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Ulm News, 18.10.2012 11:25

18. Oktober 2012 von Ralf Grimminger
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Südwestmetall: Regionaler Arbeitsmarkt trotz konjunktureller Eintrübung stabil


 Bei der Mitgliederversammlung von Südwestmetall in den Räumen der Handtmann Maschinenfabrik GmbH & Co. KG in Biberach ist die Konjunkturentwicklung ein zentrales Thema. Derzeit besteht in der regionalen Metall- und Elektroindustrie ein Auftragsrückgang. „Die befürchteten negativen Beeinträchtigungen des Arbeitsmarktes im Frühjahr sind dank einer guten Vernetzung von Verband, Kammern und der Agentur für Arbeit nicht eingetreten“, betont Thomas Handtmann, Vorsitzender der Bezirksgruppe Ulm und Geschäftsführer der Albert Handtmann Holding GmbH & Co. KG.

 Die Handtmann Maschinenfabrik, diesjähriger Veranstaltungsort der Mitgliederversammlung, ist weltweiter Marktführer bei Füll- und Portionier-Systemen in der Lebensmittelverarbeitung. Die Staatsschuldenkrise im Euroraum hinterlässt auch in Deutschland deutliche Spuren. „Dennoch besteht keine Befürchtung eines großen Abschwungs, wie vor vier Jahren“, hebt Handtmann hervor. Laut einer aktuellen Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln wird das reale Bruttoinlandsprodukt 2012 um 1 Prozent und im kommenden Jahr um knapp ¾ Prozent wachsen. Die regionale Beschäftigungssituation im Durchschnitt ist stabil. „Der qualifizierte Bereich von Arbeitskräften wird vom Arbeitsmarkt aufgenommen“, so Handtmann weiter. Bei einer Kurz-Umfrage unter den Firmen im internen Teil der Mitgliederversammlung sehen die Unternehmen in diesem Jahr noch ein Umsatzwachstum von durchschnittlich 2,4 Prozent. Auch für das kommende Jahr sind die Unternehmen „leicht vorsichtig optimistisch“, es Götz Maier, Geschäftsführer Südwestmetall Bezirksgruppe Ulm , mitteilt. Die Beschäftigungssituation bleibe für kommendes Jahr ebenfalls auf hohem Niveau. Verbunden mit den Anzeichen einer bald rückläufigen Konjunktur besteht unter den Betrieben ganz klar die Forderung, Kurzarbeit seitens der Politik wieder, wie während der großen Krise 2008, in erweitertem Rahmen unbürokratisch zu ermöglichen. Gemeint sind hier die Ausweitung der Kurzarbeit von sechs auf 24 Monate und der Zuschuss zur Sozialversicherung für die Arbeitgeber. „Der Abbau von Zeitkonten und die Ausweitung der Kurzarbeit sind die hauptsächlichen Flexibilisierungsinstrumente, die unsere Betriebe als erstes nutzen, um Auftragsschwankungen auszugleichen“, hebt Handtmann hervor. Die Politik sei hier ganz klar gefordert, rechtzeitig die Weichen zu stellen. Kurzarbeit helfe auch, Fachkräfte im Unternehmen zu halten, damit in der Aufschwungsphase gleich wieder voll durchgestartet werden könne. Eine fortschreitende Flexibilisierung der Tarifverträge mit tariflichen und regionalen Öffnungsklauseln im Sinne einer Beschäftigungssicherung ist enorm wichtig. „Das schnellere Auf und Ab der Konjunktur, vor allem aber die immer unterschiedlicheren Entwicklungen innerhalb einer Branche erfordern Anpassungen und Veränderungen, sowohl bei Unternehmen und Arbeitnehmern als auch bei Verbänden und Gewerkschaften“, betont Dirk Wasmuth, Geschäftsführer Tarifpolitik, Tarifrecht bei Südwestmetall, in seiner Rede. Die letzte Tarifrunde zeigte deutlich, dass die IG Metall Veränderungen fordere, selbst aber große Schwierigkeiten damit habe. Künftige Tarifpolitik müsse sich daran messen lassen, ob sie hilft, Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern oder gar neue zu schaffen. „Gefährlich wird es, wenn Arbeitsbedingungen Tarifrunde für Tarifrunde zu Gunsten der Arbeitnehmer und zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe verschoben werden“, so Wasmuth weiter. In der letzten Tarifrunde habe man sich auf eine Gesprächsverpflichtung mit der IG Metall geeinigt, um abseits des Säbelgerassels von Tarifrunden, gemeinsam nach Lösungen für die zentralen Herausforderungen der Metall- und Elektroindustrie suchen zu können. „Wir gehen in diese Gespräche ohne Scheuklappen“, hebt Wasmuth hervor. Ein