Ulm News, 06.11.2017 15:21
Der kreative Umgang mit dem Tablet in der Kita – Chancen der Digitalisierung für das Bildungssystem
Schnell eine interessante Szene auf dem Foto festhalten, Tierstimmen aufzeichnen oder ein kleines Hörspiel erstellen: Die Möglichkeiten, die Tablet, Apps und Co. eröffnen, sind vielseitig und wachsen stetig an. Dabei zeigt sich die Neugier auf die digitale Welt schon frühzeitig bei kleinen Kindern. Doch wie geht man als Erzieherin und Erzieher mit diesem Thema um? Dieser Frage widmete sich der Vortrag „Kita digital – Chancen der Digitalisierung für das Bildungssystem Kita“ im Landratsamt Neu-Ulm.
Organisatorinnen der Veranstaltung waren Margot Nitschke und Melanie Guse aus dem Landratsamt Neu-Ulm. Eva Reichert-Garschhammer vom Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) München stellte im Rahmen der Träger- und Leitungskonferenz der Kindertageseinrichtungen im Landkreis Neu-Ulm die Chancen und Risiken dar, welche diese Thematik bergen. So kann unter anderem mit Hilfe der Digitalisierung die Integration von Flüchtlingskindern und die Inklusion von Kindern mit Behinderungen besser bewältigt werden. Mit entsprechenden Apps, die zum Beispiel mit Icons, Bildwörtern, Spracherkennung und Übersetzung arbeiten, können sich die Kinder bei Bedarf mit Hilfe des Tablets besser verständlich machen. Kann ein Kind das deutsche Wort noch nicht sprechen oder vermag es sich sprachlich nicht auszudrücken, ist es mit einem gezielten Druck auf entsprechende bildliche Symbole imstande, dennoch seiner Umwelt mitzuteilen, was es gerade beschäftigt. Auf diese Weise können die (erste) Kommunikation erleichtert und damit sprachliche Barrieren abgebaut werden. Des Weiteren eröffnet die Digitalisierung ganz neue Spiel- und Lernformen. Hier sind zum Beispiel kreative Apps und deren einfache Handhabung bei der Erstellung eigener Hörspiele, Bilderbücher und Filme sowie die Bearbeitung dieser Werke mit Kindern zu nennen.
Statt Konsumieren muss der kreative Umgang mit digitalen Medien als nützliches und vielseitig verwendbares Werkzeug im Vordergrund stehen und die Eigenaktivität, Kooperation und Interaktion der Kinder, erläuterte Eva Reichert- Garschhammer. Darüber hinaus lässt das Internet einen barrierefreien und schnellen Zugriff auch auf Wissensseiten und Suchmaschinen zu, die speziell für Kinder als sichere Surfräume gestaltet sind, um z. B. mit Kindern auf ihre Fragen Antworten zu finden. Diese digitalen Chancen für alle nutzbar zu machen und den Grundstein für einen sinnvollen, sicheren Umgang damit zu legen, fordert auch zunehmend die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kindertageseinrichtungen. Grundlage ist der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan, der Medienbildung als Kitaaufgabe vorsieht.
Indem sich die Kinder mit pädagogischer Begleitung mit der digitalen Welt aktiv auseinander setzen, sind mit ihnen auch Gespräche über Medienrisiken, Sicherheitsthemen und notwendige Nutzungsregeln möglich und notwendig. Dies stärkt die Kinder in ihrem sicheren, verantwortungsvollen Umgang mit der Medienwelt und begegnet zugleich der Gefahr, von Medien abhängig zu werden. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Kinder nur noch mit digitalen Medien spielen. Wichtig sind deshalb klare Zeitvorgaben, in denen die digitalen Medien in der Kita genutzt werden und die Kinder in ihrer Selbstregulation unterstützen. Keinesfalls vernachlässigt werden sollen zudem die analogen Medien wie Bücher. Auch das Basteln, Malen oder das Spielen im Freien sind weiterhin fester und unerlässlicher Bestandteil des pädagogischen Alltags in einer Kindertageseinrichtung. Bei all dem ist es wichtig, die Eltern als wichtigste Bildungspartner aktiv einzubeziehen, zeigte Eva Reichert- Garschhammer auf, um ihnen zu vermitteln wie digitale Medien in der Kita genutzt werden und ihnen zugleich Tipps zu geben, wie sie das Potenzial digitaler Medien auch zu Hause mit ihren Kindern sicher, sinn- und verantwortungsvoll nutzen können. Modellversuch „Medienkompetenz in der Frühpädagogik stärken“ Um dieses Thema zu vertiefen und genauere Erkenntnisse zu gewinnen, bereitet das Staatsinstitut für Frühpädagogik aktuell einen Modellversuch vor. Dieser steht unter dem Titel
Medienkompetenz in der Frühpädagogik stärken
Gemeinsam mit bis zu 100 Modellkitas aus ganz Bayern gilt es trag- und transferfähige Konzepte und praxisnahe Materialien für Kitas zum sinnvollen Einsatz digitaler Medien im Bildungs- und Arbeitsprozess ergebnissoffen zu entwickeln. Die Teams der Modellkitas werden hierbei fachlich unterstützt und wissenschaftlich begleitet. Die Ausschreibung hierzu erfolgt im April 2018. Dann können sich interessierte Kindertageseinrichtungen, die an dem Modellversuch teilnehmen möchten, bewerben.





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