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Ulm News, 21.01.2011 09:00

21. Januar 2011 von Ralf Grimminger
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"Kraan" veröffentlicht glänzendes Album "Diamonds"


Über "Kraan" urteilte eine norddeutsche Tageszeitung:  „Meister ihres Fachs, Virtuosen an ihren Spielgeräten und als Team ein überaus homogenes Gebilde – die Kraaniche gelten zu Recht als Inbegriff des guten Geschmacks.“ Besser kann man die Musiker Hellmut Hattler (Bass), Peter Wolbrandt (Gitarre, Gesang) und Jan Fride (Schlagzeug) nicht beschreiben. Diese Klassifizierung trifft nicht nur auf die zurückliegenden vierzig Jahre, sondern uneingeschränkt auch auf ihr aktuelles Album "Diamonds" zu, jetzt im Handel ist. Kraan spielt übrigens am 27. Mai im Ulmer Zelt.

Das belegen elf fabelhafte neue Songs, die auf wunderbare Weise frisch, entspannt und gleichzeitig elektrisierend klingen. Diamonds ist Kraan pur! Ein audiophiler Hochgenuss mit echtem Suchtpotential! Die drei Kraan-Gründungsmitglieder treten 2010 zum ersten Mal ohne vierten Mann an. „Unsere Songs stammten immer schon überwiegend von Hellmut und mir“, erklärt Peter Wolbrandt, „Ich habe an meinen Ideen gebastelt, Hellmut an seinen, dann trafen wir uns in meinem Studio in Dortmund, um das Material zu sichten, zwischenzeitlich wurden uns von Jan ein paar Loops und Grooves aufgespielt, und das alles haben wir zu Kraan-Songs verarbeitet.“ So also arbeitet die Band anno 2010.
Nicht grundlegend anders sind ihre Stücke auch in den frühen Siebzigern entstanden, als Kraan auf dem stillgelegten Weidegut Wintrup am Rande des Teutoburger Waldes das Leben einer musikalischen Kommune genossen und sich in erstaunlich kurzer Zeit zu eine der angesehensten deutschen Formationen entwickelten.
„Kraan war von Anfang an ein Haufen exzentrischer Individualisten, der unschlagbar war, wenn es in eine gemeinsame Richtung ging“, charakterisiert Hattler das Grundprinzip seiner Band. „In den konzertfreien Zeiten nannte ich unser Domizil Wintrup ´Deutschlands erstes selbstverwaltetes Irrenhaus`.
Darin steckt ja nun absolut kein Hinweis auf diese erstaunliche Langlebigkeit, aber ich weiß es sehr zu schätzen, dass wir es geschafft haben, uns über eine so lange Zeitspanne immer wieder zusammenzufinden und wirklich geniale Sachen zu machen.“
Kraan sind ohne Zweifel eine der innovativsten und erfolgreichsten deutschen Formationen der zurückliegenden vierzig Jahre. Seit Beginn ihrer Karriere im Jahr 1970 verschrieb sich die Band einer spannenden Fusion aus Rock, Jazz und Ethno-Einflüssen und fügte ihrer Klangwelt später sogar US-Mainstream- und Soul-Elemente hinzu.
Die bis heute 13 Studioalben begeisterten die Fans, vor allem auf der Bühne lief die Gruppe regelmäßig zu absoluter Höchstform auf. Unvergessen und als absolute Kultscheibe bei den Rockfans noch immer hoch im Kurs: Kraan Live, das nach drei erfolgreichen Studiowerken im Oktober 1974 im Berliner ´Quartier Latin` von Produzentenlegende Conny Plank mitgeschnitten wurde und zu den herausragenden deutschen Jazzrock-Alben aller Zeiten zählt. Es folgten Klassewerke wie beispielsweise Let It Out, das der ´Musikexpress’ im November 1975 mit den Worten charakterisierte: „Lange Kollektiv-Improvisationen zwischen Jazz, Rock und Blues werden mit spielerischer Leichtigkeit für ein paar Takte von arrangierten Teilen unterbrochen.
