Ulm News, 04.10.2015 22:49
Kontrolle und Spiel zum Schluss verloren - Trainer Leibenath: Haben möglicherweise gedacht, das Spiel ist schon gelaufen
Nach Start- und Finish-Schwierigkeiten verlor ratiopharm ulm die Heimpremiere gegen Würzburg mit 78:86 in der ausverkauften Arena. . Während die Gastgeber das Spiel vor 6200 Fans über weite Strecken der Partie kontrollierten (78:72, 36. Minute), übernahm der Aufsteiger in der Schlussphase die Kontrolle und sicherte sich dank eines 0:14-Laufs den ersten Bundesliga-Sieg nach der Rückkehr in die Beko BBL.
Einem verhaltenen Ulmer Start (9:22) folgten zwei offensiv gute Viertel, in denen ratiopharm ulm zwei Mal mit sieben Punkten führte (70:63 / 76:69). Während auf Ulmer Seite DeAndre Kane fast ein Triple Double (11 Punkte/7 Rebounds/8 Assists) auflegte und Raymar Morgan für die meisten Punkte gut war (16), war auf Seiten der Gäste ein Mann nicht zu stoppen: Der 24-jährige Center Brendan Lane lieferte 26 Punkte und 10 Rebounds ab.
Weiter geht es für die junge Ulmer Mannschaft am Mittwoch in Bremerhaven, wo die Gastgeber ihre Auftaktpartie mit 59:67 gegen Frankfurt verloren.
Bis zu Beginn des letzten Durchgangs hatte ratiopharm ulm die Bretter dominiert (26:17) – in den letzten zehn Minuten packten dann aber die Gäste zu und sicherten sich nochmal 17 Abpraller, die Ulmer dagegen nur zwölf. Bei 68 Prozent von der Freiwurfline ließen Günther & Co. sechs Punkte liegen – allein vier davon verpasste der Kapitän, normalerweise ein sehr sicherer Freiwurfschütze. Dass Würzburg fünf Mal mehr an die Linie durfte, lag auch daran, dass ratiopharm ulm im Schlussviertel nur ein Freiwurf zugesprochen wurde.
Der Würzburger Brendan Lane war an diesem Abend nicht zu kontrollieren – oder in Foulprobleme zu bringen. Während die Ulmer Großen (Neumann und Rubit jeweils 4 Fouls und Morgan 5) in „foul troubles“ waren, spielte Lane bis zum Schluss groß auf: 15 Punkte in Halbzeit zwei und ein Tip-Dunk, der Würzburg im Schlussviertel erstmals wieder den Ausgleich sicherte, waren Beleg seiner Leistung. Bei ratiopharm ulm war Kane der X-Faktor: Dem Guard gelangen in 28 Minuten Spielzeit 11 Punkte, 7 Rebounds und 8 Assists.
Als Thorsten Leibenath die erste Auszeit beantragte, lag sein Team in der 7. Minute bereits mit 6:14 im Hintertreffen. Zwei Würzburger Dreier (Stuckey und Long) und zu viel Platz für die Gäste auf dem Weg zum Korb hatten den frühen Rückstand verursacht. Dass ratiopharm ulm bei seiner Heimpremiere nervös wirkte, bedinge die Führung der Gäste – drei vergebene Freiwürfe auch. Doch die taktische Unterbrechung nützte nichts: Der Rückstand wuchs bis auf 9:22 (9.) an. Insbesondere im Eins-gegen-Eins und der Fastbreak-Verteidigung war ratiopharm ulm oft einen Schritt zu langsam.
Leben ins Ulmer Spiel brachte dann DeAndre Kane: Erst attackierte der Guard zweimal furchtlos den Korb, dann erzielte er einen Dreier mit Viertelsirene von der Mittelinie!.
Und ratiopharm ulm nahm die Energie des Buzzer-Beaters mit in Viertel zwei: Mit viel Elan und nach einigen Offensivrebounds powerte Augustine Rubit sein Team auf 24:26 heran. Nach einem schlau herausgespielten Dreipunkte-Spiel stellte Carlon Brown dann in der 14. Minute das Spiel zurück auf Null (30:30). Und Brown lief jetzt heiß: Nach einem Steal bediente er Morgan im Fastbreak mit einem Alley-oop Pass zur ersten Führung (34:32, 15.).
Doch unter Kontrolle hatte noch kein Team das Spiel: Während ratiopharm ulm mit einem Günther-Dreier in der 18. Minute nachlegte (39:35), hatten diesmal die Würzburger das Momtum zum Schluss: In der letzten Sekunde der ersten Halbzeit tippte Seth Tuttle zum 46:46 ein. Das zu Beginn vermisste Inside Game etablierten dann Morgan mit zwei starken Aktionen in der Zone und Rubit mit einem Dreipunkt-Spiel nach einem Fastbreak-Dunking (53:50). Und Würzburg? Die Franken gaben d
ie Antwort mit einer 0:5-Serie, ehe Brown aus der Distanz den achten Führungswechsel besorgte (56:55).
Und so umkämpft ging es weiter: Nach einer 60:55-Führung kamen die Gäste wieder heran (64:63), ehe Morgan nach dem sechsten Assist von Kane auf 68:63 stellte. 4. Viertel (8:20): Die höchs te Führung vor Augen (76:69) vergab ratiopharm ulm zwei gute Möglichkeiten (10. Ulmer Ballverlust), ehe Ruben Spoden aus der Distanz zum 76:72 (34.) verkürzte.
Die nächsten Highlights waren dem besten Würzburger vorbehalten: Erst verkürzte Brendan Lane auf 78:76, dann donnerte der Big Man einen Tipdunk zum Ausgleich durch die Reuse – bei noch weniger als vier Minuten zu spielen. Mit seinen Punkten 25 und 26 erzielte Lane dann die erste Würzburger Führung der zweiten Hälfte.
Es folgte ein Ulmer Offensivfoul (Morgan), ein Turnover (Brown) und das 78:82 durch Würzburg. Die Chance auf ein Comeback nahmen sich die Gastgeber dann durch einen weiteren Ballverlust plus einem Unsportlichen Foul selbst.
Douglas Spreadley (Head Coach S.Oliver Baskets Würzburg): kommentirte den Sieg seines Teams so: „Wir haben heute ein Spiel mit ganz verschiedenen Abschnitten gesehen: Nach einem starken ersten Viertel von uns haben die Ulmer übernommen und 20 Minuten sehr gut gespielt. Wir haben es gerade noch so hinbekommen, in Tuchfühlung zu bleiben und konnten im vierten Viertel unsere Intensität noch einmal deutlich steigern. Dazu haben wir unser Angriffsspiel besser hinbekommen, wodurch wir sehr viel Selbstvertrauen tanken konnten.“
Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm) sagte zur Niederlage seines Ulmer Teams: „Wir führen im vierten Viertel mit sechs Punkten und haben möglicherweise gedacht, das Spiel sei schon gelaufen. Würzburg hat eben nicht aufgehört, Basketball zu spielen und hat das Spiel so noch drehen können. Wir dagegen sind in den letzten zehn Minuten nur noch einmal an die Freiwurflinie gegangen. Bei einigen unserer Angriffe habe ich Fouls gesehen, die nicht gegeben wurden. Aber in dieser Phase muss man den Ball eben auch mal trotz Foul im Korb unterbringen.“





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