamkeit der Uuulmer Trevion Williams: Der Center stand nach 23 gespielten Minuten bei bereits sagenhaften elf Rebounds. Mit tollen Einzelaktionen gelangte Juan Núñez abermals in Korbnähe, brillierte dabei mit hervorragendem Ballhandling und starken Korblegern. Die Chemnitzer Offensive fand dann Mitte des dritten Spielabschnitts den eigenen Rhythmus. Aber besonders einen Ulmer störte dies überhaupt nicht – das spanische Juwel Núñez zeigte all seine Facetten, delegierte mit Spielübersicht die Offensive und verwandelte auch die wilden Würfe wie beispielweise den Stepback-Dreier mit Brett, welches bekannterweise nur auf dem Freiplatz angesagt werden muss. Aus einem weiteren erfolgreichen Dreier von L.J. Figueroa, der das berüchtigte heiße Händchen hatte (5/6 Dreier) resultierte dann zwischenzeitlich eine zweistellige Uuulmer Führung – insgesamt 30 Punkte erzielte das Team in diesem Viertel und sorgte für eine gute Ausganglage vor dem entscheidenden Schlussviertel (60:69, 30.). Den Schwung und das gewonnene Selbstverständnis nahmen die Ulmer mit in den letzten Abschnitt, spielten über weite Strecken routiniert und bauten den Vorsprung auf 15 Punk te aus. Trotz konsequenter Verteidigung kämpften sich die Gastgeber wenige Minuten vor Spielende nochmals auf neun Punkte heran. In der Folge blieben die Uuulmer aber kaltschnäuzig, fuhren den Sieg letztendlich souverän nach Hause und kommen dem Traum vom Pokalsieg einen Schritt näher.

 Mit einem Dreier aus der Ecke sorgte Philipp Herkenhoff für die Vorentscheidung und machte den in der Umgangssprache so oft zitierten Deckel drauf. Wenige Sekunden vorher traf Kevin Yebo einen Wurf von außen, ließ die Chemnitzer nochmals hoffen aber der wurfstarke Big-Man hatte die passende Antwort im Gegenstoß parat und stellte auf eine 14 Punkte Führung (70:84, 36.). 

 Das Double-Double in Person hat erneut zugeschlagen: Trevion Williams sammelt Double-Doubles wie der ein oder andere unter uns Payback-Punkte. Dieses mal verbuchte der „Point Center“ 10 Zähler, herausragende 16 Rebounds und dazu fünf Assists. Die Scoringlast übernahmen in Chemnitz aber hauptsächlich das Trio L.J. Figueroa (19 Pkt.), Juan Núñez (17) und George de Paula (17). Figueroa erwies sich von jenseits der Dreipunktelinie als absoluter Scharfschütze, sein brennendes Handgelenk war nicht zu löschen. Insgesamt verwandelte er fünf seiner sechs Versuche, steuerte zusätzlich fünf Rebounds dazu und demonstrierte mit drei Steals auch am defensiven Ende seine Wichtigkeit. Stratege und Lenker Núñez fungierte allen voran als Scorer, in dem er nach einigen Tänzchen sich konstant den Weg zum Korb bahnte. Der Wurf von außen fiel ebenfalls (2/4), demnach war der Spanier kaum zu halten. Der Mann der ersten Halbzeit: Der andere Ulmer Spielmacher De Paula suchte unnachahmlich das Eins gegen Eins Duell, attackierte trickreich die Zone und war oftmals nur durch ein Foul zu bremsen. Mit drei Treffern von der Dreierlinie zeigte auch er sich hochprozentig (3/6).  Zehn seiner 17 Punkte erzielte der Brasilianer im ersten Viertel.

Head Coach Anton Gavel sagte nach dem Sieg: „Zuerst Glückwunsch an unsere Spieler für diesen Sieg. Ich möchte aber Chemnitz und Trainer Rodrigo Pastore für die herausragende Arbeit beglückwünschen. Sowohl national als auch international war es sehr beeindruckend, ihnen zuzusehen. Demnach wussten wir, was auf uns zukommt. Ausschlaggebend für den Sieg war unser Start in die zweite Halbzeit. Wir konnten mehre Stopps kreieren und verteidigten bis zum Schluss aggressiv, was enorm wichtig war. Offensiv ließen wir teilweise zu viel liegen wie zum Beispiel einfache Korbleger, aber trafen in der Summe gute Entscheidungen. Immer wenn es brenzlig wurde, hatten wir die passende Antwort parat und sind sehr glücklich über diesen Erfolg.“

Topscorer L.J. Figueroa meinte: „Der defensive Druck zum Auftakt der zweiten Hälfte hat heute den Unterschied gemacht. Wir standen gut in der Verteidigung und starteten direkt einen 8:0 Lauf. Unser Kapitän Tommy Klepeisz übte enormen Druck auf den Ballführer aus, dies erzwang Fehler, die wir ausnutzten. Chemnitz ist ein starkes Team, was derzeit top in Form ist und auch die Atmosphäre in der Halle machte es für uns nicht einfacher. Dennoch blieben wir fokussiert, setzten um, was unser Trainerteam vorgab und sind sehr glücklich über den Sieg. Ich freue mich sehr auf das TOP-FOUR, denn der Pokal ist ein besonderer Modus, den ich auch schon in meiner Collegezeit mochte – die Devise lautet Siegen oder Fliegen.“



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