Ulm News, Heute, 06:30
Das sagt über Pavel Dotchev über seine alte Wirkungsstätte - und über ein viel zu großen Kader
Heute (Samstag, 24.01.2026) findet für die Spatzen das erste Auswärtsspiel der Rückrunde statt. Sie treffen am 21. Spieltag der 3. Liga im eins Erzgebirgsstadion auf den FC Erzgebirge Aue.
Das Spiel wird um 14:00 Uhr live bei MagentaSport und im MDR übertragen.
Und das sagt über Pavel Dotchev über seine alte Wirkungsstätte - und über ein viel zu großen Kader.
Dass sich der 60-Jährige Pavel Dotchev mal aus der Reserve locken liese oder gar etwas grätzig wird, wenn in der Pressekonferenz mal eine kritische Frage kommt, dafür ist der Rekord-Trainer der 3. Liga viel zu abgebrüht. "Ja, Sie haben absolut recht mit ihrer Frage...", "ich würde das gleiche fragen wie sie" oder "das ist eine sehr gute und berechtigte Frage", so kommentiert der sympathische Pavel Dotchev zunächst mal die Frage, ehe er zu einem eigenen Kommentar ansetzt: kalkuliert, klar, aber immer freundlich in seinem Tonfall.
"Fortiter in re, suaviter in modo", würde der Lateiner sagen, "hart in der Sache, aber verbindlich/weich im Ton". So spricht Dotchev die harte Wahrheit ganz besonnen aus, wonach wohl noch in jedem Mannschaftsteil einer von Bord gehen muss, denn mi 27 Spielern ist der Ulmer Kader viel zu groß. "Mit all den Betroffenen wurde gesprochen, niemand wird weggejagd, aber jeder weiß es, der gehen sollte", so Dotchev. Der Haudegen weiß, ein kleinerer Kader schweißt engen zusammen - vor allem im Abstiegskampf ("auch da brauchen wir nicht durmrum reden"), wenn der Zusammenhalt ein wichtiger Faktor im Team sein wird. Rangeleien um Spielanteile darf es da nicht geben. Dass die Neuzugänge Vukancic (spielte gegen Wiesbaden gleich von Anfang an) und der lang ersehnte Stürmer Streli Mamba konditionell und von den Abläufen noch nicht so weit seien, um in Aue entscheidende Rollen zu spielen, sprach Dotchev auch schonungslos aus. Wer eigentlich nur vertragslose Spieler ohne Ligaspielbetrieb kauft, der muss etwas Geduld mitbringen. Frage: hat Ulm diese Geduld, oder besser gesagt: reichen die Spieltage dazu aus, um nicht schon vorher hoffnungslos abgeschlagen zu sein. Derzeit rangieren die Spatzen auf Tabellenplatz 19 - sechs Punkte hinter dem jetzigen Gegner Aue, die den ersten Nichtsabstiegsplatz belegen. Wenn das Ganze nicht schon schwer genug wäre, fällt nun auch Top-Scorer und Linksaußen Leon Dajaku aus. Doch auf die PK-Frage, wie er diese Lücke nun kompensieren will, da ließ sich Dotchev nicht zu einer klaren Aussage locken. ulm-news vermutet, der Trainer muss nicht nur zwangsweise, sondern er wird sich auch etwas Besonderes ausdenken, denn gegen Aue ist auch ein Trainerfuchs gefordert - zumal an alter Wirkungsstätte (aber das trifft bei gefühlt rund 19 bisherigen 3.Liga-Vereinen ja auf so ziemlich jeden zu, doch auf Aue ganz besonders), das heißt vielleicht: zwei Stürmer, zumindest eine Zeit lang - zwei Außen - massives Mitelfeld. Zu dem auch Max Brandt gehören soll. Dem Werben von Rot Weiss Essen wurde (bislang) eine Absage erteilt, Brandt soll laut SSV unbedingt bleiben.
