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Ulm News, 08.07.2012 17:00

8. Juli 2012 von Ralf Grimminger
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Neue Chirurgie in Ulm ist in Betrieb - Thomas Eckerth: Alle sind froh, dass deas Ziel erreicht ist


Thomas Eckerth, Leiter des Bereichs Bau, Technik und  Sicherheit der Uniklinik Ulm, koordinierte den aufwändigen Bau der Neuen Chirurgie. Ralf Grimminger sprach mit Thomas Eckerth über die Besonderheiten der größten Baustelle in Baden-Württemberg der vergangenen Jahre.  

Bei Ihnen liefen alle Fäden für dieses gewaltige Bauprojekt zusammen. Wie kamen Sie zu diesem Job, den bei ähnlichen Großprojekten externe Spezialisten der jeweiligen Generalunternehmer  übernehmen?

 

Eckerth: Ich bin Bauingenieur und habe bereits bei einem früheren Arbeitgeber größere Projekte geleitet. Ich habe mich bereits 2001 hier beim Klinikum-Vorstand beworben.

 

Seit wann sind Sie mit dem Bau und den Vorplanungen beschäftigt?

Eckerth: Seit 2001, unmittelbar nach dem Architekturwettbewerb. Danach begann die Betriebs-und Entwurfsplanung.

 

Wurden Zeit-und Kostenrahmen eingehalten?

Eckerth:  Ja beides. Voraussichtlich!

 

Welche größeren Probleme gab es während des vierjährigen Baus?

Eckerth:  Das  größte Problem war der Planungsstopp durch das Land. Das Finanzministerium forderte die Einsparung von 15 Millionen Euro. Das hatte massive Umplanungen zur Folge. Beim Bau gab es viele kleinere, aber keine gravierenden Zwischenfälle.

 

Worin unterscheidet sich ein Krankenhausbau von einem Industriebau für den Bauleiter?

Eckerth: In einem Krankenhaus wird hoch komplex Technik verbaut, wie etwa die Medizintechnik, sowie die Lüftungs-und Klimatechnik. Benötigt wird auch EDV-Technik in großem Umfang. Außerdem gibt es in einem Klinikbau hohe Hygieneanforderungen. Insgesamt müssen sehr viele Spezialplaner zusammengebracht und deren Bereiche koordiniert werden.

 

Einige Zahlen vom Bau für den Statistikfreund?  

Eckerth:  Wir haben eine Bruttogeschossfläche von 75 000 Quadratmeter, 307 000 Quadratmeter umbauten Raum, die Lüftungsanlage für Operationssäle und Intensivstationen haben eine Leistung von 330 000 m3/h und die Rohrpostanlage hat ein 10 Kilometer langes Leitungsnetz.    

 

Wie viele Firmen waren an dem Bau mit wie vielen Mitarbeitern beteiligt?

Eckerth: Den Roh- und Ausbau übernahm der Generalunternehmer (Fa. BAM) mit rund 50 Subunternehmern mit bis zu 500 Leuten. Für die Medizintechnik und Ausstattung waren 20 Firmen mit etwa 100 Mitarbeitern zuständig.

 

190 Millionen Euro Baukosten, 50 Millionen Euro für die Erstausstattung. Wie viel Geld blieb oder bleibt in der Region, zum Beispiel für regionale Zulieferer? Gibt es eine Wertschöpfung oder erforderte das Projekt einfach zu viel Spezialwissen? 

Eckerth: Der größte klinische Auftrag an ein regionales Unternehmen ging an die Firma Dodel, Ulm, für die Fassade mit mehreren Millionen Euro. Ansonsten blieben zirka 20 Prozent der Aufträge in der Region. 

 

Die Kliniken am Safranberg sind wegen der alten Bausubstanz Energiefresser. Um wie viel Prozent kann der Energieverbrauch, z.B. der Strom-und Heizungsverbrauch in der neuen Chirurgie gesenkt werden.  

Eckerth: Nur geringfügig, da gegenläufig mehr Komfort in Form von mehr Kühlung, Glasfassade oder Lüftung eingebaut wurde. Die Chirurgie hat aber aufgrund der effektiven Wärmerückgewinnung   einen geringeren Energiebedarf.

 

Auf welche Aspekte – baulicher, technischer oder auch logistischer Art – wurde bei dem Großprojekt besonders geachtet?

Eckerth: Baulich wurde sehr viel Wert auf Transparenz und Helligkeit gelegt, technisch auf die hoch moderne Wärmerückgewinnung. Logistisch wird die Versorgung unterirdisch über befahrbare Versorgungskanäle mit einer automatischen Transportanlage gewährleistet, um Lkw-Transporte am Gebäude zu vermeiden.    

 

Mit welchen Kliniken im Land oder in Deutschland kann sich die Chirurgie bei Technik und Ausstattung vergleichen? Ist Ulm jetzt ganz vorn dabei?

Eckerth:  Ulm ist jetzt ohne Zweifel ganz vorn dabei. Das Klinikum ist mit dem Neubau der Uniklinik Hamburg-Eppendorf vergleichbar. Die Uniklinik Heidelberg beginnt in Kürze mit einem vergleichbaren Neubau.

 

Sind Sie froh, dass es nun vorbei ist?

Eckerth:  Vor allem die letzten vier Jahre, also die Bauzeit, war für uns eine tolle Zeit, aber auch eine extrem hohe Belastung. Alle sind jetzt froh, wenn das Ziel jetzt  erreicht ist.   

 

Welche Tipps geben Sie dem Mittelständler  oder Häuslebauer, der über Baustress, Handwerker, Kosten und Terminprobleme beim Bau seines Betriebsgebäudes oder Eigenheims jammert?  

Eckerth: Gründlich und sorgfältig planen – vor dem Bauen – und dann ohne Änderungen bauen.



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