ulm-news.de

Donaubad Skyscraper - oben_neu
Sie sind hier: ulm-news Startseite  Nachrichten

Ulm News, 11.08.2010 21:00

11. August 2010 von Thomas Kießling
0 Kommentare

Unternehmen könnten bald ziemlich alt aussehen


Die Arbeiter werden immer älter und geburtenschwachen Jahrgänge kommen erst noch. „Die Folgen des demografischen Wandels werden von den Betrieben unterschätzt und verdrängt“, schätzt Markus Forderer die Situation ein. Er leitet ein vom Land und er EU gefördertes Projekt der IHK Ulm.

Die „Demografie-Initiative der IHK Ulm“ hat einen sehr konkreten Hintergrund. Nach einer Studie aus dem Jahr 2008 werden in der IHK-Region Ulm mehr als 60 000 Fachkräfte fehlen. Dabei gilt Ulm als attraktive Region mit besseren Bevölkerungsprognosen im Land.
Dennoch wird sich auch hier die Bevölkerungsstruktur im Vergleich vom Jahr 2005 zum Jahr 2025 gravierend verändern. So wird der Anteil der über 65-Jährigen um 35,3 Prozent anwachsen und der der 55- bis 64-Jährigen um 56,4 Prozent bis 2025.
Dem gegenüber sinken die Altersgruppen der 45-bis 54-Jährigen um 10,4 Prozent und der der 15-bis 44-Jährigen um 14,7 Prozent. Die Bewohner im IHK-Bezirk (Region) Ulm, die unter 15 Jahre alt sind, werden bis in 15 Jahren um 18 Prozent abnehmen.
Das schlägt sich auf die Schülerzahlen (bis 2025 um 24 Prozent) und Ausbildungszahlen (minus 28 Prozent)  nieder. So wurden in Baden-Württemberg 2006 noch rund 77 000 Ausbildungsverträge abgeschlossen, 2025 werden es nur  noch 55 000 sein, weil es einfach weniger Azubis (Schulabgänger) geben wird.
Ähnlich ist die Entwicklung bei den so genannten „Erwerbspersonen“, die ebenso altert. Doch die erwerbstätige Bevölkerung wird hier noch bis 2015 zunehmen, danach aber rapide abnehmen. Im IHK-Bezirk Ulm werden 44 Prozent der Erwerbspersonen über 45 Jahre alt sein.
Diese Entwicklung erfordert „von den Unternehmern ein totales Umdenken“, wie es Markus Forderer formuliert. Er leitet im Auftrag das Landes- und EU geförderte Programm „Demografische Initiative der IHK Ulm (Demografie-Initiative in der IHK-Region Ulm)“. Er berät Personalchefs und Unternehmer wie sich ein Betrieb auf diese gefährliche Entwicklung reagieren kann. Doch die reagieren kaum. „Es ist eigentlich dramatisch, wie das Problem verdrängt wird“, berichtet Forderer, der überzeugt ist, dass Betriebe spätestens ab 2015 händeringend nach Fachkräften und jungen Mitarbeitern suchen werden.
Im Kern geht künftig darum: Wie rekrutiert ein Betrieb dann den Nachwuchs. Die namhaften Welt-Unternehmen haben damit weniger Probleme, da diese schon früh in Schulen und an die Hochschulen gehen und Kontakt zu den Nachwuchskräften aufbauen. Aber wie rekrutiert ein kleiner Mittelständler?
Ein weiterer Punkt: Wie bindet ein Unternehmen die bis 30-jährigen Mitarbeiter? Durch Geld, Gehalt, Firmenphilosophie oder gutes Arbeitsklima.
Auch um die 30- bis 55-Jährigen muss sich das Unternehmen bemühen. Die Mitarbeiter müssen motiviert  und fit gehalten werden, damit sei weiterhin eine gute Arbeitsleistung bringen. Das funktioniert mit Fortbildungsmaßnahmen und auch außerbetrieblichen Aktionen.
Für die Gruppe der 55- bis (dann) 67-jährigen Arbeitnehmer sind nach Ansicht des IHK-Fachmanns spezielle Fortbildungs-, Motivations-und Fitnessprogramm notwendig, damit sie körperlich und geistig fit bleiben bis zum Eintritt ins Rentenalter, das dann bei 67 Jahren ist.
Der demografische Wandel greift somit elementar in Arbeitsprozesse. Es wird eine Lebensphasengerechte Arbeitsorganisation und – gestaltung wichtig. Ebenso werden Bereiche bedeutsam, die heute noch eine eher untergeordnete Rolle spielen wie Führung und Unternehmenskultur, Arbeitszeitgestaltung, Gesundheit- und Arbeitsschutz.  
Selbst das Thema Betreuung tritt in den Vordergrund. Heute geht es um Krippenplätze für Kinder, in Zukunft werden sich Personalchefs aber auch damit zu beschäftigen haben, wie sie den Mitarbeitern die Betreuung ihrer alten Angehörigen ermöglichen. „Der demografische Wandel hat Auswirkungen auf die gesamte Bevölkerung“, ist Forderer überzeugt.
Einige große Unternehmen oder Kommunen wie die Sparkasse Ulm oder die Ulmer Stadtverwaltung (keine Beratung, sondern nur Seminarteilnehmer) ließen sich bereits von ihm beraten, eine kostenlose Beratung steht jedoch allen Betrieben offen, die Seminare und Lehrgänge werden vom Land und der EU bezuschusst. Das zeigt, wie ernsthaft das Thema angegangen wird.



Paul Camper - Tessa 2Donaubad Startseite 1Stauferkrone 2026Sparkasse NU

Termine & Kino

weitere Termine
Donaubad Skyscraper - oben_neu
Mar 14

Trauriges Glanzlicht der Woche: Drei Männer dringen in Ulmer Wohnung ein und attackieren einen 36-Jährigen
In einer gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Ulm und der Polizei geben biede bekannt: In...weiterlesen


Mar 21

Frontal gegen einen Baum geprallt und herausgeschleudert - Autofahrer verunglückt tödlich
Ein Autofahrer kam am Donnerstag bei bei Kirchberg an der Iller von der Straße ab und prallte gegen einen...weiterlesen


Mar 14

Auto nimmt`s mit Straßenbahn auf - 30 Fahrgäste kommen mit dem Schrecken davon
Am Dienstag sind ein Auto mit einer Straßenbahn in Ulm zusammengestoßen. weiterlesen


Mar 15

Ein Glanzlicht der Woche: Katrin Albsteiger bleibt Oberbürgermeisterin und startet mit einem klaren Vertrauensvotum in ihre zweite Amtszeit
Das war glatt der Oberhammer: Es gab eine klare Entscheidung im ersten Wahlgang für OB Albsteiger. Sie...weiterlesen


Mar 17

Weitere Baustellen fordern weitere Geduld - das Ulmer Baustellen-Update wird immer vielschichtiger
Die Stadt Ulm steht inmitten von zahlreichen Baustellen. Die „Car-Toffel“ bekommt einen Zusatz....weiterlesen


Mar 23

Noch mehr Sperrungen - das Baustellen Update der Stadt Ulm für die kommende Woche - über Webcams zu sehen
Drei Webcams zeigen die aktuelle Verkehrssituation am Ulmer Ehinger Tor / Bismarckring. Da lässt sich...weiterlesen



Donaubad Skyscraper - oben_neu

 
© ulm-news.de, Nachrichten für Ulm und Umgebung   KONTAKT | FAQ | IMPRESSUM | DATENSCHUTZ | Cookie Einstellungen anpassen nach oben