Was sagen nun die beiden Cheftrainer Pavel Dotchev und Jens Härtel vor dem Spiel zu Gegner und Aufgabe?
Stimmen FC Erzgebirge Aue
Auf die Frage, ob Jens Härtel die Handschrift von Pavel Dotchev schon kennt, da er ja seine Mannschaft übernommen hat, antwortet er: „Jeder Trainer hat seine eigene Mannschaft. Das ist jetzt auch nochmal eine andere Mannschaft als im letzten Jahr. Pavel hat unheimlich viel Erfahrung und kommt dazu, dass er hier für diesen Verein unheimlich viel geleistet hat. Und dass es für ihn natürlich auch emotional nicht ganz einfach wird, weil er hier viele Erlebnisse hat in diesem Stadion. Und ich hoffe auch, dass er freundlich willkommen geheißen wird, denn das ist schon auch nicht ganz so einfach, wenn man dann zurückkommt. Und ja, ich wünsche ihm alles Gute, außer jetzt natürlich am Samstag. Da müssen wir natürlich sehen, dass wir unsere eigenen Interessen wahren und versuchen, dieses Spiel mit allem, was wir haben, auf unsere Seite zu ziehen.“
Wie er sich auf die Spatzen einstellt und was sich vom Hinspiel verändert hat, erklärt Härtel, wie folgt: „Also mit dem Hinspiel kann man es jetzt, glaube ich, weniger vergleichen, weil da ist die Grundordnung schon mal eine ganz andere. Sie haben gegen uns im Hinspiel noch mit Dreierkette gespielt. In einem 3-4-3, jetzt ist es halt ein klassisches 4-2-3-1, was Pavel ja oft gespielt hat. Sie haben natürlich schon eine hohe individuelle Qualität, das muss man schon sagen. Es sind ja auch Jungs, die letztes Jahr noch in der zweiten Liga gespielt haben, das darf man eben nicht vergessen. Es sind schon so ein paar Abläufe, die man dann eben sieht.“
Über das Spiel des SSV gegen Wiesbaden sagt er: „Und sie haben jetzt ein gutes Spiel gemacht gegen Wiesbaden, das hätte eben auch in die andere Richtung gehen können. Das ist dann ähnlich wie bei uns in Rostock. Da sind dann ein, zwei Momente, die dann auf einmal Wiesbaden genutzt hat und Ulm eben nicht. Sie hätten das Spiel ohne Weiteres auch gewinnen können. Also sie waren auf gar keinen Fall die schlechtere Mannschaft, in der zweiten Halbzeit sogar die Bessere. Und ähnlich wie bei uns. Also du hast dann halt das Momentum im Moment, wenn du unten stehst, nicht ganz so auf deiner Seite und deswegen wird es für beide Mannschaften dann halt wichtig werden. Und sie sind halt gut im Umschalten, sie sind eine Mannschaft, die es liebt, den Ball zu haben. Das sind halt viele Parallelen zu uns. Und es wird halt wichtig sein, wer, wie gesagt, diesen Rucksack eher so ein Stück weit ablegen kann.“
Stimmen SSV Ulm 1846 Fussball
Nochmals Pavel Dotchev: Auf die Frage wie groß seine Selbstzweifel sind, da er ja in den letzten Spielen mit mehr Punkten gerechnet hat sagt der Cheftrainer folgendes: „Das ist schon richtig, dass ich mehr erwartet habe, dass ich mehr Punkte hole. Deswegen habe ich auch gesagt, als ich die Mannschaften übernommen habe, dass wir die Winterpause retten, dass wir eine gute Ausgangsposition schaffen für die Rückrunde. Das haben wir nicht geschafft. Das nervt mich und das ärgert mich natürlich. Ich bin mit der Situation nicht zufrieden, definitiv. Und ich kann nur sagen, dass wir trotzdem weitermachen. Und ich sehe eine Entwicklung bei der Mannschaft. Ich sehe auch einen positiven Trend bei der Mannschaft. Leider, Gottes ist es ja noch nicht jetzt