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Ulm News, 02.09.2025 08:15

2. September 2025 von Thomas Kießling
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Biker begrüßen Polizeikontrolle


Auf dem Weg zur European Bike Week am Faaker See werden Motorräder kontrolliert - und das mit Freuden - wenigstens teilweise, außer man wird gleich viermal kontrolliert.

Vom 2. bis 7. September 2025 findet am Faaker See im österreichischen Südosten die European Bike Week statt, zu der das Land Kärnten sich auf 100 000 Besucher einstellt. Das entspricht der Besucherzahl des Vorjahres, die mit rund 70 000 Motorrädern das größte europäische Motorradfest feiern. Im vergangenen Jahr fuhren alleine bei einer Parade 10 000 Motorräder mit.

Entstanden ist dieses Fest im Jahr 1998 als Jubiläumsveranstaltung des Motorradherstellers Harley-Davidson.

Die Polizei hat dabei auch ein Auge auf die Motorradfahrer, die es mit den technischen Vorschriften nicht so genau nehmen. Wie in den Vorjahren hat die Verkehrspolizei Günzburg an der Autobahn 8 am Samstag eine Kontrollstelle eingerichtet. Dazu kam eine zweistellige Anzahl Polizisten aus Bayern und Baden-Württemberg an die Raststätte Leipheim. Neben der Kontrollgruppe Motorrad des Polzeipräsidium Schwaben Süd/West aus Kempten waren darunter Verkehrspolizisten von Ravensburg bis Donauwörth, die meisten von ihnen selbst aktive Motorradfahrer.

Mit zivilen und uniformierten Fahrzeugen wurden insgesamt 41 Motorräder aus dem fließenden Verkehr der Autobahn auf den Parkplatz der Raststätte gelotst und dort eingehend kontrolliert. An der Kontrollstelle herrschte eine friedliche bis freundschaftliche Stimmung, viele Polizisten haben sich schnell als Motorradfahrer zu erkennen gegeben und dadurch die Akzeptanz der Kontrolle erhöht. Neben der Kontrolle der Zulassungspapiere und der Führerscheine ging des den Polizisten um die Technik der Fahrzeuge. Reifen wurden auf ihre Profiltiefe geprüft und Auspuffrohre kontrolliert, ob der Schalldämpfer auch wirklich vorhanden ist. Scheinwerfer und Rückspiegel brauchen Prüfzeichen, um zu belegen, dass sie normgerecht sind.

Meist waren es kleinere Verstöße, die mit einer mündlichen Verwarnung abgehandelt werden konnten, wenn der Rückstrahler nicht groß genug war oder das Kennzeichen so flach angebracht war, dass es von hinten nicht ordentlich abgelesen werden konnte. Der junge Motorradfahrer griff dann zum Bordwerkzeug und richtete das Kennzeichen korrekt aus, um weiterfahren zu dürfen. Mit einem Lachen und freudigem „Hallo" trafen drei Harley-Davidson-Fahrer aus dem Raum Heidelberg im Schlepptau hinter einem Polizeimotorrad auf dem Parkplatz ein. Sie wurden auch vergangenes Jahr auf diesem Parkplatz kontrolliert. Das Ergebnis war ebenfalls wie vergangenes Jahr: Keine Beanstandungen und „gute Weiterfahrt“. Ein paar Motorradfahrer haben sich dann aber doch Ärger eingehandelt, denn keinen Spaß verstehen die Polizisten, wenn der Schalldämpfer ausgeräumt wird, um möglichst laut wahrnehmbar zu sein. Dann greift neben dem Bußgeld das scharfe Schwert mit dem Titel „Untersagung der Weiterfahrt“. Vom Autobahn-Rasthof geht es dann nur noch per Abschleppwagen weiter zur Werkstatt. Die Reparatur muss dann gegenüber der Zulassungsstelle nachgewiesen werden, bevor das Motorrad wieder in Betrieb genommen werden darf. Ein meist dreistelliges Bußgeld ist außerdem fällig.

Elfmal gab es eine Anzeige gegen Motorradfahrer, weil die Betriebserlaubnis erloschen war oder das Reifenprofil gefährlich abgefahren war. Für sechs von ihnen war entweder an der Raststätte die Fahrt zu Ende oder sie durften nur noch bir zur nächsten Werkstatt weiterfahren. Noch teurer wurde es für den Fahrer eines Kleintransporters. Er wurde ebenfalls für eine Kontrolle angehalten und das Bauchgefühl der Verkehrspolizisten wurde binnen weniger Minuten bestätigt. Hinter einer Abdeckung schaute ein Polizist nach dem Steuergerät für die AdBlue-Zumischung. Der Stecker zur Dosiereinrichtung war ausgesteckt, die Software so manipuliert, dass sich keine Warnleuchte meldete. Die Polizisten behielten eine Sicherheitsleistung von 1 000 Euro ein, um die zu erwartende Strafe für diese Manipulation begleichen zu können. Weiterfahren darf er erst, wenn eine Werkstatt die ordnungsgemäße Funktion bescheinigt. Ein georgischer Pkw-Fahrer war illegal in Deutschland und besaß auch gar keinen gültige Fahrerlaubnis. Er wurde genauso angezeigt wie die Fahrer von zwei Pkw, die unzulässige Folien auf den Scheinwerfern oder Schlussleuchten hatte. An einem Kleintransporter war eine Blattfeder der Hinterachse gebrochen, die Weiterfahrt war zu gefährlich. Ein Abschleppwagen brachte das Fahrzeug in eine Werkstatt. Mit einem Grinsen im Gesicht stehen seitlich der Kontrollstelle zwei Gespanne aus Pkw und Anhänger. Auf den Anhängern jeweils mehrere Harley-Davidson-Motorräder.

Ein Fahrer gibt offen zu, dass er keine Lust hat, auf dem Weg zum Faaker See viermal kontrolliert zu werden, deswegen reisen seine Freunde und er mit den aufgeladenen Motorrädern an. Im Gespräch verrät dann ein anderer Motorradfahrer, dass ein Motorrad auf dem Anhänger zu kleine Rückspiegel hat, die besser aussehen als die serienmäßigen.

Text/Foto: Thomas Heckmann



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