weiteres wichtiges Flexibilisierungsinstrument ist Zeitarbeit. „Sie gibt den Betrieben Luft zum Atmen und ermöglicht Schwächeren den Einstieg in Arbeit& ; ; ;ldq uo;, sagt Handtmann. Wie in dem diesjährigen Tarifabschluss vereinbart, ist Zeitarbeit in den ersten 24 Monaten ohne Einschränkung zulässig. Im Rahmen einer freiwilligen Betriebsvereinbarung können weitere Regelungen zum Einsatz von Zeitarbeit getroffen werden, wenn gleichzeitig die innerbetriebliche Flexibilität erhöht wird. Das kann beispielsweise eine Ausweitung der Quote der Beschäftigten, die 40 Stunden arbeiten dürfen, oder ein zusätzliches Arbeitszeitvolumen der Gesamtbelegschaft sein. „Damit ist sichergestellt, dass der Einschränkung der Zeitarbeit eine innerbetriebliche Flexibilisierung an anderer Stelle gegenüber steht“, so Handtmann. Genauso wichtig wie die Tarifautonomie ist die Tarifeinheit. Sie beschreibt den Grundsatz, wonach in einem Betrieb immer nur ein Tarifvertrag gelten soll. „Eine gesetzliche Regelung der Tarifeinheit ist zwingend notwendig, um unnötige Unruhe vor Tarifverhandlungen zu vermeiden“, fordert Handtmann. Viele Streiktage hemmten ganz klar die Leistungsfähigkeit der regionalen Wirtschaft und gefährdeten damit Arbeitsplätze. Hauptredner der diesjährigen Mitgliederversammlung war Dr. Christian Geinitz, Wirtschaftskorrespondent der FAZ für China. Er sprach zu dem Thema „Wie stark ist der Goliath wirklich? Chancen und Risiken in China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.“ Noch nie hat sich eine Volkswirtschaft in Friedenszeiten innerhalb so kurzer Zeit so dynamisch entwickelt wie China. Geinitz hob hervor, dass es eine vertane Chance für deutsche Unternehmen wäre, davon nicht profitieren zu wollen. „Doch die Erfolgsgeschichte hat einen hohen Preis: fehlende Rechtsstaatlichkeit, verseuchte Gewässer, verpestete Luft, Massenumsiedlungen und vieles mehr. Diese hohen wirtschaftlichen, politischen, ökologischen und sozialen Kosten gehören ebenso zur Realität des modernen China wie die exorbitanten Wachstumsraten oder die Armutsbekämpfung“, betonte Geinitz. Im internen Teil der Mitgliederversammlung fand die Wahl des Vorsitzenden, dessen Stellvertreter und des beratenden Ausschusses statt. Hier wurden alle in ihrem Amt bestätigt. Vorsitzender des Vorstandes ist weiterhin Thomas Handtmann, Geschäftsführer der Albert Handtmann Holding GmbH & Co. KG in Biberach. Seine Stellvertreter sind Stefan Halder, Geschäftsführender Gesellschafter der Erwin Halder KG in Achstetten und Mario Trunzer, Geschäftsführer der Liebherr-Werk Ehingen GmbH in Ehingen. Die acht Mitglieder des beratenden Ausschusses von Südwestmetall in Ulm sind künftig: Jochen Anschütz, Geschäftsführender Gesellschafter der J.G. Anschütz GmbH & Co. KG in Ulm, Dr. Reiner Bayrle, Geschäftsführender Gesellschafter der AEG Gesellschaft für moderne Informationssysteme mbH in Ulm, Thomas Brehm, Geschäftsführender Gesellschafter der Brehm Präzisionstechnik GmbH & Co. KG in Ulm, Dr. Franz Gotterbarm, Leiter der Niederlassung der Siemens AG in Ulm, Wolfgang Hänle, Geschäftsführer der Evobus GmbH in Ulm, Dr. Evert Helms, Geschäftsführer der Neuweg Fertigung GmbH in Munderkingen, Laurens Snieders, Mitglied des Vorstands der Iveco Magirus AG in Ulm und Dr. Gehard Wischmann, Senior Vice President der Defence Electronics EADS Deutschland GmbH. Die Handtmann Maschinenfabrik ist weltweiter Marktführer bei Füll- und Portionier-Systemen in der Lebensmittelverarbeitung. Über 350 Mitarbeiter fertigen in Biberach Maschinen zur Herstellung von Wurstwaren, Teigfüllungen, Salaten, Käse, Maultaschen, Fischprodukte etc. Handwerksbetriebe und Industriebetrie be i n Eur opa, Nord- und Südamerika, Asien und Australien vertrauen auf die Qualität und Zuverlässigkeit der Handtmann Maschinen. Dazu hat die Handtmann Maschinenfabrik ein weltweites Netzwerk an eigenen Vertriebsgesellschaften und Handelsvertretungen mit qualifizierten Verkaufsberatern und Kundendienstmonteuren aufgebaut. Der Exportanteil liegt bei über 85%.



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