untermauert mit Punkten. Aber das ist für mich kein Grund, jetzt alles anzuzweifeln und mich dadurch zu verunsichern. Im Gegenteil, wir müssen weitermachen. Das ist das, was die Spieler versuchen auch weiterzugeben. Stellen Sie sich vor, ich bin der Trainer und ich bin der Erste, der aufgegeben hat. Das wird nicht passieren. Von daher gebe ich weiter Gas und gebe mein Bestes weiterhin. Ich weiß, dass wir auf einem sehr guten Weg sind. Leider hat es bis jetzt nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Das weiß ich auch und mir ist es auch bewusst. Und das sage ich immer wieder. Dieses Vertrauen, das ich hier habe und das ich bis jetzt nicht zurückzahlen konnte, das nervt mich. Das nervt mich, denn das fühlt sich nicht gut an, auch für mich.“
Welche Gedanken er sich für den Sturm gemacht hat, erläutert Dotchev auf die ulm-news-Frage: „Gucken Sie, wir haben jetzt gegen Wiesbaden eigentlich genug Torchancen herausgespielt, um Tore zu erzielen. Ich würde mir eher Gedanken machen, wenn wir keine Torchancen herausarbeiten. Wir haben das jetzt, die zwei Spiele davor fünf Tore gemacht, die wir auch nicht gewonnen haben. Da haben wir fünf Tore gemacht, haben aber zu viel zugelassen. Jetzt haben wir gegen Wiesbaden viele Torchancen gekriegt. Wir haben auch einmal den Pfosten getroffen. Das ist nicht nur dieser ganze Trend. Uns fehlt auch ein bisschen Glück. Aber ich sage es immer wieder, Glück muss man auch erzwingen können. Ich verstehe Ihre Frage hundertprozentig. Es ist auch eine berechtigte Frage, ob man jetzt nicht personell ein bisschen was verändert von dem Sturm. Aber ich sage es Ihnen jetzt zum Beispiel bei Mamba. Wir haben ihn jetzt neu verpflichtet, aber ich habe das Gefühl, dass er noch nicht so weit ist, dass er spielen kann. Das heißt, er würde der Mannschaft nicht helfen und ich helfe ihm auch nicht. Ich muss jetzt gucken, Leute auf dem Platz zu haben, die meiner Meinung nach auch ein gewisses konditionelles Level haben. Nicht nur Spieler, die gut sind, aber die das noch nicht abrufen können.“
Über den Gegner aus Aue sagt Dotchev: „Das ist so eine Sache, die jetzt auf uns zukommt, dass wir nicht nur gut spielen müssen. Wir müssen auch gut verteidigen. Auf uns kommen erneut viele Standards zu. Aue ist bei Standards sehr, sehr gefährlich. Die haben auch einen Malone auf dem Platz, der enorm lange Einwürfe macht. Die sind dann wie Ecken und ähnlich wie in Essen. Wir werden auch viele Standardsituationen verteidigen müssen. Das muss ich auch berücksichtigen, auch die Kopfballgröße auf dem Platz. Wir werden dort schon richtig gefordert sein.“
Personal
Jo Reichert, Marcel Wenig, Jonas David und Dominik Martinovic fallen weiterhin, durch Langzeitverletzungen aus. Leon Dajaku erhielt im Spiel gegen Wiesbaden seine fünfte Gelbe Karte und wird ebenfalls gegen Aue fehlen. Außerdem hat sich Julian Etse im Training am Zeh verletzt und es ist noch unsicher, ob er fit sein wird.
Wetter
Für Samstag sind -1 °C und bewölktes bis regnerisches Wetter vorhergesagt.
Schiedsrichter
Florian Lechner
Übertragung
Das Spiel ist live bei MagentaSport und bei MDR zu sehen.
Tickets und Faninfos
Es werden knapp 400 Ulmer für das Spiel erwartet.
Tickets gibt es hier und an der Tageskasse.
Jetzt die ganze Pressekonferenz anschauen




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