Ulm News, 05.06.2013 15:55
Mitglieder sagen „Ja“ zur neuen Bank
Die Generalversammlung der Raiffiesenbank Illertal eG stimmte einer Verschmelzung zur Volksbank Raiffeisenbank Laupheim-Illertal eG zu Kirchdorf/Iller zu.
„Lassen Sie uns Geschichte schreiben.“ Es war der Satz des Abends, den Kirchdorfs Bürgermeister Rainer Langenbacher bei seiner Rede auf der Generalversammlung vor der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Illertal eG in der voll besetzen Turn- und Festhalle Kirchdorf sagte. Und in der Tat: Es war ein historischer Abend, denn am Ende eines langen Abends stimmten die Mitglieder mit einer Mehrheit von 766 zu 240 Stimmen (76,14 Prozent) für die Fusion mit der Volksbank Laupheim eG.
Sollten auch dort die Vertreter zustimmen, entsteht rückwirkend zum 1. Januar 2013 die Volksbank Raiffeisenbank Laupheim-Illertal eG. Die rund 100 Mitarbeiter und rund 22.000 Kunden gehen damit samt aller Verträge und Vereinbarungen über in die neue Bank, deren Vorstand aus den bisherigen fünf Vorständen beider Banken besteht. Im Aufsichtsrat werden künftig sieben Räte aus dem Illertal vertreten sein. Insgesamt hat das Aufsichtsgremium künftig 15 Sitze. Auch wenn die Volksbank Laupheim eG das übernehmende Institut sei, stehe die neue Bank zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung im Illertal, sagte der künftige Vorstandsvorsitzende Hans Fleschhut. „Ihre Interessen sind in Zukunft unser aller Interessen.“ Im übrigen verwies er darauf, dass sich für die Kunden und Mitglieder wenig bis nichts ändern werde – weder würden Mitarbeiter entlassen, noch sei der Bestand des Zweigstellennetzes gefährdet. „Beide Banken sind sehr bodenständig. Und das werden wir auch in Zukunft bleiben.“ Die Argumentation für die Fusion vertraten Vorstand und Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Illertal einstimmig. Es gehe darum, so drückte es das Vorstandsmitglied Karl-Heinz Gropper aus, „über das Jahr 2013 hinaus die Nähe zu unseren Kunden und Mitgliedern zu gewährleisten“. Angesichts der wirtschaftlichen und aufsichtsrechtlichen Herausforderungen sei das in der jetzigen Größe der Bank auf Dauer nicht möglich. In seiner Rede zur Lage der Bank im abgelaufenen Geschäftsjahr ging Karl-Heinz Gropper sowohl auf die schwieriger werdenden Rahmenbedingungen wie auch auf die anhaltenden Stärken regionaler Banken ein. Er ließ trotz eines abermals guten Jahresergebnisses 2012 keinen Zweifel daran, dass die Bank handeln müsse, um die Unabhängigkeit und die Nähe zu den Kunden zu bewahren. „Marktveränderungen, die Überregulierung im Zuge der Finanzkrise und zu erwartende, sinkende Erträge durch die anhaltende, politisch gewollte Niedrigzinsphase machen diesen Schritt notwendig." Die nördlich gelegene Volksbank Laupheim mit dem Vorstandsvorsitzenden Hans Fleschhut an der Spitze ist laut Gropper ein Wunschpartner der Illertaler. „Wir haben aus einer Position der Stärke heraus und stets auf Augenhöhe mit der Volksbank Laupheim verhandelt“, so Gropper. „In diesem Sinne sehen wir einer gemeinsamen Zukunft beider Institute positiv entgegen.“ Dass die Verhandlungen so gut verlaufen sind, ist laut Gropper auch der starken Marktstellung sowie dem guten Ergebnis im Jahr 2012 zu verdanken. So kann sich die Raiffeisenbank Illertal über ein überdurchschnittliches Einlagenwachstum freuen. Die Kunden, so Gropper, suchten nach wie vor nach sicheren Geldanlagen. Dies mache sich sowohl im Einlagenwachstum wie auch bei den Verbundpartnern positiv bemerkbar. Das betreute Kundenvolumen lag 2012 mit einem Plus von 2,6 Prozent bei 786 Millionen Euro. Bei den Krediten machte sich die erhöhte Rückzahlungsbereitschaft der Kunden wie auch die anhaltende Unsicherhe
it bei Investitionen im Bereich erneuerbare Energien bemerkbar. Der Kundenkreditbestand stagnierte bei 321 Millionen Euro. Beim Ertrag meldete der Vorstand „ein gutes, über dem Verbandsdurchschnitt liegendes Ergebnis“. Der Zinsüberschuss legte um 5,7 Prozent auf 8,96 Millionen Euro zu. Unterm Strich blieb ein Betriebsergebnis vor Risikovorsorge von 4,26 Millionen Euro (entspricht 1,1 Prozent der Bilanzsumme) übrig. Die Eigenkapitalbasis der Bank wurde im Jahr 2012 gestärkt: Das Eigenkapital laut Bilanz erhöhte sich auf 23,5 Millionen Euro. Während die gesetzlichen Anforderungen bei 8,0 Prozent Eigenkapitalausstattung liegt, beträgt diese wichtige Kennziffer bei der Raiffeisenbank Illertal 12,3 Prozent. Das Jahresergebnis 2012 wurde von der Versammlung einstimmig festgestellt. Die Dividende bleibt unverändert bei 5,5 Prozent. Trotz guter Zahlen warnte Gropper davor, sich auf dem Erreichten auszuruhen. In einer bewegten Rede, in der Gropper noch einmal die Argumente für die Fusion genau ausführte, kam er zu dem Schluss, dass genau der Wunsch, das Gewohnte vor Ort zu erhalten, aus Kosten- und Ertragsgründen nur eine Möglichkeit zulasse: die Fusion zu einer starken, kompetenten Genossenschaftsbank im Osten des Landkreises Biberach. „Es ist wichtig“, pflichtete ihm auch die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Michaela Reißle bei, „jetzt die richtigen und wichtigen Entscheidungen zu treffen. Aufgrund dieser Prognose bitten wir Sie, der Verschmelzung mit der Volksbank Laupheim zuzustimmen.“ Dieser Argumentation folgte das Plenum schließlich: Bestens informiert von Vorstandsmitglied Werner Rock und angespornt von Kirchdorfs Bürgermeister Rainer Langenbacher, der auf die neue Stärke der größeren Bank bei Häuser- und Unternehmensfinanzierungen verwies, stimmten die anwesenden Mitglieder mit etwas mehr als drei Viertel aller Stimmen für die Verschmelzung mit der Volksbank Laupheim eG.





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