Da zeigt sich echtes Können und die Kraan-Leute verwirklichen ihre ausgefallenen musikalischen Ideen mit derart viel Einfühlungsvermögen und Präzision, als wollten sie augenzwinkernd an den Genius eines Frank Zappa erinnern.“ Und sogar das Einsetzen der Neuen Deutschen Welle Anfang der Achtziger überlebten Kraan als eine der wenigen deutschen Gruppen der Siebziger nahezu unbeschadet.
Hellmut Hattler: „Einige Bands waren große Kraan-Fans und von dem, was wir auf Flyday machten, vor allem von Peters Arpeggio- Gitarrenstil, beeindruckt, und ließen diese Elemente auch in ihre Musik einfließen. Nachtfahrt dagegen war unsererseits durch die NDW bestimmt, eine ironische Auseinandersetzung mit der damaligen Musikszene.“ Nach weiteren starken Veröffentlichungen schloss das erste Kapitel der Kraan-Historie mit einem Auftritt 1992 auf der ´Dokumenta` in Kassel.
„Ei n Ende war nicht geplant, aber wenn das Terrain abgegrast ist, muss man entweder Pause oder etwas anderes machen.“ Hattler setzte seine Karriere erfolgreich in der Formation Tab Two fort, Wolbrandt widmete sich seiner Karriere als Graphiker und Web-Designer.
Anlässlich des dreißigjährigen Kraan- Jubiläums reformierte sich die Band im Frühjahr 2000 in Originalbesetzung, spielte eine überaus erfolgreiche Deutschlandtournee und veröffentlichte Ende Juni 2003 ihr Comeback- Album Through und vier Jahre später das nicht minder hörenswerte Psychedelic Man.
Auf beiden Werken schafft es die Band, alte Tugenden zu bedienen und gleichzeitig Neues zu transportieren. Genau diese Stärke kann man erneut Diamonds attestieren.
Auch heute sind Kraan noch immer das Paradebeispiel für schier unversiegbare Kreativität und grandiose Musikalität: der packende Song ´Club 20` etwa, laut Hattler eine „Reminiszenz an die absolute Anfangszeit der Band in Ulm, als es einen Raum gleichen Namens gab, in dem zwischen den Konzerttagen freie Sessions bis zum Umfallen liefen.“ ´Club 20` entstand beim Jammen über einer Hattler-Idee, deswegen funktioniert der Titel auch live hervorragend. So auch das Stück ´Diamonds`, die typische Kraan-Mischung aus Soul und Gitarrenrock mit einem Text, den Peter Wolbrandt bereits vor Jahren von Hattler ausgehändigt bekam. Dass der Text zwischenzeitlich im Hattler-Song ´Not What You Think` ein kleiner Hit geworden war, hatte Wolbrandt nicht mitbekommen.
„Ist ja auch nicht tragisch, immerhin spielt der Text in der gemeinsam komponierten Musik nicht die größte Rolle, der Schwerpunkt liegt bei uns immer auf der instrumentalen Ebene.“ Ebenfalls erwähnenswert ist ´Soul`, bei dem sich Hattler- und Wolbrandt-Riffs in einem geschickt arrangierten Studiogemisch zu einem im Verlauf zunehmend hypnotisch rotierenden Melasse-Gebräu mit absoluter Sucht- und Sogwirkung ergänzen. Tipp: einfach hören und genießen!
Übrigens stammt das aktuelle Cover-Artwork auch diesmal wieder aus der Feder von Peter Wolbrandt; in diesem Fall eine Collage aus Dortmunder- und New Yorker-Impressionen mit einem kleinen Querverweise an die 2007er Veröffentlichung Psychedelic Man. Dazu passend: der gelungene musikalische Spagat zwischen Tradition und Moderne, der Diamonds unüberhörbar auszeichnet und der nicht zuletzt auf die gestiegenen künstlerischen Freiheiten der Trio-Konstellation zurückzuführen ist.
Hattler: „Die Arbeit zu dritt vereinfacht die Umsetzung komplizierterer Sachen, anders gesagt: Spontane Einfälle haben so eine wesentlich größere Chance zu gelingen.“ Man hört es in jeder Sekunde…



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