ulm-news.de

Donaubad Skyscraper - oben_neu
Sie sind hier: ulm-news Startseite  Nachrichten

Ulm News, 04.08.2023 12:03

4. August 2023 von Thomas Kießling
0 Kommentare

Hilfe für Opfer von Gewaltverbrechen


Wer durch ein Gewaltverbrechen einen körperlichen Schaden erlitten hat, findet in der Gewaltopferambulanz des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Ulm (UKU) eine vertrauliche Anlaufstelle.

Die Ambulanz wurde 2021 eröffnet, um Menschen, die Opfer von Gewalt geworden sind, die Möglichkeit zu bieten, niederschwellig Verletzungen dokumentieren und Spuren sichern zu lassen. Dabei geht es auch um eine gerichtsverwertbare Beweissicherung. Die Anzahl an Untersuchungen pro Jahr, insbesondere auch von Kindern, wächst seitdem stetig. „Menschen, die zu uns kommen, verspüren oftmals Scham oder Angst darüber, gewaltsame oder sexuelle Übergriffe anzuzeigen, vor allem, wenn diese innerhalb der Familie oder Beziehung stattfinden“, so Anna Müller, Leiterin der Gewaltopferambulanz. „Wir bieten den Opfern eine unbürokratische und schnelle Hilfe an, sichern alle Spuren und dokumentieren Verletzungen gerichtsverwertbar. Ohne Beteiligung der Polizei“, so die Rechtsmedizinerin. Bei Bedarf, zum Beispiel im Falle einer späteren Gerichtsverhandlung, können die erhobenen Befunde als Beweismittel für die Tat verwendet werden. Die Entscheidung, ob oder wann ein Übergriff angezeigt wird, liegt jedoch gänzlich bei den Betroffenen, denn die Rechtsmediziner*innen der Gewaltopferambulanz unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Im Jahr 2022 waren 167 Fälle in der Ambulanz vorstellig, im ersten Halbjahr 2023 sind es bereits 95. Neben den rechtsmedizinischen, körperlichen Untersuchungen umfasst das Aufgabenfeld der Gewaltopferambulanz Ulm auch telefonische Beratungen, rechtsmedizinische konsiliarische Beratungen, die Begleitung von Ärztinnen und Ärzten anderer Fachabteilungen sowie Untersuchungen im Rahmen der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM/C= female genital mutilation and cutting). Eine besondere Stellung nimmt der medizinische Kinderschutz in Zusammenarbeit mit der Kinderschutzgruppe am Universitätsklinikum Ulm ein. „Erschreckend ist die zunehmende Anzahl an Kindeswohlgefährdungen, die bei uns vorgestellt werden“, sagt Prof. Dr. Sebastian Kunz, Ärztlicher Direktor des Instituts für Rechtsmedizin am UKU. Dabei gehe es oftmals um miterlebte Gewalt zwischen den Eltern oder eines Elternteils und neuen Partner*innen, aber auch über selbst erlebte physische Gewalt gegenüber den Kindern und Jugendlichen. „In knapp zwei Dritteln der Gesamtfälle aus dem Jahr 2022 waren die Geschädigten minderjährig, mehr als 90 Prozent davon waren unter 13 Jahre alt“, so Prof. Kunz. Die Vermittlung der Untersuchungsstelle erfolgt oftmals über die Kinderschutzgruppe der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am UKU, aber auch über das Jugendamt, Ärztinnen, Ärzte und Kliniken im Umkreis, offizielle Beratungsstellen für Geschädigte oder Frauenhäuser, das Bundesamt für Migration sowie über Angehörige und Familie. Viele Betroffene melden sich auch selbständig. Einen weiteren großen Schwerpunkt innerhalb der Vorstellungen in der Ambulanz stellt Partnerschafts- bzw. häusliche Gewalt dar. Der Großteil der untersuchten Personen nach häuslicher Gewalt ist weiblich. Der Anteil der untersuchten Männer nach häuslicher Gewalt ist deutlich kleiner, nimmt jedoch zu. Alle Untersuchungen in der Gewaltopferambulanz dienen allein der Dokumentation der Verletzungen und des berichteten Tatgeschehens und können von Betroffenen kostenlos in Anspruch genommen werden. Eine rechtsmedizinische Beurteilung kann bei Bedarf in Form eines Gutachtens nachträglich kostenpflichtig angefordert werden. „Als Rechtsmedizinerinnen und Rechtsmediziner sind wir darauf spezialisiert, Verletzungen durch äußere Gewalteinwirkung zu dokumentieren und zu beurteilen“, so Prof. Kunz. „Deshalb seh en wir es als unsere Aufgabe an, den Betroffenen eine vertrauensvolle, gutachterlich verwertbare und fotografische Dokumentation der Verletzungen zu ermöglichen und damit eine Lücke in der Versorgung der Geschädigten zu schließen.“



Pfleghof Langenau - Konzert Richard Galliano Theaterfreunde Ulm - Theater-Fundus 2Mia sind mehr - Kampagne der Stadt Neu-UlmStauferkrone 2026Sparkasse NU

Termine & Kino

weitere Termine
Donaubad Skyscraper - oben_neu
Dec 02

Da`s nix wird mit Continental: Stadt Neu-Ulm kauft Gewerbegrundstück im Illerpark zurück
Die Stadt Neu-Ulm hat das im Jahr 2019 an die Continental AG veräußerte Gewerbegrundstück im Bereich...weiterlesen


Nov 24

Der Westringtunnel in Ulm wird ab Montag gesperrt - und am Blaubeurer Ring gibt es auch Neues
Die Baustellen-News der Stadt Ulm fallen auch diesmal über sehr umfangreich aus. Herausstechend sind: Der...weiterlesen


Nov 26

Die Spatzen sehen ihre deftig missliche Lage: der SSV verpflichtet deshalb Mittelfeldmann Mirnes Pepic
... und was ulm-news gestern in einem längeren Artiel prophezeit hat , haben nun die Spatzen so...weiterlesen


Dec 05

Steht der Bitcoin vor einem Comeback?
Rückblickend waren besonders die Entwicklungen des Bitcoins geprägt von vielen Extremen. Letztlich waren...weiterlesen


Nov 23

Erstaunlich: viele Autofahrer unter Alkohol- und Drogeneinfluss in Neu-Ulm unterwegs
In der Nacht von Freitag auf Samstag kam es im Dienst- und Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion...weiterlesen


Nov 30

Eigentlich kein Glanzlicht der Woche: Schüsse aus Maschinenpistole - nun Prozess in Ulm eröffnet - hohe Sicherheitsvorkehrungen
Vor dem Ulmer Landgericht begann am Mittwoch der Prozess gegen einen 34-jährigen Iraker, dem die...weiterlesen


Nov 30

Der Mittelalterliche Weihnachtsmarkt in Neu-Ulm ist eröffnet - und ein schnuckliges Event
Endlich ist es soweit: Markttreiben auf dem Rathausplatz und vor der Kirche Sankt Johann Baptist vom 28....weiterlesen


Dec 01


Donaubad Skyscraper - oben_neu

 
© ulm-news.de, Nachrichten für Ulm und Umgebung   KONTAKT | FAQ | IMPRESSUM | DATENSCHUTZ | Cookie Einstellungen anpassen nach oben